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Dokumentation erst durch vorzeitige Aufhebung der Sperrfrist für Akten möglich / Montag, 17.05.2021 um 23:35 Uhr in Geschichte im Ersten

Rastatt, im Frühjahr 1946: Das Tribunal Général der französischen Besatzungszone wird eröffnet. Während der nächsten drei Jahre finden vor dem Gericht im Ahnensaal des Rastatter Schlosses 235 Prozesse statt. 2130 Mal wird Anklage erhoben, hauptsächlich gegen das Personal der NS-Lager auf dem Gebiet der französischen Besatzungszone. Damit gehören die Rastatter Prozesse zu den größten alliierten Kriegsverbrecherprozessen nach dem Zweiten Weltkrieg. Nachdem die 100-jährige Sperrfrist vorzeitig aufgehoben wurde, konnten die Geschehnisse im Gerichtssaal nachvollzogen werden. Die 45-minütige Doku „Die Rastatter Prozesse“ von Judith Voelker wird am 17.05.2021 um 23:35 Uhr im Ersten gezeigt und ist danach für 90 Tage in der ARD-Mediathek abrufbar (eine 90-minütige Fassung des Films wird am 4.5. um 20:15 Uhr auf ARTE erstausgestrahlt).


Trotz ihres gewaltigen Ausmaßes sind die Rastatter Prozesse weitgehend in Vergessenheit geraten. Das liegt nicht nur an der 100-jährigen Sperrfrist, der die Gerichtsakten bis vor kurzem unterlagen, sondern auch daran, dass die Verfahren jahrzehntelang im Schatten der großen Nürnberger Prozesse standen. Nachdem die Sperrfrist vorzeitig aufgehoben wurde, waren große Teile der Prozessakten zum ersten Mal einsehbar. Zusammen mit den wertvollen Nachlässen von Prozessbeteiligten gewährten sie einen besonderen Blick auf das Geschehen im Gerichtssaal und ermöglichten es, den Verlauf der Prozesse zu rekonstruieren. Damit konnte diesem wichtigen, aber vergessenen Kapitel der deutsch-französischen Nachkriegsgeschichte eine Dokumentation gewidmet werden.

Spielszenen am Originalschauplatz

Im Mittelpunkt des Films stehen aufwändige Spielszenen, die auf den Gerichtsprotokollen beruhen und am Originalschauplatz im Ahnensaal des Rastatter Schlosses gedreht wurden. Sie zeigen exemplarisch ausgewählte Prozesse und die daran Beteiligten wie den französischen Staatsanwalt Joseph Granier sowie die junge deutsche Pflichtverteidigerin Helga Kloninger. Neben selten gesehenem Archivmaterial fördern Historiker*innen Zeugnisse und historisches Beweismaterial aus den Gerichtsakten zutage und ordnen das Geschehen im Gerichtssaal ein.


Produktion

„Die Rastatter Prozesse“ ist eine Produktion von moving story productions im Auftrag von SWR/SR/ARTE, gefördert mit Mitteln der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg.

Sendung

„Die Rastatter Prozesse – Kriegsverbrecher vor Gericht“
am 17.05.2021 um 23:35 Uhr im Ersten,
danach für 90 Tage in der ARD-Mediathek abrufbar.
Eine 90-minütige Fassung wird am 4.5. um 20:15 Uhr auf ARTE erstausgestrahlt.

Chefankläger (Regierungskommissar) Granier in Rastatt Militärtribunal). © SWRLandratsamt Zollernalbkreis (Foto: SWR, Landratsamt Zollernalbkreis)
Chefankläger (Regierungskommissar) Granier in Rastatt Militärtribunal). © SWR/Landratsamt Zollernalbkreis Landratsamt Zollernalbkreis Bild in Detailansicht öffnen
Chefankläger Joseph Granier. © SWR/moving story media/Hans Jakobi moving story media/Hans Jakobi Bild in Detailansicht öffnen
Chefankläger Joseph Granier - in der Vorbereitung eines Prozesses. © SWR/moving story media/Hans Jakobi moving story media/Hans Jakobi Bild in Detailansicht öffnen
Verteidigerin Helga Kloninger und Chefankläger Joseph Granier - in einer Verhandlungspause. © SWR/moving story media/Hans Jakobi moving story media/Hans Jakobi Bild in Detailansicht öffnen
Der leitende Staatsanwalt Joseph Granier (Hendrik Heutmann) präsentiert Beweismittel. © SWR/Hans Jakobi/moving story media Hans Jakobi/moving story media Bild in Detailansicht öffnen
Der Angeklagte Nikolaus Drokur (Conrad F. Geier) während einer Verhandlung zum Gestapolager „Neue Bremm“. © SWR/Hans Jakobi/moving story media Hans Jakobi/moving story media Bild in Detailansicht öffnen
Reporter Theo Kemper auf Recherche. © SWR/moving story media/Hans Jakobi moving story media/Hans Jakobi Bild in Detailansicht öffnen
Verteidigerin Helga Kloninger. © SWR/moving story media/Hans Jakobi moving story media/Hans Jako Bild in Detailansicht öffnen

Pressekontakt

Daniela Kress

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