Vietnam: So werden junge Frauen von der eigenen Familie nach China verkauft

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AUTOR/IN
Satra, Daniel; Ratzow, Sandra; Abresch, Philipp

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Wir reden heute über Vietnam. Die grünen Reisterrassen, die Wasserbüffel, die Frauen in ihrer traditionellen, farbenfrohen Kleidung: Jeder, der schon mal im Norden Vietnams als Backpacker oder als Urlauber unterwegs war, der hat bestimmt solche Bilder vor Augen. Aber es gibt auch noch eine andere Wahrheit über diese Gegend, die einen wirklich erschaudern lässt.
In der abgeschiedenen Bergwelt Nordvietnams werden junge Frauen immer wieder Opfer von brutalen Entführungen. Fast jede Familie kann davon erzählen – von den Mädchen und Töchtern, die einfach verschwinden. Die Frauen werden auf dem Wochenmarkt oder auf dem Weg nach Hause angesprochen und mit falschen Versprechungen nach China gelockt. Dort werden sie gegen ihren Willen an Männer verkauft und zwangsverheiratet. Denn in China gibt es wegen der jahrelangen Ein-Kind-Politik zu viele Männer und zu wenige Frauen.
Viele der entführten Frauen sind noch Mädchen, 13 oder 14 Jahre alt. Sie sind oft arglos. Denn die Täter stammen meistens sogar aus der eigenen Familie oder dem Freundeskreis. Für die jungen Frauen ist die Entführung nach China schrecklich leidvoll. Sie sind den chinesischen Männern schutzlos ausgeliefert. Sie werden vergewaltigt und sogar weiterverkauft.
Im Weltspiegel Podcast spricht Moderator Philipp Abresch mit unserer Südostasien-Korrespondentin Sandra Ratzow und dem früheren China-Korrespondenten Daniel Satra. Sie geben einen seltenen und bedrückenden Einblick in die verborgene Welt des Menschenhandels zwischen Vietnam und China und wie schwierig es ist, den jungen Frauen zu helfen.

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Satra, Daniel; Ratzow, Sandra; Abresch, Philipp