Open-Air-Festival vom 20.- 23.7.2023

So nachhaltig ist DAS FEST in Karlsruhe

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AUTOR/IN
Marie-Dominique Wetzel

DAS FEST in Karlsruhe versucht schon seit vielen Jahren an vielen kleinen und großen Stellschrauben zu drehen, um nachhaltiger und umweltschonender zu werden. Dazu gehören die Anreise der rund 250.000 Besucher*innen genauso wie regionale Essenszulieferung, Pfandsysteme und Geschirr aus kompostierbaren Materialien oder Solarlampen für die nächtliche Wegebeleuchtung.

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Eines der größten Open-Air-Musikfestivals im Südwesten

DAS FEST gehört zu den größten Open-Air-Musikfestivals im Südwesten Deutschlands. Auch 2023 werden wieder rund 250.000 Besucherinnen und Besucher in Karlsruhe erwartet. Das bringt nicht nur logistische und sicherheitstechnische Probleme mit sich, sondern wirft auch Fragen nach Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit auf. Sowohl für das Publikum als auch für die Veranstalter werden diese Themen immer wichtiger.

Martin Wacker von der KME Karlsruhe Marketing und Event GmbH zieht eine positive Fest-Bilanz.
Geschäftsführer Martin Wacker: „Wir brauchen Strom, denn ohne Strom keine Musik – das ist halt so!“

Stromverbrauch des Festivals: 60.000 Kilowatt-Stunden

Das größte Problem ist und bleibt aber der enorme Stromverbrauch des Festivals: 60.000 Kilowatt-Stunden – das sind in etwa so viel wie 30 Durchschnittshaushalte in einem ganzen Jahr verbrauchen. Zwar setzt DAS FEST auf 100 Prozent Ökostrom, aber der Verbrauch lässt sich bei einem so großen Open-Air-Festival kaum reduzieren, sagt Geschäftsführer Martin Wacker.

Die meisten Musiker reisen mit der Bahn

Auch die meisten Musikerinnen und Musiker können überzeugt werden, mit der Bahn anzureisen. In den letzten Jahren wurde nur ein einziger Künstler eingeflogen, verkündet DAS FEST stolz.

Und auch beim Catering werden alle gebeten, ökologisch vernünftig zu sein: also auch für die Stars kein Mineralwasser aus Italien, keine exotischen Früchte oder Kaviar.

Priorität bei Nahrungsmitteln: saisonal und regional

Für alle Nahrungsmittel beim DAS FEST gilt: saisonal und regional. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Müllvermeidung. In den letzten zehn Jahren konnte DAS FEST, laut eigenen Angaben, sein Müllvolumen immerhin um 50 Prozent reduzieren.

Statt Einwegbechern gibt es auf DAS FEST in Karlsruhe jetzt Pfandbecher. DAS FEST startet in wenigen Tagen in der Günther-Klotz-Anlage in Karlsruhe.
Statt Einwegbechern gibt es in Karlsruhe Pfandbecher.

Flyer und Plastik-Werbegeschenke sind tabu

Dazu gehört zum Beispiel auch, dass niemand auf dem Festivalgelände Flyer verteilen oder in Plastik eingeschweißte Werbegeschenke verteilen darf. In den letzten Jahren wurde außerdem auf Geschirr und Besteck aus kompostierbaren Materialien umgestellt.

Karlsruhe

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SWR4 BW aus dem Studio Karlsruhe SWR4 BW aus dem Studio Karlsruhe

Großes Sonnensegel über dem Spielbereich für Kinder

Ein weiteres Thema rückt seit kurzem immer mehr in den Fokus der Festivalveranstalter: der Klimawandel. So wird in diesem Jahr endlich der große Spielbereich für die Kinder mit Hilfe eines riesigen Sonnensegels vor der heißen Juli-Sonne geschützt.

Aber auch die Natur auf dem gesamten Festivalgelände, der Günther-Klotz-Anlage, leidet immer mehr unter den hohen Temperaturen und der extremen Trockenheit. Bäume und Rasen müssen im Vorfeld gewässert werden, damit sie den großen Besucheransturm überstehen. Und da zeigt sich, wo die Grenzen der Nachhaltigkeit bei einem so großen Open-Air-Festival sind.

Karlsruhe

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Am Donnerstag startet in Karlsruhe DAS FEST. Hier gibt es das Wichtigste zum Festival in der Günther-Klotz-Anlage auf einen Blick.

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Zelt-Musik-Festival-Freiburg Die Toten Hosen begeistern beim ZMF mit Gerhard Polt und den Well-Brüdern

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