Bitte warten...

ARD-Dokus

„Unser Russland - eine Städtereise zur Fußball-WM“ und „Putins Meisterwerk – eine WM um Macht und Millionen“

30.000 Kilometer über Wasser, Schienen und durch die Luft: Die mehrteilige Reportage „Unser Russland – eine Städtereise zur Fußball-WM mit Palina Rojinski und Udo Lielischkies“ führt durch die Austragungsorte der Weltmeisterschaft 2018. Sie schlägt eine Brücke zwischen Fußball- und Reisereportage. Und vor allem zeigt sie: Fußball in Russland, das ist Fußball in einem riesigen und gewaltigen, manchmal gewalttätigen, manchmal sentimentalen Land. Einem Land mit einer immensen Vielfalt und einer riesigen Fülle an historischen, architektonischen, literarischen, künstlerischen und landschaftlichen Schätzen. Einem Land mit Menschen, die sich auf den Fußball freuen und auf die Millionen Zuschauer, die in den Wochen der Weltmeisterschaft mit anderen Augen auf ihre Heimat blicken.

Im Mittelpunkt der Reportage steht das Erleben, die persönliche Begegnung der beiden Protagonisten mit den Menschen, denen sie auf ihrer Reise begegnen – verfolgte Menschenrechtler, eine berühmte Ballett-Tänzerin, Künstler, Schüler, Politiker, Studentinnen, junge Wachsoldaten, einen homosexuellen Nachtclub-Besitzer aber auch Taxifahrer, Marktverkäuferinnen, Kellner, Rentner sowie andere Landsleute, und porträtieren sie in ihrem Lebensumfeld. Menschen und Geschichten am Wegesrand einer Reise entlang der Spielorte des größten Sportereignisses der Welt im größten Land der Welt.

Palina Rojinski und Udo Lielischkies als WM-Reporter in Russland

Palina Rojinski und Udo Lielischkies als WM-Reporter in Russland

Palina Rojinski, geboren am 21. April 1985 in Leningrad (heute St. Petersburg), Sowjetunion, siedelte im Frühjahr 1991 mit ihrer Familie nach Berlin über. Die Moderatorin und Schauspielerin berichtete für die ARD bereits im vergangenen Jahr vom FIFA Confederations Cup aus Russland und ist für die WM erneut als Reporterin unterwegs.

Udo Lielischkies, Jahrgang 1953, wurde 1980 Redakteur beim Westdeutschen Rundfunk und ist seit 1994 als ARD-Korrespondent tätig, zunächst in Brüssel, ab 1999 dann in Moskau. Nach sechs Jahren als Washington-Korrespondent kehrte er 2012 für die ARD nach Moskau zurück. Lielischkies hat für zahlreiche Reportagen und Dokumentationen den größten Flächenstaat der Erde ausgiebig bereist, von Süd-Russland bis in den Fernen Osten.

Sendetermine:

Unser Russland – eine Städtereise zur Fußball-WM
mit Udo Lielischkies und Palina Rojinski

26. Mai 201819.00 Uhrim Ersten (Teil 1+2)
3. Juni 201818.00 Uhrim Ersten (Teil 3)
10. Juni 201818.00 Uhrim Ersten (Teil 4)

Redaktion: Thomas Wehrle (SWR), Nick Golüke


„Putins Meisterwerk – eine WM um Macht und Millionen“

Ein Film von Olga Sviridenko, Robert Kempe und Philipp Sohmer

Es geht nicht nur um Tore, nicht nur darum, wer am 15. Juli den WM-Pokal in den Moskauer Nachthimmel heben wird. Bei dieser FIFA Fußball-WM geht es um Macht, um Millionen, um Deutungshoheit. Wladimir Putin hat das Megaevent längst als politisches Machtinstrument erkannt, in einer Zeit, in der Russland und der Westen gegenseitig Diplomaten ausweisen und Politiker mehrerer Staaten bereits angekündigt haben, die WM nicht zu besuchen. Auch FIFA-Präsident Gianni Infantino tut alles für einen Erfolg seiner ersten WM – nur so ist die angestrebte Wiederwahl im kommenden Jahr möglich.

So verwundert es wenig, dass Russland 2018 die teuerste Weltmeisterschaft aller Zeiten wird, aber mit Geld allein ist es nicht getan. Es wird vieles über Bord geworfen: Ethik, Fairplay und Skrupel. Für die WM schuften Arbeiter unter härtesten Bedingungen.

Im vergangenen Jahr deckte der Vorgänger von „Putins Meisterwerk – eine WM um Macht und Millionen“ – „Putins Generalprobe – Russland, die FIFA und der Confed Cup“, auf, dass trotz gegenteiliger Aussagen nordkoreanische Arbeiter unter widrigsten Bedingungen und unter Verletzung von UN-Regularien an den russischen Sportpalästen bauen. An denen wiederum verdienen vor allem Oligarchen kräftig, die Putin nahe stehen. Wie bei Russlands letztem Sportgroßereignis, den Olympischen Winterspielen von Sotschi 2014, kommen die Hauptverdiener aus Putins Machtzirkel.

Massiv grassierende Korruption, die Gefahr der Hooligans, Rassismus, Einschränkung von Menschenrechten werden unter den Teppich gekehrt. „Putins Meisterwerk“ zeigt, wie akut diese Probleme in Russland sind, für wen sich das Geschäft mit der WM am meisten lohnt. Und wie sehr der Kreml seit Jahren den Fußball im Land beeinflusst und lenkt.

So werden Kritiker mundtot gemacht und ausgeschlossen. In der ARD-Dokumentation geben sie einen Einblick in die Machtstrukturen des russischen Fußballs. Zu Wort kommen auch Hooligans und unter EU-Sanktionen stehende führende russische Politiker mit besten Verbindungen in die Szene.

Die immer größer werdenden Probleme will die neue, angeblich reformierte FIFA am liebsten übersehen. Auch Hinweisen auf Doping in Russlands Fußball wird nur vordergründig nachgegangen. Schließlich garantiert Russland nicht nur steuerfreie WM-Gewinne, sondern hilft auch mit Sponsorenmillionen. Für Gianni Infantino ist das dringend nötig, ist doch das Interesse von westlichen Geldgebern an dem skandalgeplagten Verband überschaubar, in dessen Umfeld weiterhin die Justiz ermittelt. Deren Millionen aber sind wichtig, denn das Geld ist bereits durch seine vollmundigen Wahlversprechen von Millionengaben an die Mitgliedsverbände verplant. Ein Bruch dieses Versprechens wäre ein schnelles Ende der Ära Infantino.

Sendetermin:

Putins Meisterwerk – eine WM um Macht und Millionen
(Koproduktion mit WDR zu Hintergründen der WM und FIFA)

9. Juni 201818.20 bis 19.05 Uhrim Ersten

Autoren: Philipp Sohmer (SWR), Olga Sviridenko (WDR), Robert Kempe (WDR)
Redaktion: Thomas Wehrle (SWR), Jochen Leufgens (WDR)