Nachtcafé-Moderator Michael Steinbrecher © SWRTom Oettle (Foto: SWR, SWR/Tom Oettle)

Talk „Nachtcafé: Folgenreiche Irrtümer“

Michael Steinbrecher spricht u. a. mit Kathrin Schwarzenbacher, die fälschlicherweise die Diagnose Lymphdrüsenkrebs bekam / Freitag, 14. Februar 2020, 22 Uhr, SWR Fernsehen

Fehler möchte niemand machen – trotzdem kommen sie häufig vor. Meist sind Fehlgriffe schnell korrigiert, doch es kann auch anders kommen. Was passiert, wenn die Fehler anderer Menschen das ganze Leben auf den Kopf stellen? Ob ein Patient, der nach einer falschen Diagnose lebenslang an den Rollstuhl gefesselt ist oder eine Nachbarin, die durch einen Justizirrtum seit Jahren unschuldig hinter Gittern sitzt. Auch vertauschte Kinder, die nach der Geburt den falschen Eltern mitgegeben werden, müssen unfreiwillig mit den Konsequenzen eines unbeabsichtigten Fehlers leben. Irrtümer können aber auch zu unverhofftem Glück, Reichtum oder Erfolg führen. Wer versehentlich in die falsche U-Bahn einsteigt und dort seine große Liebe kennenlernt, ist rückblickend froh über sein Missgeschick. Wie geht man mit der Schuld nach einer Fehleinschätzung um? Können Betroffene besser verzeihen, wenn sie wissen, dass es sich um ein Versehen gehandelt hat? Darüber spricht Michael Steinbrecher mit seinen Gästen im „Nachtcafé: Folgenreiche Irrtümer“ am Freitag, 14. Februar, 22 Uhr, im SWR Fernsehen.

Die Gäste im „Nachtcafé“:

Kathrin Schwarzenbacher bekam fälschlicherweise die Diagnose Lymphdrüsenkrebs

Kathrin Schwarzenbacher war 27 Jahre alt, als sie von ihrem Hausarzt die Schockdiagnose Lymphdrüsenkrebs erhielt. Eine Klinik bestätigte den Anfangsverdacht – damit begann für die Flugbegleiterin ein langer Leidensweg mit sechs Chemotherapien, starken Schmerzen und täglicher Todesangst. Bis einem jungen Mediziner Zweifel kamen: „Es stellte sich heraus: Nur die Lymphknoten waren angeschwollen. Für diese fatale Fehldiagnose hat sich nie jemand beim mir entschuldigt“, so die Salzburgerin.

Anja Keinath unterstützte ein vermeintliches Vergewaltigungsopfer, bis Zweifel kamen

Fünf Jahre Haft – das war das Urteil für einen Lehrer, den eine Kollegin der Vergewaltigung beschuldigte. Die damalige Frauenbeauftragte Anja Keinath unterstützte das vermeintliche Opfer und begleitete die Frau während Gerichtsverhandlungen: „Ich konnte mir nicht vorstellen, dass diese Person lügt.“ Bis ihr Zweifel kamen und sie für die Wiederaufnahme des Verfahrens kämpfte. Der falsch Beschuldigte musste jedoch seine Strafe voll absitzen und starb kaum ein Jahr nach seinem nachträglichen Freispruch.

Ferdinand Freiherr von Wiedersperg-Leonrod wurde versehentlich angeschossen

Ein tragischer Irrtum hat Ferdinand Freiherr von Wiedersperg-Leonrod bei einem Jagdausflug fast das Leben gekostet. Ein Jäger verwechselte den damals 55-Jährigen mit einem Wildschwein und traf ihn in den Bauch: „Ich habe mir sofort gedacht: Das überlebe ich nicht. Ich weiß ja, was so ein Geschoss beim Wild anrichtet.“ Nur durch eine mehrstündige Notoperation konnte er gerettet werden. Bis heute bestimmen die gesundheitlichen Folgen des Schusses seinen Alltag.

Sabrina Trautwein verlor ihren Sohn durch eine Geisterfahrerin

Sabrina Trautweins 20-jähriger Sohn war vor drei Jahren mit seinem Freund in der Nähe von Schwäbisch Gmünd auf der Bundesstraße unterwegs, als den beiden eine Geisterfahrerin entgegenkam und frontal in ihren Wagen prallte: „Die Frau hatte irrtümlicherweise die falsche Auffahrt genommen – dies wurde für meinen Sohn zum tödlichen Verhängnis“, so die Mutter.

Sabine Lahme fand ihr Liebesglück durch einen Irrtum beim Lesen eines Zeitungsinserates

Dass ein kleiner Irrtum auch zur großen Liebe führen kann, zeigt der Fall von Sabine Lahme. Es war eine Zeitungsannonce in der Lokalzeitung, die sie neugierig machte. Ein einziger Buchstabe sorgte dafür, dass aus einem zunächst uninteressanten Inserat plötzlich eine hochinteressante Anzeige wurde. Hinter der Chiffreanzeige verbarg sich Michael, mit dem sie heute glücklich verheiratet ist: „Wenn ich richtig gelesen hätte, dann hätte ich ihm nie im Leben geantwortet.“

Prof. Dr. Joachim Bauer ist als Psychotherapeut und Neurowissenschaftler tätig

„Sich zu irren, gehört zum Leben dazu“, so Prof. Dr. Joachim Bauer. Jeder liegt mal daneben, doch auch schon kleine Fehleinschätzungen können gravierende Auswirkungen haben. Der Psychotherapeut und Neurowissenschaftler weiß, welche Auswirkungen falsch gezogene Schlüsse auf unser Selbstvertrauen haben und, was es für Betroffene bedeutet, Opfer eines folgenschweren Irrtums geworden zu sein. 

„Nachtcafé“ – anspruchsvoller Talk auf Augenhöhe

Das „Nachtcafé“ ist seit Jahrzehnten eine der erfolgreichsten Talkshows im deutschen Fernsehen. Jeden Freitagabend begrüßt Moderator Michael Steinbrecher Menschen mit besonderen Lebensgeschichten, darunter auch Prominente und Experten, um sich gemeinsam mit ihnen mit einem Thema auseinanderzusetzen.

Sendung

„Nachtcafé: Folgenreiche Irrtümer“ am Freitag, 14. Februar 2020, 22 Uhr im SWR Fernsehen

Bildergalerie: „Nachtcafé“

Michael Steinbrecher © SWRAlexander Kluge (Foto: SWR, Alexander Kluge)
Michael Steinbrecher © SWR/Alexander Kluge Alexander Kluge Bild in Detailansicht öffnen
Michael Steinbrecher. © SWR/Tom Oettle ard-foto s1 SWR/Tom Oettle Bild in Detailansicht öffnen
Michael Steinbrecher. © SWR/Tom Oettle ard-foto s1 SWR/Tom Oettle Bild in Detailansicht öffnen
Michael Steinbrecher. © SWR/Alexander Kluge ard-foto s1 SWR/Alexander Kluge Bild in Detailansicht öffnen
Michael Steinbrecher © SWR/Tom Oettle Tom Oettle Bild in Detailansicht öffnen
Studioatmosphäre im Alten E-Werk Baden-Baden. © SWR/Alexander Kluge Alexander Kluge Bild in Detailansicht öffnen
Michael Steinbrecher © SWR/Tom Oettle Tom Oettle Bild in Detailansicht öffnen
Michael Steinbrecher © SWR/Peter A. Schmidt Peter A. Schmidt Bild in Detailansicht öffnen
Michael Steinbrecher © SWR/Baschi Bender Bild in Detailansicht öffnen
Michael Steinbrecher © SWR/Peter A. Schmidt Peter A. Schmidt Bild in Detailansicht öffnen

Pressekontakt

Grit Krüger

E-Mail:
grit.krueger@SWR.de

Bildkommunikation

Telefon 07221 929 26868
E-Mail:
foto@SWR.de
STAND