Jean-Claude Juncker und Angela Merkel am 23.09.2015. © SWREuropean UnionZucchi Enzo (Foto: SWR, European Union/Zucchi Enzo)

Dokumentation Machtpoker und diplomatische Abgründe

„Das Europa-Drama: Hinter den Kulissen der Macht“ (SWR/RBB) von Norma Percy am Mittwoch, 1. Mai 2019, 22:45 Uhr im Ersten

Was passiert, wenn sich die Türen hinter den Mächtigen Europas beim Gipfeltreffen schließen, wenn die Kameras draußen bleiben müssen, wenn Angela Merkel sich in der nächtlichen Pause mit dem französischen Präsidenten oder dem britischen Premierminister zurückzieht – welche Dramen, welche Zerreißproben spielen sich in den Brüsseler Hinterzimmern ab? Wie agieren die Mächtigen im Sog der Katastrophen? Das zeigt „Das Europa-Drama: Hinter den Kulissen der Macht“ (SWR/RBB). Der Dokumentarfilm der preisgekrönten Regisseurin Norma Percy enthüllt die erbitterten Machtpoker, die diplomatischen Abgründe, die Getriebenheit und die persönlichen Kämpfe und Niederlagen, die hinter den großen Umbrüchen des heutigen Europas stehen. Der Film blickt auf die dramatische Zeit der großen Krisenjahre. Er spannt den Bogen von der Euro- und der Flüchtlingskrise, dem Erstarken populistischer und nationalistischer Bewegungen bis zum verhängnisvollen Brexit, der Europa noch lange beschäftigen wird. Sendung ist am 1. Mai um 22:45 Uhr im Ersten.

Dauer

Blick hinter geschlossene Türen

Im Film geben Präsidenten und Premierminister, Kanzler und Kommissare wie Nicolas Sarkozy, Jean-Claude Juncker, Wolfgang Schäuble, Matteo Renzi, Francois Hollande und Donald Tusk nie gesehene Einblicke in das, was in den entscheidenden Jahren der EU-Krise passierte und kaum nach außen drang: Wer hat mit wem Allianzen geschmiedet, sie wieder gebrochen und neue Deals verhandelt, wer konnte Angela Merkel zum Weinen bringen und welcher EU-Politiker hat Alexis Tsipras so unter Druck gesetzt, dass er am Abend seines Referendum-Sieges doch kleinlaut nachgeben musste? Welche geheimen Absprachen gab es zwischen Sarkozy und Merkel? Wie kam es dazu, dass sich David Cameron für seinen Machterhalt gegen jede Vernunft für den Brexit entschieden hat?

Shakespearesche Dramen

Alle wurden vor neue Herausforderungen gestellt – die, die an Europa glauben und die, die es ins Wanken bringen. Wie in Shakespeares Dramen geht es um Eitelkeiten und um Machtkampf, um Ängste und Nervenkitzel, um Druck und Gegendruck – und immer sind die Akteure getrieben von der Notwendigkeit schneller Entscheidungen, oft nachts gefällt, nach stundenlangem, ermüdendem Taktieren.

Der menschliche Faktor

In den Hinterzimmern der Macht spielen sich Szenen ab, die menschlicher und dramatischer nicht sein können: „Da habe ich das erste Mal Angst in seinen Augen gesehen“, sagt Tusk über Cameron. Sarkozy konfrontiert Berlusconi: „Du bist das Problem deines Landes. Du musst zurücktreten“. Renzi beschimpft Angela Merkel: „Das ist die dümmste Entscheidung, die man treffen kann“. Hollande ruft Tsipras noch in der Nacht seines größten Erfolges an: „Du hast gewonnen, aber Griechenland hat verloren“. Und Juncker sagt am Ende des Films über den Brexit: “Es war ein dunkler Schatten, der sich über die Europäische Union legte“. „Das Europa-Drama“ liefert eine mitreißende und brisante Geschichte, die zeigt, wie Politik von Menschen gemacht wird und wieviel Drama darin steckt.

Produktion

„Das Europa-Drama“ ist eine Koproduktion von Brook Lapping Productions in Zusammenarbeit mit Les Films d’ici und Looksfilm für die BBC in Zusammenarbeit mit Smithsonian Networks France, France Télévisions, Südwestrundfunk, Rundfunk Berlin-Brandenburg

Bildergalerie: Das Europa Drama. Hinter den Kulissen der Macht

David Cameron, Angela Merkel und Nicolas Sarkozy, 25.03.2011. © SWRZucchi Enzo (Foto: SWR, Zucchi Enzo)
David Cameron, Angela Merkel und Nicolas Sarkozy, 25.03.2011. © SWR/Zucchi Enzo Zucchi Enzo Bild in Detailansicht öffnen
Donald Tusk (li.) trifft den britischen Premierminister David Cameron am 31.Januar 2016. © SWR/European Council/Jack Taylor European Council/Jack Taylor Bild in Detailansicht öffnen
Angela Merkel, 18.12.2014. © SWR/Christos DOGAS Christos DOGAS Bild in Detailansicht öffnen
Jean-Claude Juncker und Angela Merkel am 23.09.2015. © SWR/European Union/Zucchi Enzo European Union/Zucchi Enzo Bild in Detailansicht öffnen
Angela Merkel (l.), Jean-Claude Juncker (M.) und David Cameron (r.) am 23.09.2015. © SWR/European Union/Zucchi Enzo European Union/Zucchi Enzo Bild in Detailansicht öffnen

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