Gespräch

75 Jahre Frankfurter Buchmesse – Spiegel der deutschen Geschichte

Stand
Interview
Wilm Hüffer

Zum 75. Mal jährt sich die Buchmesse in Frankfurt, die neben der literarischen Kunst auch immer politische Signale gesetzt hat. Nicht zuletzt durch den Friedenspreis, der in diesem Jahr an Salman Rushdie geht. „Das Buch beschäftigt sich immer mit dem Menschen und insofern ist Kultur, Politik und Handel bei Büchern untrennbar miteinander verbunden“, sagt Jürgen Boos, der Direktor der Messe, im Gespräch bei SWR2.

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Friedenspreis für Rushdie: „Eine fantastische Entscheidung“

Auch durch die Einladung Rushdies nach dem Erscheinen seiner „Satanischen Verse“ 1989 wurde so ein Zeichen gesetzt, erinnert sich Jürgen Boos: „Es war ein großes Zeichen der Solidarität. Und ich hatte das große Glück, Salman Rushdie immer wieder zu treffen, zuletzt 2015, wo ich ihn eingeladen hatte, hier auf der Messe zu sprechen.“

Politische Reaktionen, beispielsweise aus dem Iran, habe es dabei immer gegeben und immer natürlich die entsprechenden, großen Sicherheitsvorkehrungen, so Boos. „Aber das war einfach so ein wichtiges Zeichen und ihm jetzt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels zu geben. Das ist eine fantastische Entscheidung.“

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