Queer Cheer beim Deutschen Jazzpreis 2023

Musikgespräch zum ARD-Diversity-Tag

Die Gruppe „Queer Cheer“ – Community for „Jazz“ and Improvised Music

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Ines Pasz
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Sebastian Kiefl

Die Gruppe „Queer Cheer“ hat in diesem Jahr beim Deutschen Jazzpreis den Sonderpreis der Jury gewonnen. Als erste queere Community in der deutschen Jazzszene setzt sie sich mit Themen wie Diversität, Intersexualität, Multiperspektivität oder auch Interdisziplinarität auseinander. Im Gespräch mit SWR2 sprechen Friede Merz und Erik Leuthäuser über ihre eigene Initiative, um queere Musikerinnen und Musiker sichtbar zu machen, über die deutsche Jazzszene und darüber, wie sie ihre Ambitionen in Musik umsetzen.

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Anfänge

„Queer Cheer“ möchte queeren Musiker*innen und Künstler*innen in der Jazz-Szene Präsenz und eine Community bieten. Hierzu wurde ein Stammtisch ins Leben gerufen, um möglichst viele Perspektiven der Community zu gewinnen.

Zeil sei nicht, nur in Panels eingeladen zu werden, sondern vor allem, Kontakt zur eigenen Community herzustellen.

Pläne für die Zukunft

Der nächste Schritt sei nun, ein Festival und Veranstaltungsreihen vorzubereiten. Hier soll Musiker*innen eine Plattform gegeben werden, auch eine finanzielle Wertschätzung soll gegeben damit gegeben sein.

Einen Testlauf gab es bereits im Donau115 Berlin, beschreibt Friede Merz. Es sei eine kleine Veranstaltung mit vorangeschobenem Panel gewesen: ein großer Erfolg, ein Raum voller Möglichkeiten.

Podcast über „Queer Cheer“ bei jazz.leben

Jazz in Deutschland ohne Rebellion

Jazz begann als unkonventionelle Musik, die man sich prädestiniert für eine queere Szene vorstellt. Doch das ist in Deutschland weit gefehlt. Jazz sei in Deutschland sehr institutionalisiert, so Merz.

Es gebe einige Ausschlüsse auf den Weg zu deutschen Jazz-Bühnen, zum Beispiel bei der Vergabe von Studienplätzen an Jazz-Hochschulen, aber auch innerhalb der Hochschulen.

In den Ursprüngen galt Jazz als Musik der Rebellion, davon sei 2023 in Deutschland nichts mehr zu spüren.

„Queer Cheer“ in der Musik

Die Ambitionen der Community werden auch in der Musik verarbeitet. Erik Leuthäuser setzt sich in seinem Album, das 2024 erscheinen soll, mit Sucht und CHEM-Sex auseinander.

Im letzten Album von Friede Merz ging es vor allem um Frauenfeindlichkeit und Frauenhass. Zwei Themen, die in ihrem Alltag immer noch sehr präsent sind.

Der Sonderpreis der Jury beim Jazzpreis 2023 zeige, dass das Projekt nun fest verankert in der Jazzszene sei, sagt Eriki Leuthäuser. Nun sei die Zeit der Veränderung.

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