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Krieg der Träume – Das Konzept

11. November 1918. Der Erste Weltkrieg ist zu Ende. Für Millionen von Menschen in Europa beginnt eine Reise ins Ungewisse. Der Krieg hat die alte Ordnung der Monarchien und Imperien hinweggefegt. Nun muss die Landkarte neu gezeichnet, die Welt neu geordnet werden. Es beginnt ein intensives, leidenschaftliches Ringen um die beste Utopie, ein „Krieg der Träume“.

4:02 min

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"Krieg der Träume" als dokumentarische Dramaserie

SWR/David Nonnenmacher, Daniela Kress, Katrin Grünewald

Die dokumentarische Dramaserie „Krieg der Träume“ erzählt Geschichte aus den subjektiven Blickwinkeln Einzelner. Durch die Verwebung von Archivmaterial und neu gedrehtem Material ergibt sich aus Sicht von Showrunner Jan Peter und Produzent Gunnar Dedio eine besondere Authentizität. Gleichzeitig arbeitet die Serie mit Spanungsbögen, die sich mit fiktionalen Serien messen lassen können. Im Video kommen auch die Schauspieler Natalia Wittmer und Jan Krauter kommen zu Wort und berichten, wie es für sie war, Personen zu spielen, die tatsächlich gelebt haben. | Embedden kostenfrei möglich.



Der Frieden macht Europa zu einem Labor neuer Ideen, neuer Hoffnungen und neuer Gesellschaftsentwürfe. Aus dem Friedhof des Ersten Weltkriegs ersteht eine Zeit, wie es sie lebendiger, widersprüchlicher und aufregender zuvor nie gab. Das Ringen um eine neue Ordnung prägt das Leben der Menschen Tag für Tag. Sie alle sind sich nur in einem einig: Eine Rückkehr zur alten Welt mit ihrer Kultur, ihren Institutionen und ihren Eliten ist für immer unmöglich. Wie aber weiter?

Kampf der Ideologien

16 europäische Nationen geben sich im Jahr 1919 eine Verfassung als demokratische Republiken oder parlamentarisch kontrollierte Monarchien. 20 Jahre später sind fast alle Staaten Süd-, Mittel- und Osteuropas zu einer autoritären Staatsform übergegangen. Nur in wenigen Ländern wie Frankreich, Großbritannien, Schweden und der Tschechoslowakei hält sich die parlamentarische Demokratie. Die Demokratie, die wir heute für den Kern unserer Identität als Europäer halten, scheitert nur 20 Jahre nach ihrer Geburt. Denn von Anfang an befindet sich die Vision eines friedlichen, auf Interessenausgleich und Freundschaft bedachten, demokratischen Europas im Wettstreit mit zwei anderen, äußerst mächtigen Utopien – Kommunismus und Faschismus. Den Kampf dieser drei Ideologien, dieser Träume von einer besseren, gerechteren Welt und ihr Ringen um die Herzen und Köpfe von Millionen von Menschen erzählt die Fernseh-Serie „Krieg der Träume“.

Dramaserie folgt Lebenswegen unterschiedlicher Protagonisten

Die dokumentarische Dramaserie folgt den Lebenswegen ausgesuchter Protagonisten, überwiegend jungen Frauen und Männern aus Frankreich, Deutschland, Polen, Österreich, Schweden, Großbritannien, der Sowjetunion und Italien, die auf der Suche sind nach einem neuen Leben und von einer besseren Welt träumen. Als Quelle für die Drehbücher dienten ihre Aufzeichnungen: Tagebücher, Memoiren, Briefe, aber auch Biographien. Die Erlebnisse dieser Protagonisten wurden aufwändig inszeniert und mit dokumentarischem Film- und Fotomaterial zu einer packenden Dramaserie verdichtet. In ihr werden die Geschichten der Protagonisten vertikal in den einzelnen Folgen und auch horizontal über die ganze Serie hinweg erzählt. So zeichnen die Filme eine Mentalitätsgeschichte der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Die Frage ist, wie und warum sich die Mentalität von Millionen Europäern im Verlauf dieser 21 Jahre zwischen 1918 und 1939 so veränderte, dass ein neuer Krieg möglich wurde. Immer wieder zeigen sich dabei auch Parallelen zur heutigen politischen Situation, in der Europa und die Demokratie erneut in die Krise zu geraten drohen.

Entwickelt von Showrunner Jan Peter und Produzent Gunnar Dedio (LOOKSfilm) ist „Krieg der Träume“ der Beitrag von ARTE und von DAS ERSTE zum 100. Jahrestag des Endes des Ersten Weltkriegs.

Multinationale Produktion

„Krieg der Träume“ ist eine internationale Ko-Produktion mit mehr als 30 Partnern und Förderern. Die Serie wird in über 15 Ländern weltweit ausgestrahlt. Die Darsteller wurden in den Heimatländern der Protagonisten gecastet. 120 Schauspieler, unter ihnen Joel Basman (Rudolf Höß), Roxane Duran (Edith Wellspacher), Michalina Olszańska (Pola Negri), Jan Krauter (Hans Beimler), Rebecka Hemse (Elise Ottesen) und Solène Rigot (May Picqueray), sowie mehr als 700 Komparsen standen vor der Kamera. Gedreht wurde von April bis Juli 2017 in Luxemburg, Frankreich, Belgien, Holland und Deutschland. An 23 Locations wurden mehr als 90 Settings eingerichtet.

Archivrecherche

Aus einer Vielzahl von Texten und Geschichten hat das Rechercheteam von „Krieg der Träume“ unter Leitung von Jan Peter in einer aufwändigen und spannenden Spurensuche die Geschichten der Protagonisten zusammengetragen. Wichtig war bei der Auswahl der Figuren u. a. eine gute Balance zwischen weiblichen und männlichen Figuren, unterschiedlichen Ländern und verschiedenen politischen Überzeugungen und Visionen. Während eines mehrwöchigen Writer's Rooms wurden ihre Geschichten rekonstruiert, die spannendsten Momente herausgefiltert und zu einem multinationalen und multiperspektivischen Kaleidoskop jener Zeit zusammengesetzt. Parallel dazu hat das Archivteam von LOOKSfilm zusammen mit Editorin Susanne Schiebler die mindestens ebenso umfangreiche Archiv-Recherche nach historischen Filmaufnahmen und Fotos durchgeführt. Dank des schnellen technischen Fortschritts bei der Entwicklung von Film- und Fotokameras zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist diese Zeit außergewöhnlich reich an Bildmaterial. So wurden mehr als 20 Stunden privates und 200 Stunden weiteres Archivmaterial gesichtet. Für die Serie wurden Filme und Fotos aus 75 Archiven und 23 Ländern genutzt. Zu den wichtigsten Quellen zählten Gaumont Pathé Archives, Bundesarchiv/ Filmarchiv, British Pathé, United States Holocaust Museum, Russian State Archive RGAKFD.

Musik

Die Filmmusik kreierte Hollywoodkomponist Laurent Eyquem, der auch die Musik von „14 – Tagebücher des Ersten Weltkriegs“ geschrieben hatte. Bereits während die Drehbücher geschrieben wurden, entstanden parallel die ersten Kompositionen für die Serie. Eingespielt wurde der Soundtrack vom Deutschen Filmorchester Babelsberg, das 2018 sein 100-jähriges Bestehen feiert. Die Aufbruchsstimmung und die Brüche der 21 Jahre zwischen dem Ende des Ersten und dem Beginn des Zweiten Weltkriegs sollen hörbar werden. Dafür arbeitete Laurent Eyquem mit Dissonanzen, Anklängen an Jazz und Schlager, Zwölftonmusik sowie an die Militärmärsche jener Jahre.

Visuelle Effekte (VFX)

Für die visuellen Effekte zeichnet die Stuttgarter Firma Mackevision verantwortlich, die zu den Weltmarktführern für Computer Generated Imagery (CGI) zählt. Mackevision gestaltete die visuellen Effekte (VFX) unter anderem für mehrere Staffeln der Kultserie „Game of Thrones“, für „ Independence Day 2“, für „The Shannara Chronicles“ sowie zuletzt für den Spielfilm „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer “.


Roxane Duran als österreichische Ärztin Edith Wellspacher

Roxane Duran als österreichische Ärztin Edith Wellspacher. © SWR/Ricardo Vaz Palma