Geologie

Ab welcher Meerestiefe spricht man von "Tiefsee"?

Stand
AUTOR/IN
Antje Boetius

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Tiefsee wird unterschiedlich definiert

Die Definition ist nicht eindeutig. Erstens könnte man sagen: Tiefsee ist dort, wo der Mensch nicht hinkommt – also die Tiefe, die man mit Tauchflaschen nicht mehr erreichen kann. Zweitens: Dort, wo die ewige Dunkelheit beginnt. Und drittens: Meistens meint man damit die Region unterhalb der Schelfzonen, also unterhalb von 250 m, wo alle genannten Kriterien zusammentreffen.

Die meisten Leute verstehen also unter Tiefsee das, was sich außerhalb des Schelfrandgebietes befindet.

Allerdings sind viele Tiefseeforscher der Meinung, dass die Tiefsee frühestens ab einer Tiefe von 4.000 bis 6.000 m beginnt. Ich schließe mich allerdings der Meinung an, dass die Tiefsee sich außerhalb der Schelfgebiete befindet.

Biologie Wie halten Tiefseefische den enormen Wasserdruck aus?

Probleme entstehen erst dann, wenn man die Tiefe ändert, also wenn man auf- und wieder absteigt. Speziell Tiefseefische, die in den oberen Bereichen zwischen 1.000 und 2.000 Metern leben und in der Nacht an die Oberfläche kommen, haben Probleme, diesen Druckunterschied auszugleichen. Von Ronald Fricke

Akustik Hört man in einer Muschel wirklich das Meeresrauschen?

Nein, das Rauschen, das wir in Muscheln hören, ist nicht das des Meeres. Wie soll das auch gehen? Geräusche bleiben nicht in einem Hohlraum gespeichert. Es ist auch nicht das, was gelegentlich behauptet wird: Der Blutfluss in unseren Adern, der in der Muschel angeblich reflektiert wird.
Was wir in der Muschel hören, sind vielmehr die Geräusche aus der jeweils aktuellen Umgebung. Diese können sich in der Muschel – bzw. der Meereschnecke – verstärken.
Je nachdem, wo wir uns gerade befinden, können die ziemlich ähnlich klingen wie Meeresrauschen. Das liegt am Hohlkörper des Schneckengehäuses; das wirkt akustisch wie eine Resonanzkammer. Die Schallwellen von außen schwingen in der Luftsäule hin und her, und diese Frequenzen treffen dann wieder auf unser Gehör. Je nachdem, wie groß so ein Gehäuse ist, ist auch der Ton eher höher oder tiefer.
Nicht nur die Meeresschnecke, sondern auch andere Hohlräume, wie Gläser oder Dosen, können diesen Effekt auslösen. Sogar unsere Hände können, wenn wir sie richtig formen, solch ein "Rauschen" erzeugen.
Sobald wir aber mit der Muschel in einen schalldichten Raum gehen, verschwindet dieses angebliche Meeresrauschen.

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