1000 Antworten Wie leben buddhistische Nonnen hier? Gibt es in Deutschland z. B. Klöster?

Dauer

Normalerweise wird man, wenn man Mönch oder Nonne wird, von einer Ordensgemeinschaft von Mönchen oder Nonnen aufgenommen. Und man sollte dann natürlich auch in einem Kloster wohnen. Es gibt aber bisher hier in Europa noch keine richtigen Klöster. Manchmal bin ich in Amerika in einem Kloster und natürlich gibt es viele Klöster in Indien. In Europa gibt es kleine Ordensgemeinschaften, die meistens an buddhistische Zentren angeschlossen sind, zu denen man dann gehört. Ich gehöre z. B. zur Ordensgemeinschaft buddhistischer Nonnen im tibetischen Zentrum in Hamburg, das 1977 unter der Schirmherrschaft des Dalai Lama gegründet wurde. Und so gibt es verschiedene Gemeinschaften. Auch bei den Vietnamesen gibt es klösterliche Einrichtungen, die aber Gleichzeitig auch Tempel sind, wo viele Buddhisten hingehen.

Heißt „Ordensgemeinschaft“ auch, dass Sie gemeinsam leben?

Von der Theravada-Tradition gibt es seit einigen Jahren sogenannte Waldklöster, wo Stiftungen für Mönche oder Nonnen westlicher Richtung ergangen sind, die hauptsächlich den Theravada-Buddhismus praktizieren. Dort wohnen einige Mönchen und Nonnen zusammen. Eine Ordensgemeinschaft gibt es immer dann, wenn mindestens vier Mitglieder die volle Ordination haben; also nicht mehr Novizen sind. Dann haben sie die Möglichkeit, alle Rituale durchzuführen wie eben auch andere Novizen zu ordinieren usw. Zur Familie: Als Nonne lebt man natürlich ohne Familie; die anderen Buddhisten haben Familie. Und wenn man selbst ins Kloster geht, behält man natürlich den Kontakt zu seiner Familie.