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Weltweit gibt es derzeit 27 Kriege und zahlreiche weitere bewaffnete Konflikte. Die Definition von Krieg: auf den Seiten der Kriegsführenden muss es eine zentralgelenkte Organisation und mindestens einen staatlichen Akteur geben. Und die militärischen Auseinandersetzungen müssen kontinuierlich sein und eine planmäßige Strategie aufweisen.

Angesichts der globalen Kriege, Krisen und Konflikte wird von einigen Politiker*innen vermehrt eine "deutsche Verantwortung" gefordert, die auch Militäreinsätze beinhalten soll.

Argumentiert wird dabei mit den Menschenrechten. Die militärischen Interventionen sollen Diktaturen bekämpfen und Demokratie herstellen, beziehungsweise einen Frieden sichern. In letzter Zeit ist auch immer öfter die Bekämpfung von Flutursachen ein Argument.

Gibt es überhaupt Argumente, die einen Krieg legitimieren? Sollte Deutschland sich weltweit stärker militärisch engagieren, wie es etwa die Bundesverteidigungsministerin fordert? Was wären die Ziele, und unter welchen Bedingungen wären Einsätze der Bundeswehr im Ausland zu rechtfertigen?

Wie erfolgreich waren Demokratisierung und Friedenssicherung durch militärische Interventionen in der Vergangenheit? Was können Lehren sein aus den Einsätzen im Irak und Afghanistan, wo die Kriegsgefahr nach innen und außen eher größer geworden ist?

Unter welchen nationalen und internationalen Rahmenbedingungen können militärische Interventionen überhaupt legitimiert werden? Welche militärischen Interventionen gefährden unsere Demokratie, welche nicht?

Michel Friedman diskutiert dazu mit:

Das Podium

Prof. Dr. Wolfgang Wagner vom Centre for Peace and Conflict Studies (PACS) (Foto: privat)
Prof. Dr. Wolfgang Wagner vom Centre for Peace and Conflict Studies (PACS), sagt: "Krieg ist immer auch eine Herausforderung für die Demokratie. Aber Demokratien können die Logik des Militärischen einhegen." privat Bild in Detailansicht öffnen
Florian Pfaff, Major a.D., Sprecher Darmstädter Signal, Arbeitskreis kritischer, aktiver und ehemaliger Angehöriger der Bundeswehr, sagt: "Echte Demokraten brechen nicht das internationale und nationale Recht mit Angriffskriegen wie gegen Jugoslawien oder den Irak, denn das gefährdet unsere demokratische Kultur im Kern! Das Vorheucheln, es gehe um fundamentale Werte wie Frieden, Menschwürde und Rechtstaatlichkeit, führt zu bedrohlichen Gegenreaktionen und bewirkt die Erosion dieser Werte." privat Bild in Detailansicht öffnen
Ekkehard Brose, Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, sagt: "Diplomaten, Soldaten, Polizisten und Entwicklungshelfer leisten gemeinsam wichtige Beiträge für Frieden und Sicherheit in der Welt. Das ist der vernetzte Ansatz in Aktion!" Privat Bild in Detailansicht öffnen
General Eberhard Zorn, Generalinspekteur der Bundeswehr, sagt: "Ich bin froh in einer Demokratie zu leben, die für Frieden und Stabilität steht. Die Bundeswehr als Parlamentsarmee leistet dazu einen wichtigen Beitrag." Imago Thomas Koehler/photothek.net Bild in Detailansicht öffnen

Die letzte Sendung:

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
3:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen

Zu den letzten Sendungen

20. November 2019Wie viel Gerechtigkeit braucht die Demokratie?
18. September 2019Hass ohne Grenzen?
8. Mai 2019Quo vadis Europa?
7. März 2019Die entfesselte Gesellschaft
21. November 2018Menschenrechte adé?

Informationen zur Sendung

Die anderthalbstündigen Gespräche des Demokratieforums leitet Michel Friedman. Friedman, der 1956 in Paris geboren wurde, ist deutsch-französischer Jurist, Publizist, Philosoph und Fernsehmoderator. Er war jahrelang stellvertretender Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland sowie Herausgeber der Wochenzeitung Jüdische Allgemeine. Als Moderator wurde er mit der Sendung "Vorsicht! Friedman" bekannt. Heute moderiert er unter anderem bei der Deutschen Welle die Sendung "Auf ein Wort".

Michel Friedman (Foto: SWR)
Michel Friedman

Engagiert meldet er sich gegen Antisemitismus und Rassismus zu Wort. Für ihn seien die Geschichtsrevisionisten und Rechtsintellektuelle eine größere Gefahr für die Demokratie als rechtsextreme Parteien, weil sie "unter einem bürgerlichen Deckmäntelchen und mit einer hohen gesellschaftlichen Akzeptanz" eine durchschlagendere Wirkung hätten.

Dieses Engagement zeigt sich auch in seinem Einsatz für Geflüchtete. So richtete er 2015 eine Willkommensfeier für Geflüchtete und ihre Helfer in der Frankfurter Paulskirche aus. Sein Credo: "Jeder ist jemand, sagt der Schriftsteller George Tabori. Das ist für mich Demokratie. Würde, Respekt und die Einmaligkeit eines jeden Menschen, die einen Staat als Leitmotiv verpflichten."

Dauer

Wofür steht das Demokratie-Forum Hambacher Schloss?

In der Tradition des "Hambacher Fests" und dem hiermit verbundenen Geist der Meinungsfreiheit und der Bürgerrechte, diskutieren lebenserfahrene und streitlustige Politiker, Publizisten sowie Vertreter aus Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft auf dem Demokratie-Forum Hambacher Schloss. Politische, gesellschaftliche und kulturelle Themen von grundlegender Bedeutung werden aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln aufgegriffen.

Im Zentrum der kontroversen Debatten steht der "Geist der Gegenwart" und die zentrale Frage, welche Werte, Ideen und Konzepte künftig unsere Gesellschaft noch zusammenhalten. Das kritische Bürgerforum bietet eine Bühne für substantielle Diskurse und fairen Konfliktaustausch.

Hinweis: Grundsätzlich ist es möglich, dass sich das Diskussionsthema aus aktuellem Anlass kurzfristig ändern kann.

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