Gedichte und ihre Geschichte

Hans Arp: „Ein großes Mondtreffen”

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Autor/in
Kerstin Bachtler

Hans Arp war einer der wichtigsten Künstler des Dadaismus. In Zürich hat er die Bewegung, die 1917 als Protest gegen den Ersten Weltkrieg begann, mitbegründet. Er studierte Kunst und arbeitete als bildender Künstler, aber er verfasste auch Lyrik.

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Sein Gedicht vom „großen Mondtreffen“ ist ein klangvolles Beispiel für die Kunst, mit Worten zu jonglieren, die Hans Arp virtuos beherrschte. Was er in seinem Gedicht formuliert, ist nichts, was wir mit dem realen Mond in Verbindung bringen. Stattdessen betreibt er eine kühne Akrobatik mit Mond-Wortspielen, er arbeitet ganz frei wie etwa ein Jongleur mit brennenden Fackeln, so als versuche er, wie weit er es mit Worten treiben könne. Dabei verletzt er nie die Syntax des Satzes und wirft nicht die Worte frei in den Raum. Arp ist kein Sprachzertrümmerer, sondern ein Sprachzauberer. Er belässt die Worte in ihren Satzzusammenhängen, aber er spielt mit dem Wort-Sinn, er verbindet die Worte in unvorhergesehener Weise miteinander.
Es ist viel Bewegung in diesem Text, in dem völlig neue Wortschöpfungen kurz auftauchen, nur um gleich wieder zu verschwinden und der nächsten Formulierung Platz zu machen. Was bleibt, ist allein das Wort Mond, das auf diese Weise ein ganz eigenes Leben bekommt.

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