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Wie viel Gerechtigkeit, Vertrauen und Gemeinsamkeit braucht Solidarität? Darüber diskutiert Michel Friedman mit seinen Gästen beim "Demokratie-Forum Hambacher Schloss" am Mittwoch, 16. Juni 2021, ab 19 Uhr im Live-Stream.

Seit Beginn der Corona-Pandemie ist ein Wort allgegenwärtig: Solidarität. Forderungen nach Solidarität sind weit verbreitet – ganz aktuell die Forderung nach Solidarität zwischen Geimpften und Ungeimpften. Moderator Michel Friedman diskutiert zum Thema „Wir oder Ich – Wie gelingt Solidarität?“ mit der Medizin-Ethikerin Alena Buyx, der Psychologin und Glücksforscherin Maike Luhmann und dem Politikwissenschaftler Rainer Forst über Gemeinschaftssinn und Egoismus.

Solidarität in Krisenzeiten

Hat die Corona-Pandemie den viel beschworenen Gemeinschaftssinn gestärkt oder guckt jede*r nach mehr als einem Jahr Ausnahmezustand nur nach sich selbst? Wie viel Solidarität kann und will jede*r Einzelne (noch) leisten? So haben zum Beispiel bei immer mehr Eltern die Kraft oder der Wille, sich einzuschränken, mit den langen Kita- und Schulschließungen gelitten. Auch die jüngeren Menschen haben ihre Wünsche und Sehnsüchte lange Zeit zurückgestellt. Gab es im Frühjahr 2020 für die sogenannten systemrelevanten Gruppen – von Pflegekräften über Kassierer*innen bis zu den Reinigungskräften – noch Applaus vom Balkon oder Lob in Sonntagsreden und sozialen Netzwerken, so sind die heutigen Solidaritätsbekundungen zumindest abgekühlt.

Die Forderung nach Gegenseitigkeit und Gerechtigkeit

Für die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats Aleny Buyx fußt Solidarität insbesondere auf Gegenseitigkeit. Für die Gesellschaft sei wichtig, dass alle ihren Teil dazu beitragen, denn „ohne Gegenseitigkeit funktioniert Solidarität dauerhaft nicht“, so Buyx. Die Psychologie-Professorin Maike Luhmann unterstreicht, dass Solidarität der Schlüssel zur Bekämpfung der Corona-Pandemie sei, aber die damit verbundenen Kosten seien für die Einzelnen selten so hoch gewesen. Wichtig sei jetzt, die Folgen des ungleich verteilten Verzichts aufzufangen, damit die Solidarität innerhalb der Gesellschaft nicht gefährdet werde. Für den Politikwissenschaftler und Philosoph Rainer Forst ist Solidarität „der Einsatz für eine Gemeinschaft, der man verbunden sei“. Je intensiver die Forderungen nach Solidarität seien, desto mehr führe es dazu, dass Gruppen enger würden und sich nach außen abschotteten. Forst betont aber auch, dass wenn eine Gesellschaft die Schlechtgestellten in ihrer Mitte oder die Not anderer ignoriere, könne sie sich nicht solidarisch nennen.

Polit-Talk

„Demokratie-Forum Hambacher Schloss: Wir oder Ich – Wie gelingt Solidarität“
Mittwoch, 16.6.2021 ab 19 Uhr im Live-Stream auf dem SWR-Youtube-Kanal. Im Live-Chat kann die Community zum Thema diskutieren.
Sonntag, 20.6.2021 ab 10:15 Uhr im SWR Fernsehen und in der ARD-Mediathek

Alena Buyx leitet das Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der TU München und ist Vorsitzende des Deutschen Ethikrats (Foto: Andreas Heddergott)
Alena Buyx leitet das Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der TU München und ist Vorsitzende des Deutschen Ethikrats. © SWR/Andreas Heddergott Andreas Heddergott Bild in Detailansicht öffnen
Maike Luhmann, Glücksforscherin und Psychologie-Professorin an der Ruhr-Universität Bochum. ©SWR/RUB, Tim Kramer RUB/Tim Kramer Bild in Detailansicht öffnen
Rainer Forst, Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt. ©SWR/Goethe-Universität Frankfurt Goethe-Universität Frankfurt Bild in Detailansicht öffnen
Seit 2019 moderiert Michel Friedman das Demokratie-Forum Hambacher Schloss. © SWR/Nicci Kuhn Nicci Kuhn Bild in Detailansicht öffnen

Pressekontakt

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