Gespräch

„Schlaraffenland abgebrannt“: Michel Friedman kritisiert die Veränderungsunwilligkeit der Deutschen

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Frauke Oppenberg

Corona, Krieg und Klima: Krise ist überall. Und trotzdem leben wir weiterhin wie die Schlaraffen, beklagt Michel Friedman in seinem neuen Buch. Von „gelangweilten Demokraten“ spricht der Publizist in SWR2. Diese Haltung sei gefährlich.

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Veränderungen machen Angst

Die Haltung vieler Menschen gleiche einer Realitätsverweigerung. „Wir wissen, was wir tun müssten“, so Friedmann, „wir wissen, es wird Verzicht sein – aber ohne das gehen wir unter!“

Dass Veränderungsdruck auch Ängste auslöse, wisse er aus eigener Erfahrung. Dann sei es wichtig, „die emotionalen Anteile zurückzudrängen und den Verstand wieder einzuklagen“, erklärt Friedman, denn Angst sei eine lähmende Erfahrung.

Noch glaube er aber an ein „Wunder“, nämlich daran, dass sich die menschliche Fähigkeit zur Rationalität durchsetzen werde – „aber sollten wir uns noch ein Jahrzehnt so verhalten, dann werden wir als Land der Bedeutungslosigkeit verfallen.“

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