Gespräch

Kampf gegen Rechts mit Musikfestival „Jamel rockt den Förster“

Stand
Interview
Wilm Hüffer

Im Jahr 2007 gründete Birgit Lohmeyer das Musikfestival „Jamel rockt den Förster“ um in dem mecklenburgischen Dorf ein lautes und starkes Zeichen gegen dortige rechtsextremistische Strukturen zu setzen. Mittlerweile kommen tausende Besucher zu dem Event am Wochenende.

Audio herunterladen (6 MB | MP3)

Festivalgründer Birgit und Horst Lohmeyer beim Musikpreis 1Live Krone 2018.
Birgit Lohmeyer organisierte das Festival gemeinsam mit ihrem Mann Horst erstmals 2007. Dafür wurden sie unter anderem 2018 mit dem Musikpreis 1Live Krone ausgezeichnet.

Ein Festival gegen rechtsextreme Strukturen auf dem Land

Das Festival sei ein ganz anderes als zu Anfang, erzählt Lohmeyer. Im ersten Jahr hätten einige Bands auf einer selbstgebauten Holzbühne vor dreißig zahlenden Gästen gespielt. Andererseits war bereits von Anfang an der Gegenwind aus der rechten politischen Ecke da. Mittlerweile sei das Festival groß und auch die Polizei dabei, um das Event zu schützen.

Allerdings sei die Ansicht aus der unmittelbaren Umgebung immer noch die: „Was wollen die Lohmeyers eigentlich? Die sollen mal schön die Klappe halten.“ Rechtsextreme Strukturen hätten ganze Arbeit geleistet, um die Bevölkerung einzuschüchtern und Gewalt auszuüben gegen Andersdenkende.

Herbert Grönemeyer 2018 beim „Jamel rockt den Förster“
Das Lineup wird beim „Jamel rockt den Förster“ immer erst am ersten Festivaltag bekanntgegeben, damit die politische Botschaft nicht ins Hintertreffen gerät. Aber das hält Stars wie Herbert Grönemeyer (2018) nicht fern.

Wenig Unterstützung aus der unmittelbaren Umgebung

Gegenwärtig, so Lohmeyer, seien die Rechten jedoch dabei sich wirtschaftlich zu etablieren. Viele rechte Kleinunternehmer oder Handwerksfirmen böten niedrige Preise an, damit sie große Kundschaft erreichen. Wie die Unternehmen politisch ausgerichtet sind, sei vielen Kunden egal.

„Die Haltung hier ist, den Kopf in den Sand zu stecken und nichts wissen zu wollen“, meint sie. Aus der unmittelbaren Umgebung erhielten sie wenig Unterstützung. Deshalb, sagt Lohmeyer, sei ein Ratschlag im Kampf gegen Rechts in ländlichen Regionen: „Bildet Banden!“

Sich zu vernetzen, Informationen auszutauschen und „Lautstark etwas zu tun“.

Kandel

Auszeichnung für Toleranz und Zivilcourage Kandel: "Oma gegen Rechts" bekommt Zivilcourage-Preis verliehen

Für ihr "vorbildliches Engagement für Demokratie und Menschenrechte" bekommt die Kandler "Oma gegen Rechts", Inge Heimer, den Preis. Sie hatte Demonstrationen gegen Rechtsextremismus organisiert.

Am Nachmittag SWR4 Rheinland-Pfalz

Deutschrock mit Druck Neues Album „Hollywood“ von Madsen: Eine Rockband, die Brücken baut

„Wenn ich darüber nachdenke, was das Sinnvollste ist, was man tun kann, dann ist das vielleicht, einen Baum zu pflanzen“, sagt Sänger Sebastian Madsen in SWR2.

SWR2 am Morgen SWR2

Mehr Kunstproteste gegen Rechts

Gespräch Kreativ gegen Rechts – Frauke Bahle und ihre Graphic Novel “Vogelschiss”

Frauke Bahle wurde für ein politisches Herzensprojekt zur Comicautorin. Zusammen mit vier Gleichgesinnten realisierte sie eine Graphic Novel, die Hassrede und Gewalt kritisiert.  

SWR2 Tandem SWR2