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24.5.2017, Das Erste „Dieses bunte Deutschland“ am 31. Mai im Ersten

Über Flüchtlinge, Helfer und Gegner // 90-minütiger SWR/rbb Dokumentarfilm // Sendezeit: 22:45 Uhr

Es wird viel über sie geredet, aber selbst zu Wort kommen sie selten. Die SWR/rbb Langzeitdokumentation „Dieses bunte Deutschland“ hat vier Flüchtlinge ein Jahr lang mit der Kamera begleitet. Die Fremden werden weniger fremd, und am Ende wird deutlich: Es geht schlicht um Menschen – mit all ihren Macken und Liebenswürdigkeiten, Wünschen und Träumen. Menschen, die sowohl mit ihrer Kultur als auch ihrer Persönlichkeit zur Vielfalt in der Gesellschaft beitragen. Die 90-minütige Dokumentation hat nicht den Anspruch, fertige Antworten auf komplexe Fragen der Flüchtlingsthematik zu geben. Aber sie zeigt an konkreten Beispielen, wie sich Hilfe, Fremdenhass, Gesetzgebung und weitere Fakten auf das Leben der Flüchtlinge auswirken. Der Film ist am 31. Mai um 22:45 Uhr im Ersten zu sehen.

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Dieses bunte Deutschland

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Die syrische Studentin, Samiha (rechts), mit ihrer deutschen Patin Lisa beim Schreiben einer Bewerbung.

Die syrische Studentin, Samiha (rechts), mit ihrer deutschen Patin Lisa beim Schreiben einer Bewerbung.

Die Flüchtlingsfrau Zainap aus Tschetschenien hat eine Teilzeitstelle als Helferin im Kindergarten gefunden.

Der 17-jährige Said aus Afghanistan bei einer rechten Demo im sächsischen Freital.

Den syrischen Geschäftsmann und Hobbykoch Hasan hat seine Flucht nach Berlin verschlagen.

Vier Flüchtlinge – im Dorf, in zwei Kleinstädten und in Berlin. Heimatverlust und Neubeginn ist ihr gemeinsamer Nenner, doch schon in den örtlichen Gegebenheiten, in ihren Beweggründen und der Art, wie sie ihr neues Leben anpacken, unterscheiden sie sich: Die junge Studentin Samiha aus Syrien hat die Flucht ins Allgäu verschlagen, in das Städtchen Leutkirch. Hier verfolgt sie mit schwäbisch-syrischer Zielstrebigkeit ihren großen Traum: ein Ingenieurstudium in Deutschland. Im sächsischen Pirna muss sich der 17-jährige Afghane Said behaupten. Sein Vater ist tot, die Mutter auf der Flucht verschollen. Zwischen Hass und Hilfsbereitschaft und mit Unterstützung seiner deutschen Ersatzmutter hofft er auf einen Ausbildungsplatz als Tischler. In Berlin kämpft Hasan, ein Geschäftsmann aus Syrien, darum, dass seine beiden kleinen Kinder aus dem Kriegsland zu ihm nachreisen dürfen; die Trennung von ihnen schmerzt, doch sein Glaube gibt dem Muslim Halt. Über ihre Arbeit im Dorfkindergarten gewinnt die tschetschenische Hausfrau Zainap im brandenburgischen Groß Schönebeck das Vertrauen der Dorfbewohner.

Im Spannungsfeld zwischen Hilfe und Hass

Neben den vier geflüchteten Menschen geht es in dem Film auch um ihre deutschen Unterstützer: um die Pfarrersfrau in Brandenburg, die neuen Freunde in Leutkirch, die sächsische Ersatzmutter, die es nicht immer einfach mit „ihrem“ jugendlichen Afghanen hat und neuen Bekanntschaften des syrischen Vaters in Berlin. Wie begegnen die Helfer den Fremden? Welche Missverständnisse gibt es? Wo kommen sie mit ihrer Hilfe an Grenzen? Warum engagieren sie sich überhaupt für die Flüchtlinge? Doch nicht jeder ist den Flüchtlingen gegenüber positiv eingestellt: Beim Thema Fremdenfeindlichkeit führt der Weg von der Straße auch ins Netz, wo sich anonyme Hetzer vor allem in sozialen Netzwerken breitmachen.

Vier Flüchtlingsschicksale aus einer Million

Genau hinsehen, interessiert sein, präzise und nüchtern erzählen – den Autorenteams Nina Mair und Robert Jahn, Martina Treuter, Jan M. Schäfer, Jean Boué sind unter der Gesamtregie von Jan Tenhaven vier unaufgeregte, menschennahe Porträts gelungen – von Menschen, um die es eigentlich geht, wenn man von „den Flüchtlingen“ spricht.

„Dieses bunte Deutschland“, am Mittwoch, 31. Mai 2017, um 22:45 Uhr im Ersten.

Pressekontakt: Daniela Kress