Ausblick | 17.07.2021

Auch nach dem Hochwasser: Wir bleiben da!

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Die Hochwasserkatastrophe bringt ungeheures Leid über die Menschen in Rheinland-Pfalz und NRW. Seit Tagen berichtet der SWR über die Opfer, die unabsehbaren Schäden und über persönliche Schicksale. Auch für uns bedeutet die Berichterstattung eine bislang ungeahnte Herausforderung. Deshalb habe ich mich heute auf den Weg gemacht und unsere Kolleginnen und Kollegen in den Studios Trier, Koblenz und Mainz besucht, um zu fragen, wie wir sie unterstützen können.

Mir geht es nicht darum, in Gummistiefeln im Hochwassergebiet zu stehen. Ich will hören, was unsere Korrespondentinnen und Korrespondenten vor Ort über ihre Arbeitsbedingungen erzählen. Es bewegt mich zu spüren, dass alle bereit sind, ans Limit zu gehen und darüber hinaus, weil sie wissen, dass der SWR jetzt für die Menschen da sein muss. Es sind Journalistinnen und Journalisten, die in den letzten 48 Stunden ungeheures menschliches Leid erlebt haben. Sie berichten zugleich von Problemen bei der Berichterstattung. Davon, dass man beim Produzieren an der Ahr kein Wasser für die Toilettenspülung hat, kaum Schlaf, kaum Verpflegung. Davon, dass die Einwohner im Krisengebiet zunehmend genervt sind von Medienleuten, die sie immer wieder über ihre Befindlichkeit ausquetschen. Sie berichten von Notunterkünften, bei denen immer wieder gefragt wird, ob jemand etwas von diesem oder jenem Vermissten gehört hat. „Wie nach dem Krieg“, sagt eine Kollegin.

Dann merke ich, wie ein Reporter neben mir zur Seite kippt. Er ist eingenickt, hat maximal zwei Stunden geschlafen. Heute morgen hatte er am Übertragungswagen in Schuld den Frühdienst. Es sei furchtbar, was sich dort abspiele, und fügt dann hinzu, dass wir diese Menschen nicht alleine lassen dürfen, wenn der Medientross weiterzieht. „Wir bleiben da“, sagt er, wenn es in den kommenden Monaten um den Wiederaufbau gehe.

Diese Sätze rühren mich an. Und sie motivieren mich. Als regionales Medienhaus sind wir in Notsituationen noch mehr als sonst für die Menschen da. Und aufgrund unserer regionalen Verwurzelung können sie sicher sein: Wir sind nah bei Ihnen, wir bleiben da!

Ihr
Kai Gniffke

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