Joseph Beuys und die sogenannten  Besetzer warten im Sekretariat auf Vertreter des Wissenschaftsministeriums, Staatliche Kunstakademie Düsseldorf, 10.10.1972. © SWRZero one filmStift. Museum Schloss MoylandLambertiPuls (Foto: SWR, Zero one film/Stift. Museum Schloss Moyland/Lamberti/Puls)

Einzigartiges Zeitdokument Beuys

Der Mann mit dem Hut, dem Filz und der Fettecke. 30 Jahre nach seinem Tod erscheint er als Visionär, der seiner Zeit voraus war.

Der mehrfach preisgekrönte Film von Andres Veiel porträtiert den Ausnahmekünstler. Mit Geduld versuchte Beuys schon damals zu erklären, dass „Geld keine Ware sein darf“. Er wusste, dass der Geldhandel die Demokratie unterwandern würde. „Nur noch 2.388 Tage bis zum Ende des Kapitalismus“ schrieb er auf die Tafel. Mehr noch: Beuys boxte, parlierte, dozierte. Er erklärte dem toten Hasen die Kunst, sperrte sich in den USA mit einem Koyoten in einen Käfig. „Wollen wir eine Revolution ohne Lachen machen?“, fragte er grinsend.

Erweiterter Kunstbegriff als Sprengstoff

In TV-Diskussionsrunden sprengte er den gedanklichen Rahmen der Beteiligten, als Akademieprofessor in Düsseldorf brachte er die Landesregierung NRW gegen sich auf. Beuys belebte die bundesrepublikanische, wohlgeordnete Demokratie, kandidierte für die Grünen. Beuys führt den Zuschauer über 30 Jahre nach seinem Tod auch heute noch mitten ins Zentrum relevanter, gesellschaftlicher Debatten. Grund genug für den Dokumentarfilmer Andres Veiel, der in einer schwäbischen Vorstadt aufwuchs, sich mit Beuys‘ Kosmos erneut auseinanderzusetzen. Dass er nichts von seiner Bedeutung eingebüßt hat, wurde ihm klar, als er sich seit 2013 intensiv mit dem Künstler beschäftigte. Beuys, so Veiel, habe sich immer in Widersprüchen und Rätseln offenbart und entzogen, nicht zuletzt durch seinen schlagfertigen Humor. Keiner konnte ahnen, dass der Film in einer Zeit fertiggestellt werden würde, in der sich immer mehr Menschen nach einer Vergangenheit sehnen, die es nie gegeben hat.

Collage bisher unerschlossener Bild- und Tondokumente

Regisseur Andres Veiel und der Schnittmeister Sebastian Krumbiegel haben aus hunderten Stunden Material ein einzigartiges Zeitdokument zusammengestellt, das zu 95 Prozent aus Archivmaterial besteht. „Beuys“ ist kein klassisches Porträt über einen prägenden Künstler mit Brüchen und Verwerfungen, sondern eine vielschichtige Betrachtung des Menschen, seiner komplexen Kunst und seiner neuartigen Ideenräume.

„Beuys“ ist eine deutsche Kinokoproduktion mit Filmfördermitteln (FFA, DFFF, BKM, Deutscher Filmförderfonds, Medienboard Berlin Brandenburg, Film und Medienstiftung NRW, Media) in Koproduktion mit SWR/ARTE/WDR.

Sendung

Beuys
17. April 2019, 22:45 Uhr, im Ersten

Ab dem 17. April 2019 ist der Film für sieben Tage in der ARDMediathek zu sehen.

Bildergalerie: Beuys

Joseph Beuys. © SWRZero one filmStift. Museum Schloss MoylandLambertiPuls (Foto: SWR, Zero one film/Stift. Museum Schloss Moyland/Lamberti/Puls)
Joseph Beuys. © SWR/Zero one film/Stift. Museum Schloss Moyland/Lamberti/Puls Zero one film/Stift. Museum Schloss Moyland/Lamberti/Puls Bild in Detailansicht öffnen
Joseph Beuys bei einem Vortrag am Minneapolis College of Art and Design, Minneapolis, USA, 1974. © SWR/Zero one film/Stift. Museum Schloss Moyland/Lamberti/Puls Zero one film/Stift. Museum Schloss Moyland/Lamberti/Puls Bild in Detailansicht öffnen
Joseph Beuys und die sogenannten Besetzer warten im Sekretariat auf Vertreter des Wissenschaftsministeriums, Staatliche Kunstakademie Düsseldorf, 10.10.1972. © SWR/Zero one film/Stift. Museum Schloss Moyland/Lamberti/Puls Zero one film/Stift. Museum Schloss Moyland/Lamberti/Puls Bild in Detailansicht öffnen

Pressekontakt

Daniela Kress

E-Mail:
daniela.kress@SWR.de

Bildkommunikation

Telefon 07221 929 22202
E-Mail:
foto@SWR.de
STAND