„Elternschule“: Alltag auf der Station. © SWRJörg Adolph (Foto: SWR)

Wenn nichts mehr hilft Dokumentarfilm „Elternschule“ am 3. Juli um 22:45 Uhr im Ersten

Für den deutschen Filmpreis nominierter Dokumentarfilm über Familien in Ausnahmesituationen und eine Therapieform

Die Kino-Koproduktion „Elternschule“ von Jörg Adolph und Ralf Bücheler begleitet Kinder und ihre völlig erschöpften Eltern durch ihre Zeit in der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen, Abteilung „Pädiatrische Psychosomatik“. Hier werden chronische Krankheiten behandelt: Neurodermitis, Asthma, Allergien, Schlaf- und Essstörungen sowie Verhaltensauffälligkeiten. Dieser Ort ist für viele von ihnen eine letzte Hoffnung, einen Weg aus einem Alltag zu finden, der von chronischem Stress bestimmt wird. Eltern und Kinder bekommen die Möglichkeit, sich neu kennenzulernen und finden oft erst hier heraus, dass es einen Ausweg geben kann. „Elternschule“ wird am 3. Juli um 22:45 Uhr im Ersten gezeigt.

Ausnahmezustand

Kinder im chronischen Stress: Laura schreit 14 Stunden am Tag. Anna kämpft mit ihrer Mutter um alles. Lucy hat noch keine Nacht durchgeschlafen. Joshua wird schnell wütend und beruhigt sich nicht mehr. Mohammed Ali kratzt sich blutig, schläft kaum und jammert den ganzen Tag. Felix trinkt nur Milch, die er gleich wieder erbricht. Zahra isst überhaupt nichts mehr, außer Pommes und Chicken Nuggets. Sie alle kommen mit ihren erschöpften Eltern in die Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen, Abteilung „Pädiatrische Psychosomatik“. Mindestens drei Wochen lang bleiben Eltern und Kinder in der Klinik und durchlaufen ein umfassendes Programm: Schlaftraining, Esstraining, Verhaltenstraining, Psychotherapie und Erziehungscoaching. Die Behandlung ist ganzheitlich, d. h. es geht hier nicht nur um die Symptome der Kinder, sondern um das gesamte Beziehungsgeflecht der Familie – und um das Verhalten der Eltern. Aber das wird den Betroffenen erst nach und nach klar.

Therapieform

Der Psychologe Dietmar Langer hat dieses Programm entwickelt – zusammen mit einem Team aus Ärzten, Therapeuten und Pflegekräften. Seit 30 Jahren erforscht er die Zusammenhänge zwischen Stress, Erziehung und chronischer Krankheit. Regelmäßig steht Dietmar Langer an einer Schultafel vor Eltern und erklärt: Was brauchen Kinder von Erwachsenen – und was nicht? Welche Entwicklungsschritte durchlaufen sie? Und was können Eltern tun, damit aus Kindern starke, gesunde und zufriedene Erwachsene werden?

Zum Film

Begleitet werden Kinder und Eltern durch ihre Zeit in der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen vom Aufnahmegespräch bis zur Nachsorge, ein halbes Jahr nach der Entlassung. Das Publikum erlebt das emotionale Auf und Ab einer stationären Behandlung. In dieser Zeit wird nicht nur den Kindern einiges abverlangt – vor allem sind die Eltern gefordert. Sie nehmen Abschied von festgefahrenen Verhaltensmustern und lernen ihre Kinder neu kennen. Gezeigt werden Fortschritte, Rückschläge – und Heilung.

Produktion

Elternschule ist ein Film von Jörg Adolph und Ralf Bücheler, if. Productions: Ingo Fliess, Verleih Zorro Film. Redaktion beim SWR hat Eva Witte. Gefördert wurde der Film vom Filmfernsehfonds Bayern (FFF), von BKM – Kulturelle Filmförderung der Bundesregierung und vom Deutschen Filmförderfonds (DFFF).

„Elternschule“: Alltag auf der Station. © SWRJörg Adolph (Foto: SWR)
„Elternschule“: Alltag auf der Station. © SWR/Jörg Adolph

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