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Trauben

Trockenheit und Sonne überwiegen 2018 - ein heißer Sommer für den Wein

2018 war ein heißer, langer Sommer. Dazu gab es monatelang keinen Regen. In der Landwirtschaft hat der Sommer große Schäden angerichtet, die Ernteausfälle waren immens. Die Winzer dagegen scheinen sich über den Sommer gefreut zu haben. Es zeichnet sich ein guter Jahrgang ab. Doch wie gut haben die Trauben den Sommer überstanden und was verspricht der neue Wein?

Wie wirkt sich der heiße Sommer aus?

Neustadt an der Weinstraße. Im Stadtteil Mußbach hat Biowinzer Gerhard Schwarztrauber sein Weingut. Er hat mit der Traubenernte so früh begonnen wie noch nie, zwei bis drei Wochen früher als sonst. Er ist erstaunt, wie gut seine Trauben den heißen Sommer ohne Regen überstanden haben.

Er spricht von Trauben, die wie gemalt aussehen. Prall, gesund und mit hohem Zuckergehalt. Das gilt für den Großteil der Weinberge von der Pfalz bis an die Mosel. Da es nie geregnet hat, ist auch so gut wie nichts gefault.

Im Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) in Neustadt beschäftigt sich Matthias Petgen mit dem Klimawandel und den Auswirkungen auf den Weinanbau. Er hat beobachtet, dass die Sonne insbesondere in Weinbergen mit Südlage Spuren hinterlassen hat. Es gibt Reben mit vertrockneten Blättern. Einzelne Trauben haben einen Sonnenbrand abbekommen und sind schrumpelig geworden. Solange es nur wenige seien, habe dies keinen großen Einfluss auf den Wein.

Was verspricht der neue Jahrgang?

In den Fässern im Weingut von Gerhard Schwarztrauber sind die Weine bereits mitten in der Gärungsphase.

Federweißer

Gerhard Schwarztrauber probiert regelmäßig, wie sich der Wein entwickelt.

Er probiert regelmäßig, wie sich der Wein entwickelt. Er erwartet einen Wein mit Top-Qualität, zum Teil sehr fruchtig, mit Citrus- oder Bananenaromen. Von einem Jahrhundertjahrgang möchte er jetzt allerdings noch nicht sprechen. Das wäre zu diesem Zeitpunkt noch zu früh. Experten gehen davon aus, dass die Qualität in ganz Rheinland-Pfalz 2018 top wird und auch die Erträge stimmen. Sie liegen je nachdem in einem mittleren bis sehr guten Bereich.

Welche Langzeitfolgen hat der Klimawandel?

Matthias Petgen vom DLR schätzt, dass sich Sommer wie der 2018er wiederholen. Auf Dauer könnte das den Reben schaden. Die Folgen wären, dass es künftig beispielsweise kleinere Beeren geben könnte, wenn diese bedingt durch das veränderte Klima unterversorgt würden. Dies könnte Ertragsausfälle bedeuten oder Einbußen in der Qualität, indem Bitterstoffe in den Wein gelangen.

Wie können Winzer reagieren?

Damit beschäftigt sich das DLR in Neustadt intensiv.

Landschaft

Eine Möglichkeit, Sonnenbrand zu vermeiden, wäre, die Trauben und Blätter mit Kalk zu überziehen.

Auch über Hagelnetze zur Beschattung wird nachgedacht. Das wäre allerdings sehr kostenintensiv. Wissenschaftler Petgen denkt, dass künftig Lagen an Nordhängen, an denen die Sonne nicht so extrem knallt, für Winzer wieder attraktiv werden.

Winzer Gerhard Schwarztrauber setzt außerdem auf neue Sorten, die bislang zum Beispiel in Südfrankreich angebaut wurden. Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc oder Syrah.

Schwarztrauber hat schon damit begonnen, alte Rebsorten auszusortieren und südländische anzubauen. Er habe damit gute Erfahrungen gemacht. Vor zehn Jahren hätte man damit bei uns noch keine guten Weine produzieren können, sagt er.

Fazit

2018 war ein gutes Jahr und speziell ein super Sommer für den Wein. Experten sehen im Klimawandel bislang noch einen Vorteil und eine Chance für die Winzer in Rheinland-Pfalz. Allerdings werden sie auf den Klimawandel reagieren müssen. Vermutlich wird sich die Weinkultur ändern. Ältere, bei uns heimische Weinsorten werden zunehmend für südeuropäische Sorten den Platz räumen müssen.