Gespräch

Koloniales Raubgut am Linden-Museum Stuttgart: Restitution als Neuanfang

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Martin Gramlich

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Im Linden-Museum in Stuttgart lagert die größte kamerunische Sammlung des Landes – insgesamt sollen in elf deutschen Museen mehr als 40.000 Objekte aus dem westafrikanischen Land aufbewahrt werden. Die Museen suchen nun den Dialog mit Delegationen aus Kamerun und mit Vertretern von Königshäusern des Landes, die hierfür nach Deutschland gereist sind – erste Station ist das Linden-Museum in Stuttgart.

Raum für kamerunische Perspektiven schaffen

Inés de Castro leitet das Haus. Im Gespräch mit SWR2 betont sie die Chance, die in der Zusammenarbeit mit Kamerun liegt: „Für uns ist es sehr wichtig, dass wir der kamerunischen Seite genügend Raum für ihre Perspektiven geben. Wir wollen erstmal zuhören.“ Angst vor leeren Vitrinen hat de Castro nicht: „Da gibt es noch genug Schönes und Spannendes, vielleicht ändern sich die Schwerpunkte der Sammlungen und Ausstellungen, vielleicht geht es mehr um zeitgenössische Kunst.“

Restitution bedeute „Verantwortung für unsere Geschichte zu übernehmen.“ Restitution sei nicht das Ende, sondern der Beginn einer Zusammenarbeit.

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