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29.8.2017, Das Erste Drehstart für Drama-Serie „Der Krieg und ich“

In Schloss Blankenhain bei Crimmitschau beginnen am 30. August die Dreh-arbeiten für die achtteilige Serie, die der Südwestrundfunk (SWR) und LOOKSfilm gemeinsam mit weiteren Partnern produzieren. Vor der Kamera steht ein internationales Ensemble. Unter den Schauspielern aus Deutschland sind: Florian Lukas („Weissensee“, „Good Bye Lenin!“), Marie-Lou Sellem („Tatort“), Jutta Wachowiak („König Drosselbart“, „Nikolaikirche“, „Soko Leipzig“) und bekannte Kinderdarsteller wie Arved Friese („Timm Thaler“), Anton Petzold („Rico, Oskar und die Tieferschatten“) und Gwendolyn Göbel („Tschick“). Die internationale Erstausstrahlung wird im November 2018 in KiKA sein.

Florian Lukas

Florian Lukas (hier beim Hörspiel "Dschan")

Der Krieg aus Kindersicht

Jede der acht Episoden erzählt die Geschichte eines „Kriegskindes“. Aus einer großen Zahl von historischen Erlebnisberichten aus ganz Europa wurden verdichtete Filmerzählungen geschaffen, die es jungen Zuschauern ermöglichen, verschiedene Seiten des Krieges kennenzulernen und nachzuempfinden. In der ersten Episode geht es um Anton, 10. Er will kein Außenseiter mehr sein und endlich in die Hitlerjugend eintreten, doch sein Vater ist dagegen. Es kommt zum Streit mit dem Vater. Als jüdische Nachbarn Schutz bei Antons Familie suchen, versteht er, zu was die Nazis wirklich fähig sind. Die zweite Episode handelt von Fritjof, 11. Er lebt in einem Fischerdorf in Norwegen. Da sein Vater in den Krieg zieht, muss Fritjof als Fischerjunge zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Zunächst arbeitet er für die Deutschen, doch dann stellt er sich gegen die Besatzer – mit weitreichenden Folgen für seine Familie. Episode acht spielt in Ausschwitz. Viele aus dem Kinderchor des Konzentrationslagers Theresienstadt wurden nach Ausschwitz gebracht. Eva, 14, hofft, ihre Freunde wieder zu treffen, die vor ihr deportiert wurden. Wie durch ein Wunder findet sie Renata, doch ihr geht es schlecht. Eva versucht mit aller Kraft, Renata am Leben zu halten. Die Musik ermöglicht den beiden Mädchen eine Flucht vor der Hölle, die sie umgibt.

Krieg und Gewalt – Ist das ein Stoff für Kinder?

Um auch diese Geschichten für Kinder zu erzählen, die bisher als nicht „kindgerecht“ galten, arbeiteten SWR Redaktion und LOOKSfilm begleitend mit dem renommierten Forschungsinstitut IZI zusammen, das international seit 1963 über die TV-Rezeption von Kindern forscht. Für „Der Krieg und ich“ wurden 80 Kinder im Rahmen einer Studie zu den Drehbüchern befragt. Die Ergebnisse flossen in die weitere Entwicklung des Projekts ein. Die Leiterin des SWR Kinder- und Familienprogramms, Stefanie von Ehrenstein, ist überzeugt, dass dieses Filmprojekt auch Kindern von heute wichtige Impulse gibt: „Dürfen wir Kinder mit Krieg oder Holocaust konfrontieren? Ja, als öffentlich-rechtlicher Sender müssen wir es sogar. Themen wie Krieg, Vertreibung und Verletzung von Menschenwürde sind auch heute allgegenwärtig und erreichen die Kinder über Nachrichten oder den Kontakt zu Flüchtlingskindern. Auch die Gefahr, sich von Ideologien, falschen Versprechungen und unwahren Informationen vereinnahmen zu lassen, wird nicht geringer. Das Wissen um die Geschichte kann helfen, derartige Gefahren zu erkennen.“

Internationale Koproduktion

„Der Krieg und ich“ ist eine Koproduktion von SWR und LOOKS Film & TV Produktionen GmbH. Zu den internationalen Partnern zählen ARTE, BBC, Česká televize, TV Polska und Toto Studio. Die Serie wird gefördert von MDM Mitteldeutsche Medienförderung und Creative Europe MEDIA, dem Medienförderprogramm der EU. Eine begleitende Ausstellung und ein digitales Lernspiel sind in der Planung.

Pressekontakt: Katrin Grünewald

Bildkommunikation

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