Logo des Demokratieforum (Foto: SWR)

Demokratie-Forum Hambacher Schloss Hass ohne Grenzen?

Die Anschläge in den USA und der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke zeigen das unschöne Gesicht einer Wutgesellschaft. Davon profitieren demokratiefeindliche Parteien.

Der Hass auf alles Fremde scheint grenzenlos geworden zu sein: In den amerikanischen Städten El Paso und Dayton sterben mehr als 30 Menschen durch Anschläge von Rechtsextremisten. Der Kasseler Regierungspräsident Lübcke wird von einem Rechtsextremisten erschossen. Auf zahlreichen Demonstrationen werden Hass, Verachtung und Ressentiments geschürt, Antisemitismus und Antiislamismus stehen auf der Tagesordnung.

Warum sind immer mehr Menschen bereit, verbal und körperlich Grenzen zu überschreiten? Welche Folgen hat eine Wutgesellschaft für die Demokratie und welche Chancen haben demokratische Parteien, dieser Entwicklung entgegenzuwirken?

Dauer

Michel Friedman diskutierte mit:

Das Podium

Roger Lewentz (Foto: Torsten Silz)
Roger Lewentz ist Innenminister des Landes Rheinland-Pfalz. Er stellt fest: "Hemmschwellen sind gesunken, Gewaltandrohungen folgen Taten, rechtsextremistisch motivierte Hetze verbreitet sich in unerträglichem Maß im Internet und insbesondere in den sozialen Medien. Rechtsextremismus fordert die freiheitlich-demokratische Gesellschaft mehr denn je heraus; wir alle - Staat und Gesellschaft - sind betroffen". Torsten Silz Bild in Detailansicht öffnen
Ingrid Brodnig ist Journalistin und Buchautorin. Sie verlangt, zu handeln: "Wer Hass sät, muss Konsequenzen ernten! Wir können nicht wegschauen, wenn das Internet als Tool der Einschüchterung und Hetze genutzt wird." Ingo Pertramer Bild in Detailansicht öffnen
Prof. Wilhelm Heitmeyer, gründete 1996 das Bielefelder Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung und hält dort die Forschungsprofessur. "Wir können uns als Bürger nicht einfach, ich sage das mal so lax, vom Acker machen, als ob wir damit nichts zu tun hätten. Wir produzieren mit den Einstellungen eben diesen gesellschaftlichen Abwertungsvorrat und müssen uns dann nicht wundern, wenn radikalisierte Gruppen (…) dann auch zur Tat schreiten." Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen

Zu den letzten Sendungen

Informationen zur Sendung

Die anderthalbstündigen Gespräche des Demokratieforums leitet Michel Friedman. Friedman, der 1956 in Paris geboren wurde, ist deutsch-französischer Jurist, Publizist, Philosoph und Fernsehmoderator. Er war jahrelang stellvertretender Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland sowie Herausgeber der Wochenzeitung Jüdische Allgemeine. Als Moderator wurde er mit der Sendung „Vorsicht! Friedman“ bekannt. Heute moderiert er unter anderem bei der Deutschen Welle die Sendung „Auf ein Wort“.

Michel Friedman (Foto: SWR)

Engagiert meldet er sich gegen Antisemitismus und Rassismus zu Wort. Für ihn seien die Geschichtsrevisionisten und Rechtsintellektuelle eine größere Gefahr für die Demokratie als rechtsextreme Parteien, weil sie "unter einem bürgerlichen Deckmäntelchen und mit einer hohen gesellschaftlichen Akzeptanz" eine durchschlagendere Wirkung hätten.

Dieses Engagement zeigt sich auch in seinem Einsatz für Geflüchtete. So richtete er 2015 eine Willkommensfeier für Geflüchtete und ihre Helfer in der Frankfurter Paulskirche aus. Sein Credo: "Jeder ist jemand, sagt der Schriftsteller George Tabori. Das ist für mich Demokratie. Würde, Respekt und die Einmaligkeit eines jeden Menschen, die einen Staat als Leitmotiv verpflichten."

Dauer

Wofür steht das Demokratie-Forum Hambacher Schloss?

In der Tradition des "Hambacher Fests" und dem hiermit verbundenen Geist der Meinungsfreiheit und der Bürgerrechte, diskutieren lebenserfahrene und streitlustige Politiker, Publizisten sowie Vertreter aus Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft auf dem Demokratie-Forum Hambacher Schloss. Politische, gesellschaftliche und kulturelle Themen von grundlegender Bedeutung werden aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln aufgegriffen.

Im Zentrum der kontroversen Debatten steht der "Geist der Gegenwart" und die zentrale Frage, welche Werte, Ideen und Konzepte künftig unsere Gesellschaft noch zusammenhalten. Das kritische Bürgerforum bietet eine Bühne für substantielle Diskurse und fairen Konfliktaustausch.

Die weiteren Termine

20. November 2019Thema folgt

Hinweis: Grundsätzlich ist es möglich, dass sich das Diskussionsthema aus aktuellem Anlass kurzfristig ändern kann.

STAND