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In den letzten dramatischen Wochen des Zweiten Weltkrieges erreichte in vielen Gemeinden im Südwesten der Widerstand gegen das NS-Unrechtsregime einen Höhepunkt. Das Dokudrama „Unbekannte Helden – Widerstand im Südwesten“ schildert in historischen Bildern, mit Augenzeugenberichten und Spielszenen, wie mutige Menschen damals ihr Leben im Kampf gegen den Nationalsozialismus riskierten.

Die unbekannten Heldinnen und Helden sind Menschen aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, die – ähnlich wie Graf Stauffenberg, Georg Elser oder die Geschwister Sophie und Hans Scholl – todesmutig ihr Leben aufs Spiel setzten, um das nationalsozialistische Unrechtssystem und den Krieg zu beenden. Dennoch sind sie nie im Rampenlicht gestanden oder wurden erst spät für ihr mutiges Handeln geehrt. Diese Dokumentation erzählt in sechs exemplarischen Fällen die Geschichten dieser mutigen Bürgerinnen und Bürger.

Dauer

Sechs bewegende Facetten des Widerstands

Zum Jahrestag des Kriegsendes wird wieder die Frage aufgeworfen, warum in Nazi-Deutschland so wenig Widerstand gegen das NS-Regime geleistet wurde. Die ausgewählten sechs Geschichten aus den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges sind weitgehend unbekannt und dokumentieren unterschiedliche Formen des Aufbegehrens gegen den Wahnsinn der Nazis. Darunter das beherzte Einschreiten zum Schutz der Heimatgemeinde vor sinnloser Zerstörung – wie zum Beispiel beim kaum bekannten Frauenaufstand in Pfullingen. Oder die tragische Geschichte von den drei Männern im hohenlohischen Dorf Brettheim, die in den letzten Kriegstagen sinnlos erhängt wurden. Kaum bekannt ist auch die württembergische Pfarrhauskette: Evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer mit ihren Familien verstecken jahrelang Juden vor den SS-Schergen. Oder die Geschichte der Munitionsanstalt Urlau bei Leutkirch. Ein Major der Wehrmacht und ein Pfarrer sabotieren den Zerstörungsbefehl und verhindern damit eine Giftgaskatastrophe im württembergischen Allgäu. In Koblenz versteckt ein couragierter Schausteller jahrelang einen jüdischen Jungen vor der Verfolgung in seinem Kettenkarussell und in der Vulkaneifel versucht die katholische Jugend einen militant organisierten Gegenschlag gegen das verhasste NS-Regime.

Ulrike Folkerts, Walter Sittler und Karl Kranzkowski

Bisher unveröffentlichtes Originalmaterial, Augenzeugenberichte von Überlebenden und Angehörigen sowie kommentierende Statements von Expertinnen und Experten werden in dieser Dokumentation mit inszenierten Spielszenen verwoben. Unter anderem dabei: Ulrike Folkerts, Walter Sittler, Karl Kranzkowski und Sebastian Blomberg. Mehr als einhundert Komparsen und eine detailgetreue Ausstattung lassen die letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges anschaulich nachvollziehen.

„Unbekannte Helden – Widerstand im Südwesten" ist eine Koproduktion des SWR mit AV Medien in Stuttgart und wird unterstützt von der MFG Baden-Württemberg.

Sendung

Unbekannte Helden – Widerstand im Südwesten
3. Mai 2020, 20:15 Uhr, SWR Fernsehen

Bildergalerie: Unbekannte Helden (AT)

Die Odyssee des jüdischen Ehepaars Krakauer endet 1945 mit der Befreiung im Pfarrhaus in Stetten (rechts: Karl Kranzkowski als Max Krakauer, dahinter Ulrike Folkerts als Ines Krakauer). © SWRStegmann (Foto: SWR, Stegmann)
Die Odyssee des jüdischen Ehepaars Krakauer endet 1945 mit der Befreiung im Pfarrhaus in Stetten (rechts: Karl Kranzkowski als Max Krakauer, dahinter Ulrike Folkerts als Ines Krakauer). © SWR/Stegmann Stegmann Bild in Detailansicht öffnen
Pfarrer Otto Mörike (Walter Sittler, rechts) ist einer der Organisatoren der württembergischen Pfarrhauskette. © SWR/Stegmann Stegmann Bild in Detailansicht öffnen
Die US-Armee befreit im April 1945 das Remstal. © SWR/Stegmann Stegmann Bild in Detailansicht öffnen

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