Anerkennung: struhk architekten, Braunschweig & nsp christoph schonhoff Landschaftsarchitekten + Stadtplaner, Hannover

In zwei Phasen haben insgesamt 40 Architekturbüros aus ganz Europa am Realisierungswettbewerb des SWR teilgenommen. Ihr Auftrag: ein funktionales, wirtschaftliches, energieeffizientes und gestalterisch qualitätsvolles Gebäude für den Standort Baden-Baden entwerfen. Am 9. März 2016 hat das Preisgericht, in dem auch die Stadtverwaltung und die Gemeinderatsfraktionen vertreten sind, die Preisträger des Wettbewerbsverfahrens ausgewählt.

Eine Anerkennung geht an struhk architekten aus Braunschweig in Zusammenarbeit mit nsp christoph schonhoff Landschaftsarchitekten +
Stadtplaner, Hannover.

Der Entwurf in Bildern

Entwurf Struhk v. Hans-Bredow-Str. betrachtet (Foto: Struhk Architekten Planungsgesellschaft GmbH)
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Die Begründung des Preisgerichts

"Mit der Aufgliederung der Gebäudemassen in einen dreigeschossigen Sockel und einem darüber stehenden sechsgeschossigen Kopfbau, verbunden durch eine als Zwischengeschoss ausgebildete Fuge, erzielt der Verfasser eine eigenständige Gebäudefigur, die sich zur Hans-Bredow-Straße orientiert. Über eine sehr inszenierte Vorzone erreichen die Besucher und Mitarbeiter die zweigeschossige Eingangshalle im Sockel des Neubaus. Über eine Treppe gelangt man in den Konferenzbereich auf der nächsthöheren Ebene. Leider fehlt an dieser Stelle eine lesbare und erlebbare Verbindung zu den darüber liegenden Ebenen mit der Kantine und der Cafeteria.

Auch im 3. Obergeschoss, wo die Cafeteria und ein weiterer Eingang angeordnet wurden, wird keine einladende Verbindung zu den darüber liegenden Arbeitswelten angeboten. Die einzelnen Ebenen stehen für sich und sind im Inneren nur funktional miteinander verbunden. Dies ändert sich dann in den Arbeitswelten, wo die Verfasser ein vielfältiges Angebot an unterschiedlich nutzbaren Büroarbeitsplätzen anbieten. Hier bietet der aufgezogene sechseckige Grundriss unterschiedliche Gebäudetiefen, die sich für unterschiedliche Büroraumnutzungen des crossmedialen Arbeitens eignen. Die Ebenen sind über Rampentreppen mit Arbeitsinseln untereinander attraktiv verbunden. Die große Anzahl dieser Elemente müsste überprüft werden. Die Gebäudeanbindungen über Stege an HDFS und HDHF sowie deren Lage im Neubau können nicht überzeugen.

Das vom Verfasser genannte Bild der 'Weinbergsterrassen' ist ortsfremd und wird sehr stark durch Treppenanlagen und Rampen zergliedert. Insgesamt wirken die Freiflächen und Freiräume zu kleinteilig. Der Gebäudekörper stellt sich sehr dominant, insbesondere durch den prägnanten Fassadenspiegel, in der Landschaft dar und würde somit zu einem erheblichen Eingriff in den Landschaftsraum führen. Die Fassadengestaltungen sowohl des Sockelbaus in Naturstein als auch des verglasten Kopfbaus, können in ihrer Anmutung als Signet des neuen Medienzentrums nicht überzeugen und wirken in dem gewachsenen Umfeld eher als Fremdkörper. Die vorgeschlagene Doppelfassade überzeugt in der dargestellten Form nicht, da durch das in die Fassade integrierte Tragwerk eine wirtschaftliche Unterhaltung und Revisionierbarkeit schwierig erscheint. Die Veränderungen der Umfahrung und die Absenkung des Hofes hinter dem Haus des Hörfunks werden aus funktionalen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten kritisch gesehen. Insgesamt liegt die Arbeit mit ihren wirtschaftlichen Kennzahlen etwas über dem Durchschnitt der eingereichten Arbeiten."

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