Bitte warten...

7.3.2016, Das Erste Terror von rechts – die neue Bedrohung

Neonazis verüben Anschläge in Deutschland, horten Waffen und Sprengstoff. Manche tauchen ab. Wiederholen Polizei und Justiz gerade dieselben Fehler wie beim NSU?


Wachsam wollte der Staat sein; "das Undenkbare mitdenken"; rechte Gewalt nicht verharmlosen. Aber wie sensibel sind unsere Kriminalisten, Staatsanwälte und Richter inzwischen, wenn Neonazis Bomben bauen? Wie ausdauernd wird bei Anschlägen gegen Flüchtlinge ermittelt? Warum werden nur so wenige Tatverdächtige gefasst? SWR-Reporter Thomas Reutter stößt bei seinen Recherchen auf viele Ungereimtheiten.

Ein Sprengstoffanschlag als "Böllerwurf"?

Bei einem Sprengstoffanschlag werden sieben Menschen verletzt. Diesmal gibt es zwar einen Polizeibericht, doch der ist so verharmlosend, dass die Presse von einem "Böllerwurf" schreibt, bei dem eine Person verletzt worden sei. Die Polizei macht ein Phantombild des Täters, veröffentlicht es aber nicht. Nach ein paar Monaten wird das Ermittlungsverfahren sang- und klanglos eingestellt.

Anderswo stellt die Polizei bei Neonazis eine einsatzfähige Rohrbombe sicher. Kurz zuvor hatte der Haupttäter mit einem Sprengsatz schon sechs Menschen verletzt. Doch die Staatsanwaltschaft glaubt den Neonazis, dass die ihre Rohrbombe nicht einsetzen wollten. Das Gericht verhängt nur geringe Bewährungs- und Geldstrafen. Oder: ein Neonazi mit 1,5 Kilo TNT wird nicht einmal angeklagt. Gleichzeitig führt der Verfassungsschutz den Fall in seinem Bericht unter "Rechtsterrorismus" auf, in einer Reihe hinter dem NSU.

Terroristen vor der Kamera

Rechtskräftig verurteilte Rechtsterroristen, die aus dem Gefängnis entlassen wurden, sind erneut bei militanten Neonazi-Truppen aktiv. Thomas Reutter ist ihnen begegnet. Werden sie wieder Sprengstoffanschläge planen? Ein führender Rechtsextremist, der schon einmal wegen des Besitzes von Bombenbau-Chemikalien gefasst wurde, marschiert vor Reutters Kamera für die nationale Revolution – während seiner laufenden Bewährung. Gleichzeitig sucht die Polizei Neonazis mit offenen Haftbefehlen wegen Waffen- oder Sprengstoffdelikten, schreibt sie aber nicht öffentlich zur Fahndung aus.

Die Story im Ersten: Terror von rechts – die neue Bedrohung
7. März 2016, 22:45 Uhr, im Ersten