Geschäftsbericht 2017 Bericht des Intendanten

Der SWR hat sich konsequent im Rahmen des multimedialen Umbaus weiterentwickelt und eine Vorreiterrolle bei der Digitalisierung eingenommen. Dabei ist er auf einem erfolgreichen Weg, die Ausspielwege zu verknüpfen. Letztlich profitieren davon alle Bereiche. Die Bereitschaft im Haus, an dieser Umstellung mitzuwirken, ist deutlich zu spüren und überträgt sich von den Pilotprojekten auf alle anderen.

Peter Boudgoust, Intendant des Südwestrundfunks (Foto: SWR, Monika Maier)
Peter Boudgoust, SWR Intendant Monika Maier

Es gibt gute Argumente dafür, dass die Idee des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auch und gerade im digitalen Zeitalter nichts von ihrer Bedeutung verloren hat – ganz im Gegenteil. Dies hat das Bundesverfassungsgericht erst unlängst hervorgehoben. Die Unabhängigkeit der Programme ist es, die von der großen Mehrheit in Deutschland geschätzt wird. Dafür gibt es den SWR mit so vielen unterschiedlichen Angeboten im Radio, Fernsehen und online.

Information und Kultur statt Fernsehen und Radio

Die sicht- und spürbarste interne Veränderung war die Umstrukturierung der klassischen Hörfunk- und der Fernsehdirektion in die Programmdirektionen Information und Kultur. Es ist gelungen, hier anhand der Themen und nicht mehr über Ausspielwege eine Zuordnung zu schaffen, die den SWR stärker auf die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer eingehen lässt.

Im Sinne des multimedialen Prozesses wurde auch klar analysiert, wo die Stärken liegen. Die Geschäftsleitung hat sich darauf verständigt, künftig an bestimmten Stellen das vorhandene Potenzial noch besser zu nutzen. Mit Schwerpunkten in einzelnen Feldern, die von den Menschen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz besonders geschätzt werden, stärkt der SWR sein publizistisches Profil. Von den Erfolgen profitieren letztlich alle Redaktionen und Angebote.

SWR Aktuell – alles unter einem Namen

Information ist eine der großen Stärken des SWR. Seit Anfang 2017 haben alle Nachrichten einen einheitlichen Auftritt – egal auf welchem Ausspielweg sind sie unter dem Namen „SWR Aktuell“ zu finden. Dazu gehören selbstverständlich die Fernsehnachrichten in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, aber auch das Radioprogramm, das aus SWRinfo hervorgegangen ist.

Eine echte Neuheit ist die Nachrichten-App, selbstverständlich auch unter dem neuen Namen. Im Zentrum steht die Storyfunktion, bei der die Nutzerinnen und Nutzer einem bestimmten Thema folgen können, über den Fortlauf einer Nachricht also dauerhaft informiert bleiben. Ziel ist es, einen einheitlichen Auftritt über sämtliche Ausspielwege zu realisieren. Die Bündelung aller Nachrichtenkanäle unter dem Label „SWR Aktuell“ macht den Auftritt klarer und hilft dem SWR, in der Aktualität noch besser zu werden.

SWR Aktuell Nachrichten-App (Foto: SWR, Alexander Kluge)
SWR Aktuell Nachrichten-App Alexander Kluge

Menschen erwarten von der ARD ein breites Angebot

Die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten haben von der ARD größere Anstrengungen gefordert, was Einsparungen betrifft. Die Position der ARD ist klar: Sparen ist nur so lang möglich, wie das Programm davon nicht betroffen ist. Zurecht erwarten die Menschen von der ARD ein breites Angebot, das für jeden etwas bietet. Dazu gehört neben Information und Bildung auch beispielsweise ausdrücklich die Unterhaltung. Einsparungen im Programm sparen würden immer bedeuten, dass etwas gestrichen wird, das vielen Menschen wichtig ist. Und trotzdem will auch der SWR alle Möglichkeiten zur Rationalisierung und Effizienzsteigerung nutzen. Die ausgearbeitete ARD Strukturreform ist ein klares Signal, die Kompetenzen der Landesrundfunkanstalten in Bereichen zu bündeln, in denen das möglich ist und weiterhin gemeinsam zu zeigen, wie wichtig ein starker öffentlich-rechtlicher Rundfunk auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ist.

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