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Michael Steinbrecher spricht u. a. mit Guildo Horn, der durch Menschen mit Handicap viel für sein eigenes Leben lernt / Freitag, 17. April 2020, 22 Uhr, SWR Fernsehen

Das gesellschaftliche Leben kommt derzeit weitestgehend zum Stillstand und die Menschen vermissen echte Begegnungen – ob gesellige Familienfeier, Fußballstadion-Atmosphäre oder ein Abend mit Freunden. Manchmal trifft man Menschen, bei denen man sofort spürt, dass diese Begegnung einen Einfluss auf das eigene Leben haben wird. Auch die Umstände des Kennenlernens können dazu beitragen, dass etwas Großes entsteht: Wenn aus furchtbaren Erlebnissen oder einer schweren Krankheit zunächst eine Schicksalsgemeinschaft entsteht, die sich anschließend zu einer Freundschaft fürs Leben entwickelt. Eine Begegnung kann auch dahingehend weichenstellend sein, dass Menschen Vorurteile überdenken oder eine Bestimmung erkennen. Wie erkennt man, dass eine Begegnung die Chance hat, das Leben zu verändern? Wie gelingt es, offen dafür zu sein? Darüber spricht Michael Steinbrecher mit seinen Gästen im „NACHTCAFÉ: Besondere Begegnungen“ am Freitag, 17. April, 22 Uhr, im SWR Fernsehen.

Die Gäste im „NACHTCAFÉ“:

Guildo Horn lernt durch Menschen mit Handicap viel für sein eigenes Leben

Idole, Musiker-Kollegen oder Manager? Für Sänger Guildo Horn sind es ganz andere Begegnungen, die sein Leben geprägt haben: „Wegweisend waren für mich immer die Begegnungen mit Menschen mit geistiger Behinderung. Von ihnen habe ich viel gelernt.“ Seit er nach dem Abitur ein Soziales Jahr in einer Lebenshilfe-Werkstatt machte, ist das Engagement für Menschen mit Behinderung in zahlreichen Projekten eine feste Säule im Leben des Musikers.

Anna-Lena Gruenagel erlebte prägende Treffen mit ihrem Brieffreund im Todestrakt

„Bei der ersten Begegnung mussten wir beide sofort lachen – wie richtige Kumpel.“ Das sagt Anna-Lena Gruenagel über ihren langjährigen Brieffreund Renaldo. Dabei sind die Treffen mit ihm alles andere als gewöhnlich: Denn Renaldo sitzt seit 2008 als verurteilter Mörder im Todestrakt in Florida. Doch die 40-Jährige ist der Überzeugung, dass jeder das Recht auf menschliche Kontakte hat. Und auch für sie selbst sind diese Treffen Begegnungen, die ihr den Wert des Lebens aufzeigen.

René Volken traf während einer Nahtoderfahrung auf seine verstorbene Frau

Erst verlor René Volken nach 20 gemeinsamen Jahren seine Ehefrau Denise, dann drohte er kurz darauf durch einen Herzinfarkt ebenfalls zu sterben. In einem Nahtoderlebnis begegnete er Denise, die ihm riet: Er solle nicht lange allein bleiben. Beim Aufwachen sah der dreifache Vater eine fremde Frau – und wenig später kam es zu einer folgenreichen Begegnung. Für ihn ist klar, dass das alles kein Zufall sein kann: „Ich sage immer, Denise hat uns verkuppelt.“

Christa und Harald Hermes legten nach einer Begegnung Vorurteile ab

Seit fast 50 Jahren wohnen Christa und Harald Hermes in ihrem Hamburger Wohnblock. Als dort 2014 Geflüchtete einquartiert wurden, war das Ehepaar zunächst dagegen. Doch die persönliche Begegnung mit einer sechsköpfigen Roma-Familie führte bald zum Umdenken – und zu einer engen Freundschaft, die bis heute hält: „Wie sich das eigene Herz verändern kann. Ich habe zu wildfremden Menschen eine so herzliche Liebe entwickelt, dass ich Mutti und Oma für sie bin.“

Mario Röllig hatte eine traumatische Begegnung mit seinem ehemaligen Stasi-Vernehmer

Nach einem Fluchtversuch aus der DDR und monatelangen Verhören im Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen, gelang Mario Röllig ein Neuanfang im Westen: „Ich schaute nach vorne und nicht mehr zurück. Das Gefängnis war weit weg – bis zum 18. Januar 1999.“ Denn vor ihm stand sein ehemaliger Stasi-Vernehmer. Eingeholt von seiner Vergangenheit erlitt Röllig einen Nervenzusammenbruch und wollte sich das Leben nehmen. Bis der heute 52-Jährige lernte, sein Trauma aufzuarbeiten.

Nicole Mtawa hatte viele prägende Erlebnisse mit kranken und benachteiligten Kindern

Eigentlich studierte Nicole Mtawa Bekleidungstechnik. Doch als sie in Tansania mit der Armut und den dramatischen Nöten der Menschen konfrontiert wurde, änderte das für die junge Frau alles: „Da war bei mir sofort der Schalter für mein neues Leben umgestellt.“ Sie kehrte Deutschland den Rücken und widmet ihr Leben seither den Armen und Schwachen. So hat sie mittlerweile schon in mehreren Ländern Hilfsprojekte für pflegebedürftige Kinder aufgebaut.

Angelika Kallwass ist als Diplom-Psychologin und Psychotherapeutin tätig

Die erfahrene Psychologin Angelika Kallwass ist davon überzeugt: Menschen sind soziale Wesen, für die Begegnungen überlebenswichtig sind. „Wenn wir zu lange auf Begegnungen verzichten müssen, so wie jetzt in der Krise, dann kann das mittelfristig zu Depressivität und Aggressionen führen.“ Daher lautet der Rat der Psychotherapeutin, andere Formen der Begegnung zu finden.

„NACHTCAFÉ“ – anspruchsvoller Talk auf Augenhöhe

Das „NACHTCAFÉ“ ist seit Jahrzehnten eine der erfolgreichsten Talkshows im deutschen Fernsehen. Jeden Freitagabend begrüßt Moderator Michael Steinbrecher Menschen mit besonderen Lebensgeschichten, darunter auch Prominente und Experten, um sich gemeinsam mit ihnen mit einem Thema auseinanderzusetzen.

Die Aufzeichnungen des „NACHTCAFÉS“ finden vorerst unter geänderten Bedingungen statt: Die Studiogäste werden teilweise zugeschaltet. Generell hat sich der SWR dafür entschieden, bis Ende April aufgrund der Corona-Krise und der Vorgaben der Gesundheitsbehörden sowie der Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts sämtliche Studioproduktionen ohne Publikum durchzuführen.

Sendung

„NACHTCAFÉ: Besondere Begegnungen“ am Freitag, 17. April 2020, 22 Uhr im SWR Fernsehen

Michael Steinbrecher © SWRPeter A. Schmidt (Foto: SWR, Peter A. Schmidt)
Michael Steinbrecher © SWR/Peter A. Schmidt Peter A. Schmidt

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