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Markus Freistätter als Erik(a) Schinegger im Spielfilm von Reinhold Bilgeri

„Einer wie Erika“ erzählt vom außergewöhnlichen und ergreifenden Weg des österreichischen Skirennfahrers Erik Schinegger, der sein Leben als Mädchen begann. In der Titelrolle der gefeierten Abfahrtsläuferin Erika ist Markus Freistätter zu sehen. In weiteren Rollen spielen Cornelius Obonya, Marianne Sägebrecht, Ulrike Beimpold und Harald Schrott. Inszeniert wurde der Film von Reinhold Bilgeri nach einem Drehbuch von Dirk Kämper. „Einer wie Erika“, eine Produktion von Lotus Film und Zeitsprung Pictures mit ORF und SWR, wird am Mittwoch, 25.11.2020 um 20:15 Uhr im Ersten ausgestrahlt.

Eine Geschichte aus dem Leben über einen Mann, der Weltmeisterin wurde

Von Kindheit an ist Erika Schinegger vom Skifahren fasziniert. Als Jugendliche fährt sie die ersten Rennen, das muskulöse, hochgewachsene Teenager-Mädchen fährt dabei meist auch den Buben davon. Nach einigen erfolgreichen Wettkämpfen steigt Erika nach dem Willen des Verbandes voll in den Weltcupzirkus ein. Eine große Skifirma nimmt sie unter Vertrag, denn: „Schön is sie net, aber schnell is sie halt!“. 1966 beklatscht ganz Österreich die frischgebackene Weltmeisterin in der Damen-Abfahrt. Nach der triumphalen Rückkehr in die Heimat wird Erika von einem Empfang zum nächsten gereicht und mit Geschenken überhäuft. Nächste große Station: Die olympischen Spiele in Grenoble 1968. Erika ist gesetzt. Aufgrund organisierten Hormonmissbrauchs unter den Ostblock-Sportlerinnen führt man vor diesen Spielen erstmals Tests zur Geschlechtsbestimmung durch. Und von einem Moment auf den anderen wird Erikas Welt komplett auf den Kopf gestellt: Die Chromosomenauswertung ist eindeutig – E. Schinegger ist männlich. Die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer, Presse und Öffentlichkeit sind außer sich. Und das System, das Erika erst ins Rampenlicht gezerrt hat, zeigt nun schnell, aus welchem Holz es wirklich geschnitzt ist: Erika wird, ohne dass man ihr sagt, was eigentlich los ist, in einem Krankenhaus kaserniert. Sie wird genötigt, „freiwillig“ aus der Nationalmannschaft auszuscheiden. Mit einer „völlig unkomplizierten Operation“ soll sie sich endgültig zur Frau machen lassen und damit wieder renntauglich in der Frauenmannschaft werden. Es braucht beherzte Helfer, damit Erika die Wahrheit endlich klar wird und sie zu ihrem richtigen Körper findet. Denn sie ist ein Mann, Penis und Hoden sind vollständig vorhanden, allerdings ins Körperinnere gestülpt. Nach einer vergleichsweise einfachen Operation kann er als Erik weiterleben. Doch in einer Zeit, in der alles, was Gender-Grenzen zu bedrohen scheint, tabuisiert wird, hat es der junge Mann doppelt schwer, zu seiner neuen Identität zu finden.

„Einer wie Erika“

„Einer wie Erika“ ist eine Produktion der Lotus Film und Zeitsprung Pictures in Koproduktion mit SWR und ORF. Produzenten sind Tommy Pridnig, Peter Wirthensohn, Michael Souvignier und Till Derenbach, die Redaktion liegt bei Michael Schmidl, SWR, und Heinrich Mis, ORF. Gefördert vom Österreichischen Filminstitut, Filmstandort Austria, Filmfonds Wien, Carinthia Film Commission, Land Kärnten Kultur und dem FilmFernsehFonds Bayern.

Sendung

„Einer wie Erika“, Mittwoch, 25. November 2020 um 20:15 Uhr im Ersten und Online first ab 23.11.2020 in der ARD Mediathek.

Bildergalerie: Einer wie Erika

Markus Freistätter (Erika), Franz Weichenberger (Bürgermeister) (Foto: SWR)
Markus Freistätter (Erik/a), Franz Weichenberger (Bürgermeister). © SWR/ORF/Lotus Film/Zeitsprung Pictures/Felipe Kolm Bild in Detailansicht öffnen
Schon als kleines Mädel ist Erika (Lina-Sophie Koch) von Geschwindigkeit fasziniert und will lieber selbst Seifenkistenrennen fahren als anderen zuzujubeln. © SWR/ORF/Lotus Film/Zeitsprung Pictures/Felipe Kolm ORF/Lotus Film/Zeitsprung Pictures/Felipe Kolm Bild in Detailansicht öffnen
Eine Hormonuntersuchung hat gezeigt, dass Erika Schinegger die Anlage zum Mann in sich trägt. Da die Honoratioren Dr. Losbach (Helmut Bohatsch, links), Dr. Fischer (Cornelius Obonya) und Dr. Ramsauer (Johannes Seilern, rechts) vom Skiverband Angst vor einer Blamage haben, setzen sie Erika (Markus Freistätter, von hinten) massiv unter Druck, sich vollends zur Frau operieren zu lassen. © SWR/ORF/Lotus Film/Zeitsprung Pictures/Ioan Gavriel ORF/Lotus Film/Zeitsprung Pictures/Ioan Gavriel Bild in Detailansicht öffnen
Erika (Markus Freistätter) soll unterschreiben, dass sie auf das Fahren von Skirennen verzichtet und auch in Zukunft als Frau leben wird. © SWR/ORF/Lotus Film/Zeitsprung Pictures/Ioan Gavriel ORF/Lotus Film/Zeitsprung Pictures/Ioan Gavriel Bild in Detailansicht öffnen

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