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Demokratie-Forum Hambacher Schloss Menschenrechte adé? Die schleichende Erosion der Demokratien

Das Demokratie-Forum Hambacher Schloss startet nach einjähriger Pause neu, mit neuem Konzept und neuem Moderator.

Künftig wird Michel Friedman die anderthalbstündigen Gespräche leiten.

Michel Friedman (Foto: SWR)

Julien Michel Friedman wurde 1956 in Paris geboren. Er ist deutsch-französischer Jurist, Publizist, Philosoph und Fernsehmoderator. Er war jahrelang stellvertretender Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland sowie Herausgeber der Wochenzeitung Jüdische Allgemeine.

Als Moderator wurde er mit der Sendung "Vorsicht! Friedman" bekannt. Heute moderiert er unter anderem bei der Deutschen Welle die Sendung "Auf ein Wort".

Engagiert meldet er sich gegen Antisemitismus und Rassismus zu Wort. Für ihn seien die Geschichtsrevisionisten und Rechtsintellektuelle eine größere Gefahr für die Demokratie als rechtsextreme Parteien, weil sie "unter einem bürgerlichen Deckmäntelchen und mit einer hohen gesellschaftlichen Akzeptanz" eine durchschlagendere Wirkung hätten.

Dieses Engagement zeigt sich auch in seinem Einsatz für Geflüchtete. So richtete er 2015 eine Willkommensfeier für Geflüchtete und ihre Helfer in der Frankfurter Paulskirche aus.

Sein Credo: "Jeder ist jemand, sagt der Schriftsteller George Tabori. Das ist für mich Demokratie. Würde, Respekt und die Einmaligkeit eines jeden Menschen, die einen Staat als Leitmotiv verpflichten."

Dauer

Premiere ist am Mittwoch, den 21. November um 19 Uhr mit dem Thema "Menschenrechte adé? Die schleichende Erosion der Demokratien" [zur Einladung].

80 Jahre nach der Reichspogromnacht ist wieder vieles salonfähig, was lange Zeit undenkbar war: Die AfD marschiert in Chemnitz im Schulterschluss mit Neo-Nazis und Innenminister Seehofer spricht von "Migration als Mutter aller Probleme". Gleichzeitig stecken viele andere europäische Staaten in der demokratischen Krise. Gegen Polen und Ungarn laufen auf europäischer Ebene Rechtsstaatsverfahren, in Italien und Österreich sitzen Rechtsextreme in der Regierung.

Wie ist es im heutigen Europa um die Menschenrechte bestellt, wenn die Würde des Menschen verhandelbar wird? Gibt es überhaupt noch gemeinsame demokratische Werte? Die schleichende Erosion der Demokratien - darüber wird Michel Friedman diskutieren mit:

  • Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Bundesjustizministerin a.D., ehemaliges Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates im Ausschuss für Recht und Menschenrechte; veröffentlichte das Buch "Haltung ist Stärke"
  • Prof. Nicole Deitelhoff,  Leiterin des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung sowie Professorin für Internationale Beziehungen und Theorien globaler Ordnungspolitik an der Goethe-Universität Frankfurt; veröffentlichte das Buch "Überzeugung der Politik"

Das Podium

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (Foto: Pressestelle, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger)
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger: mutige und charakterstarke Bundesjustizministerin a.D., ehemaliges Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates im Ausschuss für Recht und Menschenrechte. Ihre zuletzt erschienene Publikation trägt im Titel ihr persönliches und politisches Motto: "Haltung ist Stärke. Was auf dem Spiel steht" Pressestelle Sabine Leutheusser-Schnarrenberger Bild in Detailansicht öffnen
Prof. Nicole Deitelhoff, die Expertin für Herrschaft und Widerstand in der Politik, Normen von Staatlichkeit und humanem Völkerrecht ist Leiterin des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung sowie Professorin für Internationale Beziehungen und Theorien globaler Ordnungspolitik an der Goethe-Universität Frankfurt. Sie sieht Streit als Quelle der Erneuerung demokratischer Gemeinwesen. Pressestelle Nicole Deitelhoff Bild in Detailansicht öffnen
S.E.Andrzej Przyłębski: Philosophie ist seine große Leidenschaft. Der Diplomat, Philosoph und Kulturwissenschaftler ist Botschafter Polens in Berlin. Er hat ein Faible für Hegel und hat jahrelang in Deutschland studiert und Philosophie gelehrt. Pressestelle S.E.Andrzej Przyłębski Bild in Detailansicht öffnen

Wofür steht das Demokratie-Forum Hambacher Schloss?

In der Tradition des "Hambacher Fests" und dem hiermit verbundenen Geist der Meinungsfreiheit und der Bürgerrechte, diskutieren lebenserfahrene und streitlustige Politiker, Publizisten sowie Vertreter aus Wirtschaft, Kultur und  Zivilgesellschaft auf dem Demokratie-Forum Hambacher Schloss. Politische, gesellschaftliche und kulturelle Themen von grundlegender Bedeutung werden aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln aufgegriffen.

Im Zentrum der kontroversen Debatten steht der "Geist der Gegenwart" und die zentrale Frage, welche Werte, Ideen und Konzepte künftig unsere Gesellschaft noch zusammenhalten. Das kritische Bürgerforum bietet eine Bühne für substantielle Diskurse und fairen Konfliktaustausch.

Die weiteren Termine

6. März 2019Die entfesselte Gesellschaft - was macht der zunehmende Verlust jeglichen Anstands im Umgang mit anders Denkenden, anders Seienden mit unseren demokratischen Werten?
8. Mai 2019Europa, quo vadis? Drei Wochen vor den Europawahlen: Sind wir auf dem Weg zum einem Europa der Abgrenzungen und individuellen Befindlichkeiten? Und wie hat die Europäische Idee jenseits der reinen Marktöffnung eine Chance?
18. September 2019Die ungerechte Gesellschaft: Eine immer größer werdende Kluft zwischen Arm und Reich, zwischen Chancen und chancenlos: Was macht das mit unserer Demokratie?
20. November 2019Religion und Demokratie - Wie politisch ist der Glaube?
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