Leerstehendes, verfallenes Haus an der Hauptstraße eines kleinen Ortes, welcher ein Jahr lang von "betrifft" begleitet wurde. © SWR (Foto: SWR)

Dokumentationen Zwei SWR Dokus sehen hin: überfüllte Großstädte und leere Dörfer

„betrifft: Hat das Landleben Zukunft? Wie Dörfer ums Überleben kämpfen“ und „Leben in der Stadt – Wer kann sich das noch leisten?“/ 22. Mai, 20:15 und 21 Uhr, SWR Fernsehen

Dahinsiechende Dörfer auf der einen und aus allen Nähten platzende Großstädte auf der anderen Seite – seit einigen Jahren stehen sich in Deutschland die beiden Gegensätze gegenüber und stellen ihre Bewohner vor grundlegende Probleme. Das SWR Fernsehen sendet am 22. Mai 2019 zwei Dokumentationen zum Thema: Der Film „betrifft: Hat das Landleben Zukunft? Wie Dörfer ums Überleben kämpfen“ zeigt um 20:15 Uhr die Schwierigkeiten der Dörfer und Dorfbewohner und sucht nach Lösungen, mit denen die Probleme des Landlebens gelöst werden können. Im Anschluss ist um 21 Uhr der Film „Leben in der Stadt – Wer kann sich das noch leisten?“ zu sehen, der die Wachstumsschmerzen der großen Städte und die Konsequenzen für ihre Bewohner in den Fokus nimmt.

Irgendwann wird der letzte Geldautomat abgeschraubt


Erst schließt der Gasthof, dann die Grundschule – und irgendwann wird der letzte Geldautomat abgeschraubt. Viele Häuser stehen leer, weil die jungen, gut ausgebildeten Bewohner ihre Heimat verlassen und nicht zurückkommen. Trotzdem leben etwa in Baden-Württemberg nach Expertenangaben immerhin 60 Prozent der Menschen im ländlichen Raum (6,5 Millionen der rund elf Millionen Einwohner). In Rheinland-Pfalz sind es sogar 79 Prozent der Bevölkerung, also rund 3,2 Millionen der rund vier Millionen Einwohner. Neben den „abgehängten Regionen" gibt es aber auch Dörfer, die stabil sind, die es sogar schaffen zu wachsen, statt zu schrumpfen. Was machen diese Dörfer anders?  

Engagement gegen das Dörfersterben 

„betrifft“ zeigt, dass Dörfer auch Zukunft haben können – und was die Gründe für deren Aufschwung sind. Die Doku macht deutlich, dass die Probleme der Landbevölkerung bewältigt werden können – und auch bewältigt werden. Ein Jahr lang hat SWR Autorin Annette Fuhrmann gemeinsam mit dem „betrifft“-Team Dörfer in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg mit der Kamera begleitet und ist dabei auf sehr aktive und engagierte Menschen gestoßen, die sich nicht mit dem Dörfersterben abfinden wollen, sondern für ein intaktes Leben auf dem Land kämpfen. So zum Beispiel Maria Lehmann, die als Vorsitzende der Schwimmbadfreunde Zwiefalten ehrenamtlich für den Erhalt des Freibades im Dorf kämpft. Oder auch Julia Kaiser, die sich als Dorfplanerin in der Westpfalz einsetzt.

Wachstumsschmerzen der Schwarmstädte

Dass der Umzug in die Großstadt nicht immer eine gute – und vor allem finanzierbare – Alternative zum Landleben ist und sich das Engagement für eine funktionierende ländliche Infrastruktur also durchaus lohnt, macht der anschließende Film deutlich. „Leben in der Stadt – Wer kann sich das noch leisten?“ zeigt die Folgen der boomenden Großstädte wie Karlsruhe und Mainz, deren Einwohnerzahl sich jedes Jahr um einige Tausend erhöht. Knapper Wohnraum, immer weniger Freiflächen, dafür mehr Baustellen, Verkehr und Staus gelten als Wachstumsschmerzen der sogenannten Schwarmstädte. Was bedeutet das für die Menschen, die hier leben? Und für die, die sich hier ein neues Leben aufbauen wollen? Und wie gehen die Städte selbst mit dieser Herausforderung um?

Warum schafft Wien, was deutsche Städte nicht schaffen?

SWR Autorin Susanne Brand hat alteingesessene und neue Stadtbewohner bei Wohnungssuche und Umzug begleitet. So auch Marie-Luise Härtel und Fabio Schnell, die vor einem Jahr mit Baby Smilla in ihre Wohnung nach Mainz gezogen sind. Nun hat der Vermieter Eigenbedarf angemeldet und sie müssen wieder raus. Doch bezahlbare Wohnungen unter zehn Euro pro Quadratmeter gibt es kaum – und als Sozialarbeiter und angehende Kommunikationsdesignerin ist das gemeinsame Einkommen des Paares nicht üppig. Brands Film zeigt, wie die Städte mit der Herausforderung des kontinuierlichen Wachstums umgehen. Was wird hier getan, um den Menschen bezahlbaren Wohnraum zu bieten? Und wie gehen andere Städte mit diesem Problem um? Zum Beispiel Wien, wo mehr als 60 Prozent der Bewohner in sozial geförderten Wohnungen leben. Warum schafft Wien, was deutsche Städte nicht schaffen?

Sendetermin im SWR Fernsehen

„betrifft: Hat das Landleben Zukunft? Wie Dörfer ums Überleben kämpfen“, Mittwoch, 22. Mai 2019, 20:15 Uhr, SWR Fernsehen

„Leben in der Stadt – Wer kann sich das noch leisten?“ Film von Susanne Brand am Mittwoch, 22. Mai 2019, 21 Uhr im SWR Fernsehen

Bildergalerie: betrifft - Landleben

Marie-Luise Härtel und Fabio Schnell haben sich ein lustiges Foto für ihre Suchanzeige im Internet ausgedacht. Der „Familien-Sockentrick“ soll zeigen, dass sie nette,humorvolle Mieter wären. © SWRSusanne Brand  (Foto: SWR)
Marie-Luise Härtel und Fabio Schnell haben sich ein lustiges Foto für ihre Suchanzeige im Internet ausgedacht. Der „Familien-Sockentrick“ soll zeigen, dass sie nette,humorvolle Mieter wären. © SWR/Susanne Brand Bild in Detailansicht öffnen
Leerstehendes, verfallenes Haus an der Hauptstraße eines kleinen Ortes, welcher ein Jahr lang von "betrifft" begleitet wurde. © SWR Bild in Detailansicht öffnen
Ein Tinyhouse im Grünen: Eine Lösung für Wohnungsprobleme in der Stadt? © SWR/Susanne Brand Bild in Detailansicht öffnen

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