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Aus Baden-Baden ins ganze Land

Moderne Übertragungstechnik: Das WM-Studio von ARD und ZDF

Das Herz des deutschen Fernsehens schlägt bei einem sportlichen Weltereignis meist in einer zentralen Stadt des Gastgeberlandes. Für die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft in Russland gilt dies nicht. Beim Gipfeltreffen des Weltfußballs wird die redaktionelle Basis von ARD und ZDF erstmals nicht im Land des Ausrichters aufgebaut. Die beiden Sender berichten vom 14. Juni 2018 an viereinhalb Wochen aus einem gemeinsamen Sendezentrum beim Südwestrundfunk in Baden-Baden. Das zentrale Studio wird zu großen Teilen das Studio der Europameisterschaft 2016 in Frankreich sein. Es wurde bereits 2017 für den FIFA Confederations Cup in Baden- Baden neu aufbereitet und für gut befunden. Die Konstruktion eines nationalen Sendezentrums (NBC) ermöglicht schlankere Strukturen vor Ort in Russland und somit am Ende auch eine kostengünstigere Produktion. Zudem ist man unabhängig von störenden äußeren Einflüssen, die man in Russland nicht ausschließen kann.

1:16 min

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Das WM-Studio in Baden-Baden

SWR, Laura Trust

Im Video wird ein Blick hinter die Kulissen des WM-Studios in Baden-Baden geworfen. Hier finden Studiogespräche und Spielanalysen statt. Alle 64 Spiele, aus den 12 Stadien der insgesamt 32 Mannschaften laufen hier auf.

Möglich ist das zentrale Studio außerhalb des WM-Landes nur durch modernste Übertragungstechnik. Das NBC ist mit den WM-Spielorten und dem DFB-Quartier allein durch 45 Bild- und Tonleitungen verbunden, eine davon in UHD. Zur Übertragung braucht es große Breitband-Kapazitäten. Die Leitung zwischen Baden-Baden und Russland hat eine Leistung von zehn Gigabit pro Sekunde. Für den Fall einer Unterbrechung steht eine zweite Leitung mit gleicher Kapazität als Backup zur Verfügung. Eine weitere Leitung mit einem Gigabit Kapazität verbindet Baden-Baden mit den Produktionsplätzen im Hotel der Nationalmannschaft in Watutinki bei Moskau. Auch für diese Linie gibt es ein Backup. Leitungen mit solchen Kapazitäten sind zwar schon länger verfügbar, waren bisher aber sehr teuer und somit wirtschaftlich nicht sinnvoll. Die Entwicklung der Breitbandtechnik hat aber die Leitungspreise in vertretbare Dimensionen gerückt und damit unter anderem die Lösung mit Baden-Baden als Sendezentrale ermöglicht.

Im Studio arbeiten während der gesamten WM Redaktion, Produktion und Technik von ARD und ZDF unter einem Dach. Ein Kernstück des 670 Quadratmeter großen Studios wird eine leistungsstarke LED-Wand sein. Auf die 10,80 Meter lange und 2,70 Meter hohe Fläche können 1620 Zeilen zu jeweils 6480 Pixeln projiziert werden. Damit ist sogar eine Auflösung in UHD möglich – das ist viermal mehr als normaler HD-Standard. UHD garantiert auch dann noch einen scharfen Hintergrund auf dem LED-Schirm, wenn die Kamera ganz nah an die vor der Wand stehenden Moderatoren und Experten heranfährt. Damit der Herzschlag des Turniers auch immer sichtbar bleibt.

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WM-Studio Russia 2018 ARD Sportschau © SWR/Alexander Kluge

WM-Studio Russia 2018 ARD Sportschau © SWR/Alexander Kluge

WM-Studio Russia 2018 ARD Sportschau © SWR/Alexander Kluge

WM-Studio Russia 2018 ARD Sportschau © SWR/Alexander Kluge

WM-Studio Russia 2018 ARD Sportschau © SWR/Alexander Kluge

WM-Studio Russia 2018 ARD Sportschau © SWR/Alexander Kluge