Logo des Demokratieforum (Foto: SWR)

Demokratie-Forum Hambacher Schloss Wie viel Gerechtigkeit braucht die Demokratie?

Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst weiter in Deutschland. Laut einer aktuellen Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) sind die Einkommen in Deutschland so ungleich verteilt wie nie zuvor.

Fast 60 Prozent der Deutschen finden, dass es in Deutschland ungerecht zugeht.

Was bedeutet diese Entwicklung für unsere Demokratie? Welche Gefahren zeichnen sich für den Zusammenhalt einer Gesellschaft ab, wenn Menschen den Eindruck haben, dass der Staat nicht mehr in der Lage ist, ein Grundmaß an sozialer Gerechtigkeit herzustellen? Nähren diese Zweifel radikale Strömungen und die Diskriminierung von Minderheiten?

Was ist überhaupt gerecht beziehungsweise ungerecht? Ist es die Chancengerechtigkeit? Die Familiengerechtigkeit? Die Leistungsgerechtigkeit? Die Generationengerechtigkeit? Die Verteilungsgerechtigkeit?

Wie sehen geeignete Gegenmaßnahmen aus? Ist die Politik in der Verantwortung? Die Wirtschaft? Die einzelnen Bürgerinnen und Bürger?

Diesen Fragen geht das Demokratie-Forum Hambacher Schloss am 20. November um 19 Uhr nach.

Michel Friedman diskutiert mit:

Das Podium

Christian Neuhäuser (Foto: Roland Baege)
Prof. Dr. Christian Neuhäuser, Professor für politische Philosophie der Technischen Universität Dortmund und Herausgeber von zfwu, Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik fordert: "Wir müssen akzeptieren, dass die Welt moralisch unvollkommen ist. Deshalb wird es Zeit, dass die Gesellschaft Alternativen formuliert." Roland Baege Bild in Detailansicht öffnen
Prof. Dr. Michael Hartmann, Soziologe und Elitenforscher, stellt fest: "Die Eliten in Deutschland, aber auch in anderen Ländern, haben kaum noch eine Vorstellung vom Leben der breiten Bevölkerung. Sie leben in einer völlig anderen Welt." Imago Roland Baege Bild in Detailansicht öffnen
Paula Schwarz, Gründerin des World Datanomic Forums für einen am Gemeinwohl orientierten Wandel in der Wirtschaft sagt: "Ich möchte die Gerechtigkeit fördern. Ein Auto, das zu 80 Prozent kaputt ist, repariert man nicht einfach so. Man braucht wahrscheinlich ein Neues." Paula Schwarz Bild in Detailansicht öffnen

Zu den letzten Sendungen

18. September 2019Hass ohne Grenzen?
8. Mai 2019Quo vadis Europa?
7. März 2019Die entfesselte Gesellschaft
21. November 2018Menschenrechte adé?

Informationen zur Sendung

Die anderthalbstündigen Gespräche des Demokratieforums leitet Michel Friedman. Friedman, der 1956 in Paris geboren wurde, ist deutsch-französischer Jurist, Publizist, Philosoph und Fernsehmoderator. Er war jahrelang stellvertretender Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland sowie Herausgeber der Wochenzeitung Jüdische Allgemeine. Als Moderator wurde er mit der Sendung „Vorsicht! Friedman“ bekannt. Heute moderiert er unter anderem bei der Deutschen Welle die Sendung „Auf ein Wort“.

Michel Friedman (Foto: SWR)

Engagiert meldet er sich gegen Antisemitismus und Rassismus zu Wort. Für ihn seien die Geschichtsrevisionisten und Rechtsintellektuelle eine größere Gefahr für die Demokratie als rechtsextreme Parteien, weil sie "unter einem bürgerlichen Deckmäntelchen und mit einer hohen gesellschaftlichen Akzeptanz" eine durchschlagendere Wirkung hätten.

Dieses Engagement zeigt sich auch in seinem Einsatz für Geflüchtete. So richtete er 2015 eine Willkommensfeier für Geflüchtete und ihre Helfer in der Frankfurter Paulskirche aus. Sein Credo: "Jeder ist jemand, sagt der Schriftsteller George Tabori. Das ist für mich Demokratie. Würde, Respekt und die Einmaligkeit eines jeden Menschen, die einen Staat als Leitmotiv verpflichten."

Wofür steht das Demokratie-Forum Hambacher Schloss?

In der Tradition des "Hambacher Fests" und dem hiermit verbundenen Geist der Meinungsfreiheit und der Bürgerrechte, diskutieren lebenserfahrene und streitlustige Politiker, Publizisten sowie Vertreter aus Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft auf dem Demokratie-Forum Hambacher Schloss. Politische, gesellschaftliche und kulturelle Themen von grundlegender Bedeutung werden aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln aufgegriffen.

Im Zentrum der kontroversen Debatten steht der "Geist der Gegenwart" und die zentrale Frage, welche Werte, Ideen und Konzepte künftig unsere Gesellschaft noch zusammenhalten. Das kritische Bürgerforum bietet eine Bühne für substantielle Diskurse und fairen Konfliktaustausch.

Die weiteren Termine

20. November 2019Thema folgt

Hinweis: Grundsätzlich ist es möglich, dass sich das Diskussionsthema aus aktuellem Anlass kurzfristig ändern kann.

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