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Talk „Nachtcafé: Familientragödien“

Michael Steinbrecher spricht u. a. mit Anette Lehmann, deren Tochter grausam ermordet wurde / Freitag, 3. Mai 2019, 22 Uhr, SWR Fernsehen

Niemand kann sich seine Familie aussuchen. Sie kann ein Nest mit Geborgenheit und Liebe sein, doch hinter der glücklichen Fassade können sich unfassbare Tragödien abspielen. Ob eine verzweifelte Mutter, die aus Panik vor der Trennung ihren Mann und ihre Kinder tötet oder ein schwerer Verkehrsunfall, der die Tochter plötzlich zum Pflegefall macht. Auch eine Erbschaft oder die Insolvenz des Familienunternehmens können einen Keil zwischen die Familienmitglieder treiben. Wenn Kinder spurlos verschwinden, beginnt nicht nur ein Wettlauf gegen die Zeit, sondern auch der zermürbende Umgang mit der Ungewissheit. Jeder verarbeitet die Achterbahn der Gefühle zwischen Hoffnung und Verzweiflung anders. Darüber spricht Michael Steinbrecher mit seinen Gästen im „Nachtcafé: Familientragödien“ am Freitag, 3. Mai, 22 Uhr, im SWR Fernsehen.

Die Gäste im „Nachtcafé“:

Anette Lehmanns Tochter wurde grausam ermordet

Gerade mal 17 Jahre alt war Denise, als sie auf brutalste Weise erschlagen wurde. Was genau in der Nacht geschah, wird ihre Mutter Anette Lehmann wohl nie erfahren, denn der Täter schweigt bis heute. Auch nach elf Jahren vergeht kein Tag, an dem sich die Eltern nicht mit der Frage nach dem Warum quälen. Das Ehepaar verarbeitet den Tod auf unterschiedliche Weisen: „Mein Mann trauert anders als ich, dadurch kommt es immer wieder zu Konflikten.“

Johann Traber erlebte die Insolvenz des Familienunternehmens

Johann Traber stammt aus einer Artistendynastie – die Hochseilauftritte waren immer ein Spiel mit dem Tod. 2006 stürzte sein Sohn bei einem spektakulären Auftritt in 52 Metern Höhe. Der junge Artist überlebte schwer verletzt, doch es folgte ein weiterer Schicksalsschlag. Auch finanziell ging es mit dem Familienunternehmen abwärts. „Egal, was ist – wir halten immer zusammen“, so der 66-Jährige, der heute an einem Marktstand Fischbrötchen verkauft.

Randi Dohrins Sohn war nach einem Unfall an den Rollstuhl gefesselt

Tanzen war sein Leben: Sven träumte von großen Rollen auf der Bühne, doch ein Autounfall beendete die vielversprechende Ballett-Karriere von Randi Dohrins Sohn. Aufgeben war nie eine Option. 25 Jahre lang ertrug er klaglos sein schweres Schicksal im Rollstuhl: „Später wurde ihm auch noch ein Arm amputiert“, so die Gesangslehrerin. Im Juni 2018 musste die Mutter allerdings für immer Abschied von ihrem Sohn nehmen.

Reinhard Martin nahm einen verwaisten Jungen bei sich auf

Reinhard Martin war einer der ersten an der Unglücksstelle, als am späten Abend des 1. Juli 2002 zwei Flugzeuge bei Überlingen am Bodensee kollidierten. 71 Menschen starben – darunter auch die alleinerziehende Mutter des damals 12-jährigen Dimitri, die als Stewardess an Bord gewesen war. Der Polizist zögerte nicht lange und gab dem Jungen ein neues Zuhause: „Das war damals eine gute Bauchentscheidung“, so der 57-Jährige heute.

Theresia Rohr-Steinmann wurde durch Zwangsmaßnahmen von ihrer Familie getrennt

Theresia Rohr-Steinmann war erst zwei Jahre alt, als ihre Mutter bei der Geburt ihres achten Kindes starb. Für die Schweizerin der Beginn einer furchtbaren Odyssee. Als sogenanntes Verdingkind wurde sie in den Fünfzigerjahren durch behördliche Zwangsmaßnahmen an Bauern und Handwerker vermittelt. Dort erwartete das junge Mädchen harte Arbeit, Gewalt und Ausbeutung. Diese Zeit des Leidens prägt ihr Leben bis heute: „Es hat mir im Herzen wehgetan, denn ich hatte auch all die Jahre keinen Kontakt zu meinen Geschwistern.“

Prof. Michael Wirsching ist als Familientherapeut tätig

Ein folgenreicher Unfall, der Tod eines geliebten Menschen oder ein großer finanzieller Einbruch – durch solch einschneidende Ereignisse wird die Familie plötzlich einer harten Belastungsprobe ausgesetzt. Den einen gelingt es, sich gegenseitig in dieser schweren Situation Kraft und Halt zu geben, andere Familien wiederum zerbrechen daran. „Solche Tragödien können eine generationsübergreifende Wirkung haben“, weiß Familientherapeut Prof. Michael Wirsching.

„Nachtcafé“ – anspruchsvoller Talk auf Augenhöhe

Das „Nachtcafé“ ist seit Jahrzehnten eine der erfolgreichsten Talkshows im deutschen Fernsehen.

Jeden Freitagabend begrüßt Moderator Michael Steinbrecher Menschen mit besonderen Lebensgeschichten, darunter auch Prominente und Experten, um sich gemeinsam mit ihnen mit einem Thema auseinanderzusetzen.

Sendung

„Nachtcafé: Familientragödien“ am Freitag, 3. Mai 2019, 22 Uhr im SWR Fernsehen

Bildergalerie: „Nachtcafé“

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