Hunderttausende demonstrieren gegen Rechtsextremismus

Jagoda Marinić: Endlich verstehen die Menschen, dass sie etwas tun können

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INTERVIEW
Doris Maull

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Hunderttausende Menschen sind am Wochenende auf die Straßen gegangen, um gegen rechtes Gedankengut und gegen die AfD zu demonstrieren. Die Publizistin Jagoda Marinić zeigt sich im SWR2 Gespräch sehr berührt von den Protesten, „nachdem wir uns seit Monaten gefragt hatten, wo sind die Menschen auf den Straßen? Endlich stehen die Menschen da und verstehen, wir können etwas tun“.

Ist das schon der erhoffte Stimmungswandel in der Bevölkerung?

Der Soziologe Klaus Hurrelmann nennt die Proteste einen „Befreiungsschlag von Menschen, die lange mit sich selbst beschäftigt waren“. Marinić sieht das differenzierter und sagt, sie hatte Sorge, dass die Menschen nach den Krisen der jüngsten Vergangenheit in einer Apathie landen. Es sei jedoch ein neuer Optimismus zu spüren, es gebe eine Solidarisierung mit den demokratischen Werten. Aber die Frage sei jetzt eben, wohin dieser Optimismus trage.

Es ist so ein Moment, wo viele verstehen: Ich kann's nicht mehr abwarten. Das Reden über Krisen darf uns letztlich nicht in die Handlungsunfähigkeit führen.

Nötig ist Einigkeit der Ampel und AfD-Verbotsverfahren

Um die Proteste gegen rechts wirksam voranzutreiben und politisch zu nutzen, sei es wichtig, dass die Ampelregierung Einigkeit zeige. Die FDP dürfe sich nicht als Opposition positionieren. Marinić hält es für wünschenswert, ein Verbotsverfahren gegen die AfD anzustreben.

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