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30.8.2018, SWR2 Radioserie über die zerrissenen Jahre zwischen den Weltkriegen

Ab 30. August in SWR2: Vierteilige Hörfunk-Koproduktion von SWR2, WDR5 und BR2 „Krieg der Träume“ im Rahmen der gleichnamigen dokumentarischen Dramaserie

Ende 1918 führen Revolutionen zum Sturz erstarrter Monarchien, im Machtvakuum prallen Weltanschauungen und Ideologien aufeinander. Linke, Faschisten, Reaktionäre und Liberale kämpfen um die Herrschaft, auch mit Gewalt. Neue Demokratien entstehen – und drohen wieder unterzugehen.

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Alles muss sich ändern! (Folge 1): Nguyen Ai Quoc (Alexandre Nguyen) - der spätere Ho Chi Minh. © SWR/LOOKSfilm/R. Vaz Palma

Alles muss sich ändern! (Folge 1): Nguyen Ai Quoc (Alexandre Nguyen) - der spätere Ho Chi Minh. © SWR/LOOKSfilm/R. Vaz Palma

Goldene Zeiten (Folge 2): Die Filmdiva Pola Negri (Michalina Olszanska) erlebt Berlin als endlose Party. © SWR/LOOKSfilm/R. Vaz Palma

Aufbrüche (Folge 3): Elise Ottesen (Rebecka Hemse), Schwedens bekannteste Journalistin. © SWR/LOOKSfilm/J. Rehberg

Ausgeträumt (Folge 4): Unity Mitford (Charlotte Merriam) lebt in München und hat Adolf Hitler kennengelernt. © SWR/LOOKSfilm/J. Rehberg


Die vierteilige Feature-Koproduktion „Krieg der Träume“ der Hörfunkprogramme SWR2, WDR5 und BR2 begleitet die gleichnamige multimediale dokumentarische Dramaserie und versammelt Erzählungen von Zeitzeugen der Jahre zwischen den beiden Weltkriegen. Zu hören bei SWR2 „Wissen“ am 30. und 31. August und am 3. und 4. September 2018, jeweils von 8:30 bis 8:58 Uhr.

Geschichte Europas in all ihrer Widersprüchlichkeit

Das mehrteilige Fernsehereignis „Krieg der Träume" (Sendung im September auf ARTE und im Ersten) folgt den Schicksalen von 13 außergewöhnlichen Protagonisten aus neun Nationen anhand ihrer Tagebuchaufzeichnungen, Briefe und Memoiren. Es sind Menschen, die mit ihren Träumen und Ängsten, ihren Entscheidungen und Lebenswegen die Geschichte Europas in all ihrer Widersprüchlichkeit erlebbar machen. Die Hörfunkserie „Krieg der Träume“ knüpft an das Multimediaprojekt „14 – Tagebücher des Ersten Weltkriegs“ an, für das die Autoren Christine Sievers und Nicolaus Schröder im Jahr 2014 die gleichnamige Hörfunkserie geschrieben haben. Anders als die Autoren des Fernsehprojekts verzichteten Sievers und Schröder auch jetzt wieder auf jede Fiktionalisierung. Sie nutzten ausschließlich authentische, unveränderte Quellen.

Dramaturgie und Präzision eines Hörspiels

Unter den befragten Zeitzeugen sind unter anderem die britische Adelstochter Unity Mitford, die mit Adolf Hitler befreundet war, und ihre Schwester Jessica, die sich dem Kommunismus zuwandte. Außerdem die französische Anarchistin May Picqueray, der Schriftsteller Gustav Regler, der im spanischen Bürgerkrieg kämpfte, und Rudolf Höß – der spätere Kommandant des Konzentrationslagers Auschwitz. In Briefen und Selbstzeugnissen erzählen sie von ihrem Alltag in der Zeit zwischen 1919 und 1937. Regisseurin Maria Ohmer gestaltet die Lebensgeschichten der Protagonisten mit der Dramaturgie eines Hörspiels. „Die Sendereihe packt einen“, sagt sie, „weil man die Menschen in ihrer Zeitverstrickung unmittelbar erleben, und ihre Polarisierung ‚hautnah‘ verfolgen kann.“

Verständnis für die deutschen Revolutionäre

Christine Sievers und Nicolaus Schröder sagen über ihr aufwändiges Projekt: „Man versteht die Zeit anders, wenn man sie mit den Augen der Protagonisten sieht – und man kann mit deren Stimmen auch ganz anders erzählen“. Auf diese Weise entwickelten die Autoren im Lauf der Recherche Verständnis für die deutschen Revolutionäre nach 1918, von denen sich später viele vom Kommunismus stalinistischer Prägung abwandten. Dabei seien sie, so Sievers und Schröder, von der Modernität der politischen Überzeugungen einiger ihrer Figuren fasziniert gewesen: Die Anarchistin May Picqueray etwa unterstützte in den Siebzigerjahren die französische Ökologiebewegung und Elise Ottesen kämpfte in Schweden schon Mitte der Zwanzigerjahre für Emanzipation und vertrat richtungsweisende Familienpolitik. So belässt es „Krieg der Träume“ nicht beim Nacherzählen von Geschichte – sondern deutet auch an, wie sich politische Stränge bis ins Heute verfolgen lassen.



SWR2 „Wissen“:
30. und 31. August und 3.und 4. September 2018, jeweils 8:30 bis 8:58 Uhr

WDR5 „Tiefenblick":
2., 9., 16., 23. September, jeweils 8:05 bis 8:35 Uhr

BR2 Wort „radiowissen“:
10. und 13. September 2018, jeweils zwei Teile von 9:05 bis 10:00 Uhr

Weitere Informationen und Ausstrahlungstermine zu „Krieg der Träume“:

Sendetermine der dokumentarischen Dramaserie „Krieg der Träume“ im Ersten: 17., 18. Und 19. September, jeweils um 22:45 Uhr.

Sendetermine auf ARTE: 11., 12., 13. September, jeweils um 20:15 Uhr.


Pressekontakt: Oliver Kopitzke

Bildkommunikation

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