Religion Liegt der Buddhismus momentan im Trend?

Dauer

Die Zahl der Buddhisten ist sicherlich steigend, und das seit Jahrzehnten. Es ist als nicht etwas Vorübergehendes, sondern von der Tendenz her verbreitet sich der Buddhismus immer weiter in den Westen, aber umgekehrt natürlich auch andere Religionen im Rahmen der Globalisierung immer weiter auch nach Asien. Und inzwischen finden natürlich nicht nur hier im Westen alle Traditionen des Buddhismus, sondern man ist überrascht, dass wenn man nach Sri Lanka oder Malaysia kommt, dass man dort plötzlich auch alle unterschiedlichen Formen des Buddhismus vorfindet, Bücher vom Dalai Lama, die ins Koreanische übersetzt werden usw. Das mixt sich weltweit.

Die Globalisierung ist sicher ein Aspekt. Aber spielt es nicht auch eine Rolle, dass der Buddhismus sehr lebenspraktisch orientiert ist?

Ich glaube schon, dass Menschen einfach Orientierung suchen und dass es einen Wunsch nach einem etwas einfacheren Leben gibt. Dass man so überschüttet wird von vielen Einflüssen, dass man einfach das Bedürfnis hat, sich ein bisschen mehr in sich selber zurückzuziehen, den Kontakt zu sich selbst, zu seinem eigenen Körper und Bewusstsein zu bekommen. Der Buddhismus lehrt ja auch eine gewisse Genügsamkeit, und das kann einem sehr viel Glück bringen – viel mehr, als wenn man ständig am Konsumieren ist.

Und wenn man merkt, dass in einer Welt, in der wir hier leben, wo man äußerlich betrachtet im Vergleich zu anderen Welten eigentlich unheimlich viel hat, kann man feststellen, dass das trotzdem nicht unbedingt glücklich macht. Wenn es glücklich machen würde, hieße das ja: Je mehr wir konsumieren, desto besser geht es uns. Und viele, glaube ich, haben einfach gemerkt, dass nicht stimmt und sie dadurch nicht glücklicher werden.

So hat der Buddhismus also durchaus starke gesellschaftskritische Aspekte. Ja.