Leuchtlogo am SWR Gebäude in Stuttgart (Foto: SWR, Jürgen Pollak)

Kritik am SWR

Sonderausgabe von SWR Podcast „Sack Reis – was geht dich die Welt an“ geplant

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Der SWR plant in seinem Auslandspodcast „Sack Reis – was geht dich die Welt an?“ erneut die aktuelle Lage in Bosnien-Herzegowina zu thematisieren. Damit reagiert der Sender auf Kritik an einer Folge mit dem Titel „Kurz vor Krieg? Der zerbrechliche Frieden in Bosnien-Herzegowina“. Diese Folge, so die Kritik, soll u.a. den Genozid an Bosniaken geleugnet haben.

Nachdem dem SWR in einem Artikel des Medienmagazins „journalist“ vorgeworfen wurde, in einer Folge des Podcasts „Sack Reis – was geht dich die Welt an?“ einer Interviewpartnerin Raum geboten zu haben, den Genozid von Srebrenica zu leugnen oder zumindest zu relativieren, plant der SWR eine journalistische Auseinandersetzung mit den Vorwürfen.

Die bosnische Publizistin Melina Borčak hatte unter anderem kritisiert, die Podcast-Folge vom 24.3.2022 habe einer Interviewpartnerin die Möglichkeit geboten, den Genozid an Bosniaken im Jahr 1995 bei Srebrenica zu leugnen oder zu relativieren. Diesem Kriegsverbrechen fielen mehr als 8.000 Menschen zum Opfer. Zur geplanten Sonderausgabe soll Melina Borčak eingeladen werden. „Gerade weil wir mit ihr darin übereinstimmen, dass dieser Genozid ein historischer Fakt ist und deshalb nicht als Meinungsäußerung gelten darf, wird die Redaktion mit Frau Borčak das Gespräch suchen“ betont Fritz Frey, 1. Chefredakteur des SWR. „Dieser Punkt ist uns insbesondere mit Blick auf die Opfer sehr wichtig und deshalb können wir die Kritik an der Berichterstattung so nicht stehen lassen.“

Kontext der kritisierten Äußerungen: Aufkeimender Nationalismus

Bei der fraglichen Folge des Podcasts stand im Mittelpunkt, was die Ursachen für den aufkeimenden serbischen Nationalismus auch bei jüngeren Menschen in der Republika Srpska sein könnten und inwiefern dies eine schwelende Kriegsgefahr für die Region darstellt. Es wurde thematisiert, inwiefern die zum Teil nicht stattfindende Aufarbeitung der Vergangenheit, wie z. B. zu den Kriegsverbrechen an Bosniaken, dazu führt, dass der Konflikt wieder aufbricht. Dabei hat die Host des Gesprächs, Merve Kayikci, die Aussagen der Interviewpartnerin eingeordnet und ihr im Gesprächsverlauf mehrfach widersprochen. Somit wurde über eine subjektive Ansicht berichtet, aber der SWR hat sich mit diesen Aussagen zum Genozid in Srebrenica zu keinem Zeitpunkt gemein gemacht.

Konzept: Raum für subjektive Ansichten, aber journalistische Einordnung

Der Podcast „Sack Reis – Was geht dich die Welt an?“ lässt junge Menschen aus anderen Ländern im Gespräch mit SWR Hosts zu Wort kommen und bietet subjektive Einblicke in den Alltag junger Menschen aus dem Ausland. Teil des redaktionellen Konzepts ist, dass diese Gespräche auch kontrovers sein können und aktuelle Diskurse und Streitpunkte offengelegt werden. Dies jedoch nicht ohne journalistische Einordnung und Kontext.

Mehr zum Thema

Der Podcast ist unter anderem in der ARD Audiothekzu hören:

Alle Folgen von „Sack Reis“ finden sich auch hier:

Die Folgen sind auch mit Originalton verfügbar:

Leuchtlogo am SWR Gebäude in Stuttgart (Foto: SWR, Jürgen Pollak)
Leuchtlogo am SWR Gebäude in Stuttgart. © SWR/Jürgen Pollak Jürgen Pollak

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Podcast Sack Reis - Folgen im Originalton

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SWR