Kai Gniffke bei "Interkultur trifft SWR" (Foto: SWR)

Interkultur trifft SWR

Mehr Vielfalt im SWR

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Interkultur trifft SWR ist der Auftakt einer Dialogreihe, in der wir uns mit Vielfalt im SWR beschäftigen. Vielfalt hat mehrere Facetten, deshalb haben wir uns bei unserem ersten Austausch am 17. November auf die Interkultur konzentriert. Auch weil Menschen mit Migrationshintergrund einen wesentlichen Teil unserer Bevölkerung ausmachen und weil es unser Auftrag ist, diese Lebenswirklichkeit im Programm und als Arbeitgeber abzubilden. Eines jedenfalls hat der erste virtuelle Austausch schon gezeigt – der Gesprächsbedarf ist enorm hoch, aber in vielen Bereichen ist der SWR schon vorn.

Eine vielfältigere Belegschaft

SWR Intendant Kai Gniffke betonte in seinem Impuls zu Beginn, dass sich der SWR zum Ziel gesetzt hat, bei Neuzugängen 25 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund zu haben – in der Ausbildung, im Volontariat, in den Nachwuchsprogrammen und unter den Führungskräften, in der Redaktion und Moderation – querbeet in allen Bereichen. Eine gute Botschaft für die Teilnehmenden, die auch von interner Seite sehr begrüßt wird.

Zitate aus der Runde

Rebecca Sleegers bei "Interkultur trifft SWR"  (Foto: SWR)
Rebecca Sleegers, Afro-Deutsches Akademiker-Netzwerk A.D.A.N: „Wie wollen Sie die 25 Prozent in zwei Jahren erreichen?“ Bild in Detailansicht öffnen
Kai Gniffke, Intendant: „Wir müssen den Mut haben, beim Recruiting neue Wege zu gehen. Das heißt wir dürfen uns nicht immer nur für diejenigen entscheiden, die vielleicht nur die meisten Praktika absolviert haben. Uns geht es um Menschen mit ganz unterschiedlichen Biographien und Erfahrungen, die den SWR zusätzlich bereichern.“ Bild in Detailansicht öffnen
Larissa Weil, SWR Personalmarketing: „Wir gehen beim Recruiting ganz bewusst neue Wege und nutzen gezielt auch die Netzwerke wie LinkedIn und Xing, um vielfältige Mitarbeiter*innen für den SWR zu gewinnen. Und natürlich freuen wir uns auch, wenn Sie in Ihren diversen Netzwerken auf den SWR als Arbeitgeber verweisen.“ Bild in Detailansicht öffnen
Anna Koktsidou, Beauftragte für Vielfalt und Integration beim SWR, freut sich sehr, dass der SWR mutig neue Wege geht und dass sie an den Zielen für mehr Vielfalt mitwirkt. Bild in Detailansicht öffnen
Und Ramin Sina, multimedialer Fernsehreporter, führt die Notwendigkeit mit einem Blick nach draußen vor Augen: „Wenn ich mich hier im SWR umschaue, dann sehe ich noch nicht, was ich sehe, wenn ich hier in Stuttgart auf die Straße gehe“. Bild in Detailansicht öffnen
„Menschen mit meiner Hautfarbe gibt es noch seltener im SWR, stellt Moderatorin und Reporterin Bernice Tshimanga fest. Wie wichtig es für die Akzeptanz sei, einen Querschnitt der Gesellschaft vor und hinter der Kamera abzubilden, erklärt sie mit einer kleinen Geschichte ihres Friseurs, ein Afro-Shop, dem sie seit 18 Jahren treu verbunden ist: „Die Leute dort sind irgendwann ganz stolz auf mich zugekommen – wir haben dich im Fernsehen gesehen!“. Bild in Detailansicht öffnen
Anja Görzel, Leiterin Presse und Public Affairs gab einen Überblick, welche Rolle Vielfalt derzeit schon spielt – im SWR selbst und im Programm. Bild in Detailansicht öffnen
Jonas Ghebrezgiabiher, Afro-Deutsches Akademiker-Netzwerk A.D.A.N.: „Es sollte mehr Beiträge, mehr Erfolgsbiografien von Menschen mit Migrationshintergrund geben, um zu zeigen, dass wir keine Belastung sondern eine Bereicherung sind.“ Bild in Detailansicht öffnen
Stella Kirgiane-Efremidou, Fraktionsvorsitzende SPD Weinheim und stellv. Bundesvorsitzende der AG Migration und Vielfalt in der SPD: „Die Normalität, in der wir leben, wird selten gezeigt, aber wir sind auch Teil dieser Gesellschaft“. Bild in Detailansicht öffnen

Ganz einfach Normalität!

Große fiktionale Produktionen des SWR wie etwa das Flüchtlingsdrama „Eden“, die Emanzipationsgeschichte „Borga“ – eines von Eugene Boateng gespielten Ghanaers in Mannheim – oder „Masel Tov Cocktail“ als junger frecher Beitrag zu Antisemitismus, machten bei den Gästen einerseits Eindruck, führten aber auch zu dem Kritikpunkt: Die Filme seien zwar wunderbar, aber auch Beispiele dafür, dass Migration und Vielfalt immer nur in Dramen oder Komödien stattfinde.

„Wir wollen gesehen werden!“

Das Ergebnis nach zwei Stunden Austausch und Diskussion: wertschätzende Kritik, viele wertvolle Anregungen und auch viel Lob. Dazu jede Menge Wünsche – ganz oben auf der Liste: Gesehen werden als selbstverständlicher  Bestandteil unserer Gesellschaft.

Fatih Ekinci bei "Interkultur trifft SWR" (Foto: SWR)
Fatih Ekinci, Leiter des Ministerbüros im Ministerium für Soziales und Integration in Baden-Württemberg: „Ich wünsche mir mehr Berichte und Dokus über Menschen in allen Berufssparten. Man sollte diese Menschen stärker im Fokus haben als Vorbilder, dass Menschen, wie ich sich nicht immer erklären müssen, dass es uns in dieser Position gibt“. Bild in Detailansicht öffnen
Dejan Perc, Vorsitzender LAKA BW, Landesbeirat für Integration der der baden-württembergischen Landesregierung und Rundfunkrat: „Es wäre eine Wertschätzung den Menschen gegenüber, verstärkt über die Entwicklungen in ihren Ländern zu berichten, um eine engere Verzahnung zwischen dem Leben hier in Deutschland und ihren Heimatländern zu schaffen.“ Bild in Detailansicht öffnen
Manfred Hattendorf, Leiter Film und Planung, für die genannten Formate verantwortlich und darüber u.a. für die Nachwuchsreihe „Debüt im Dritten“, „Tatorte“ und Kinokoproduktionen: „Wir haben sehr viel unternommen, um unser Bewusstsein für Vielfalt und einen möglichst nicht klischeehaften Umgang zu schärfen – etwa in Workshops und Fortbildungen. So besetzen wir in Tatorten und Dramen häufig Rollen mit POC-Schauspieler*innen, die ganz normale oder gesellschaftlich gehobene Funktionen einnehmen: z.B. einen Universitätsdekan oder eine Spurensucherin in einem Krimi.“ Bild in Detailansicht öffnen
Argyri Paraschaki, Geschäftsführerin Landesverband der kommunalen Migrantenvertretungen BW – LAKA und Rundfunkrätin: „Es war eine tolle Veranstaltung und wir sind sehr froh darüber, dass wir mit den verschiedensten Akteuren aus der kommunalpolitischen Migrationsarbeit und aus Ihrem Hause in den Dialog treten konnten.“ Bild in Detailansicht öffnen
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