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Der SWR steht für Radio- und Fernsehprogramme sowie verschiedene Digitalprodukte – logo. Dass wir dafür einen leistungsfähigen Produktionsbetrieb brauchen – auch klar. Ob man so eine Rundfunkanstalt aber umstellen kann auf die Produktion von Masken und sie gleich tausendfach produziert, das ahnt sicher nicht jeder. Ich jedenfalls hatte jetzt bei einem Besuch in Baden-Baden ein Aha-Erlebnis.

Gesichtsmasken sind leider immer noch Mangelware. Natürlich brauchen auch wir die Dinger für die tägliche Arbeit etwa bei Drehterminen oder Aufgaben, bei denen kein Sicherheitsabstand möglich ist. Weil der SWR niemandem in systemrelevanten Berufen Masken wegschnappen will, produzieren wir sie nun selber. Und zwar dort, wo wir sonst Kostüme für Schauspieler schneidern, Requisiten für Filme herstellen und Bühnenelemente für TV-Shows bauen. Wie macht man da Masken?

Dauer

Es beginnt mit dem Zuschneiden des Stoffs. Das machen wir nicht mit der Schere, sondern schneiden gleich 50 Lagen Stoff gleichzeitig mit einer CNC-Fräse. Aus dünnem Schweißdraht formen die Schlosser dann in Handarbeit filigrane Drahtbügel, die den Stoff eng am Gesicht halten. Dann geht‘s ans Nähen, und aus dem kleinen Stück Stoff wird eine Maske mit Ohrschlaufen. Rund 4.000 Stück haben wir bereits fertig. Heute bekommen wir geeigneten Stoff (muss ja auch möglichst dicht halten), so dass wir noch mal richtig loslegen können. 11.000 weitere Masken wollen wir produzieren. Damit können wir erstmal den eigenen Bedarf decken. In der Corona-Krise haben wir nicht nur einen riesigen Digitalisierungsschub bekommen. Beim Thema Masken habe ich gelernt, wie flexibel sich auch eine analoge Produktionsweise umstellen lässt. Man kann so maskenlos sein, wie man will, man muss sich nur zu helfen wissen.

Ihr

Kai Gniffke

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