Skifahren auf Kunstschnee bei 20 Grad zur Saisoneröffnung. © SWR (Foto: SWR)

betrifft SWR Doku blickt hinter die Kulissen des Skitourismus

„betrifft: Alpenrausch im Klimawandel – Der Ausverkauf der Berge“ / Mittwoch, 8. Januar 2020, 20:15 Uhr, SWR Fernsehen

Der Kampf um die Urlauber in den Alpen wird immer härter. Durch den Klimawandel sind viele Skigebiete nicht mehr schneesicher. 70 bis zu 90 Prozent der Pisten müssen dabei ständig künstlich beschneit werden. Um den Skizirkus trotz Klimawandel in Gang zu halten, schrecken viele Betreiber auch vor illegalen Baumaßnahmen am Berg nicht zurück. Doch mittlerweile regt sich Widerstand bei den Einheimischen, die sich gegen solche Maßnahmen und gegen extremen Massentourismus wehren. Sie sehen nicht nur die Natur in Gefahr, sondern auch das soziale Leben in ihren Dörfern. Die 45-minütige SWR Doku „betrifft: Alpenrausch im Klimawandel – Der Ausverkauf der Berge“ begleitet sie ein Jahr. Ausstrahlung am Mittwoch, 8.1.2020, 20:15 Uhr, im SWR Fernsehen.

Einheimische protestieren gegen Eingriffe in die Natur

Ein seltenes Bild – Wanderer beim Demonstrieren: Einheimische aus dem Vorarlberg und Tirol haben sich zusammengetan. Mit dem Ruf „As langat!“ (es reicht!) wollen sie Touristen und Politiker aufrütteln. Sie kämpfen gegen den Bau von riesigen Speicherseen zur Beschneiung der Pisten und gegen geplante Skischaukeln, die bislang naturbelassene Hänge überbauen würden. Deren Betreiber und Investoren schrecken beim Bau oft auch nicht vor illegalen Machenschaften zurück. Bereits jetzt spüren Einheimische die Folgen der Eingriffe in die Natur. Hänge werden immer instabiler, wie eine Bewohnerin aus Pettneu in der Nähe von St. Anton berichtet. Im Sommer vergeht kaum ein Monat, in dem keine Muren abgehen, die Straßen zuschütten oder gar Häuser zerstören. Am Arlberg gab es im Januar mehrere Lawinentote und in Balderschwang im Allgäu zerstört eine riesige Schneelawine Teile eines Hotels.

Ausgestorbene Bergdörfer außerhalb der Tourismussaison

Während einige Skigebiete immer größer werden, sterben kleinere Dörfer aus – für viele Einheimische ein ruinöser Wettbewerb. Zu den scheinbaren Gewinnern zählen die Hotspots wie St. Anton oder Ischgl. Hier setzt man auf Masse und Expansion. Viele Hotelliers finden jedoch kein Personal mehr. Es gibt kaum Wohnraum für Saisonkräfte, da jeder Quadratmeter lukrativ an Touristen vermietet wird. Stößt der Tourismus in den Alpen an seine Grenzen? Dabei geht es auch anders: Orte mittlerer Größe wie Balderschwang im Allgäu investieren in neue Konzepte für einen nachhaltigeren Tourismus.

„betrifft“ – aktuelle Themen, transparente Recherche

Die SWR Dokumentationen der Reihe „betrifft“ beleuchten aktuelle Themen gesellschaftlicher Relevanz, die ein breites Publikum ansprechen. Die Erzählhaltung bezieht Zuschauerinnen und Zuschauer in die Entstehung des Films mit ein. Recherchewege werden offengelegt und es wird thematisiert, warum gerade dieser Experte zu Wort kommt und ein anderer nicht. Auch Recherchepfade, die ins Leere laufen, können Teil des Films sein. „betrifft“ beschreibt keine Phänomene, sondern hinterfragt sie und macht Entwicklungsprozesse deutlich. Die Filme zeigen Entwicklungen auf, beziehen Standpunkt, liefern Analysen und erzählen Geschichten Einzelner.

Sendung:

„betrifft: Alpenrausch im Klimawandel – Der Ausverkauf der Berge“, Mittwoch, 8. Januar 2020, 20:15 Uhr, SWR Fernsehen

Bildergalerie: betrifft Alpenrausch

Skifahren im Grünen: Mitte Oktober eröffnet Kitzbühel seine ersten Pisten © SWR (Foto: SWR)
Skifahren im Grünen: Mitte Oktober eröffnet Kitzbühel seine ersten Pisten © SWR Bild in Detailansicht öffnen
Skifahren auf Kunstschnee bei 20 Grad zur Saisoneröffnung. © SWR Bild in Detailansicht öffnen

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