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Zwei Gläser Wein vor Weinbergen

SENDETERMIN Do, 2.8.2018 | 17:05 Uhr | SWR Fernsehen

Wein genießen Die passende Trinktemperatur

Warmer Wein schmeckt nicht – jedenfalls nicht im Sommer! Ob man dann auch Rotweine gekühlt genießen kann? Dies und alles weitere zu Trinktemperaturen weiß Werner Eckert von der SWR Redaktion Umwelt und Ernährung.

Je wärmer der Wein, desto stärker droht er nach Alkohol zu riechen und zu schmecken. Wärme lässt auch Süße und Säure stärker hervortreten. Weißweine fallen dann leicht geschmacklich „auseinander“. Und selbst bei Rotweinen ist Kühlung oft angesagt. Gerade fruchtige, gerbstoffarme Rotweine wirken dann harmonischer.

Die optimalen Trinktemperaturen sind also keineswegs nur etwas für Freaks:

5-9 Grad: Praktisch alle Sekte, Champagner.
7-10 Grad: Leichte, säurereiche Weine, Alltagsweine, trockene Weine, helle Sherrys und Portweine.
10-12 Grad: Bukettreiche, gehaltvolle Spät- und Auslesen, milde, fruchtige Weine im Sommer.
12-14 Grad: Edelsüße Trockenbeerenauslesen, einfache rote Alltagsweine.
16-18 Grad: Schwere, gehaltvolle Weine, Amontillado- u. Oloroso-Sherry, Roter Port.
Bis 20 Grad: Limit für die Besten

Faustregel: lieber zu kalt als zu warm! (auch wenn unterhalb von 5 Grad jedes Aroma „erfriert“: warm wird der Wein im Glas ja von selbst).

Gerade im Sommer ist es aber gar nicht so einfach, Wein kalt genug ins Glas zu bringen bzw. ihn kühl zu halten.

Die Möglichkeiten:

Herunterkühlen:

Junge frische Weißweine verzeihen es durchaus, wenn Sie sie in der Kühltruhe im Eilverfahren auf Temperatur bringen. Je besser der Wein, desto schonender sollte er gekühlt werden. Optimal ist in jedem Fall der Kühlschrank. Idealerweise der Weintemperierschrank mit mehreren Temperaturzonen für die verschiedenen Weine.

Eine stilvolle Alternative: Frappieren im Sektkühler. Füllen Sie einen Sektkühler mit Eis und streuen Sie eine Hand voll Salz darüber. Dann legen Sie die Weinflaschen Ihrer Wahl hinein. Das Salz lässt das Eis schneller tauen und seine Kälte an den Wein abgeben.

Kühl halten:

  1. Ein Sektkühler mit Eis drin ist in jedem Fall geeignet, den Wein auch auf längere Zeit kühl zu halten.
  2. Populär und nett anzuschauen sind aber auch Weinkühler aus Ton. Was die Wenigsten wissen: Diese Kühler kühlen nicht durch Ihr eigenes Material, sondern sie wirken erst, wenn der Ton mit Wasser vollgesogen ist! Das heißt, Tonkühler müssen für eine gewisse Zeit (eine halbe Stunde) in ein Wasserbad gestellt oder mit Wasser gefüllt werden. Erst dann ist das Material vollgesogen und kann, wenn das Wasser wieder aus den Poren verdunstet, kühlen.
  3. Hohlwandige Weinkühler aus verschiedenen Kunststoffen oder Stahl arbeiten im Grunde nach dem Prinzip der Thermoskanne. Die Luft zwischen den Wänden hilft, die Temperatur zu halten. Wenn es aber wirklich heiß ist, dürften Sie damit schnell an Grenzen gelangen! Aber schon ein paar Eiswürfel auf dem Boden des Gefäßes wirken Wunder.
  4. Einfach und gut zu handhaben sind die sogenannten „Rapid Ice“-Kühler. Das sind Flaschenmanschetten aus gelgefüllten Kunststoffpolstern. Sie werden in der Kühltruhe auf Temperatur gebracht und dann über die Weinflasche gestülpt.
  5. Ebenfalls in der Kühltruhe „vorgekühlt“ werden Kühlelemente - ähnlich, wie man sie in Kühltaschen verwendet, aber halbkreisförmig gebogen - die in spezielle Weinkühler gelegt werden können.
  6. Durchflusskühler sind Kühlelemente, die in den Eisschrank gelegt werden. Dann werden sie – wie ein Ausgießer – auf die Flasche gesetzt. Dann kann man jeweils eine kleine Menge Wein quasi beim Einschenken „schnellkühlen“. Funktioniert aber nicht mit wirklich warmem Wein und auch nicht mit mehreren Gästen.

Quelle: Werner Eckert

Im Studio: Werner Eckert, SWR Redaktion Umwelt und Ernährung