Kunst-Comedian Jakob Schwedtfeger

Comedy trifft Kunst

So unterhaltsam erzählt Jakob Schwerdtfeger die Storys hinter den großen Kunstwerken

Stand
Autor/in
Carolin Baumgart
Onlinefassung
Dominic Konrad

Kunst ist langweilig und elitär? Nicht mit Jakob Schwerdtfeger! Der Comedian und Kunsthistoriker zeigt in kurzen Videoclips, dass Kunst auch anders kann. Mit Funfacts, Partywissen und Basics zu großen Meisterwerken der Kunstgeschichte kombiniert er Unterhaltung und Information. Für SWR Kultur spricht er in sieben Videos über Künstler*innen und ihre Werke.

Kunst ist geil! SWR Kultur trifft Kunst-Comedian Jakob Schwerdtfeger

Jakob Schwerdtfegers Blick auf Kunst ist alles andere als staubtrocken. Wenn der Comedian und Kunsthistoriker über Werke spricht, dann ist das energiegeladen, selbstironisch und humorvoll.

Das Louvre-Highlight ist wie Sex am Strand

Über die Mona Lisa sagt Schwerdtfeger zum Beispiel: „Für mich war die Mona Lisa wie Sex am Strand. Das habe ich mir geiler vorgestellt.“ Schwerdtfeger hat sie unter die Lupe genommen und auch ihre nicht vorhandenen Augenbrauen genauer betrachtet. Die Story dazu: natürlich amüsant.

Dieses Pferd ist eher so der blaue Typ

Nach seinem Studium der Kunstgeschichte hat Jakob Schwerdtfeger als Kunstpädagoge im renommierten Städel Museum in Frankfurt am Main gearbeitet – eine Probebühne für ihn. Seine Führungen waren anders: jung, frech, unterhaltend.

Über große Kunstwerke wie „Das blaue Pferd I“ erzählt er skurrile Anekdoten, die man so noch nicht gehört hat. Franz Marcs Bild sorgte in seiner Zeit nämlich für großen Hass und Ärger.

Zerfließende Uhren und Lutscher-Logos

Beim Musikmachen hat er sein Talent für Sprache entdeckt. Als Poetry-Slammer hat er seine Wortakrobatik ausgebaut und dann mit 30 Jahren ein neues Genre begründet: die Kunstcomedy.

Seit mehr als zehn Jahren steht der geborene Hannoveraner nun als Stand-Up-Comedian und Freestyle-Rapper auf der Bühne und versucht, der Kunst ein neues Image zu verpassen.

Dabei spielen auch die Lutscher von Chupa Chups eine Rolle, denn ihr weltbekanntes Logo stammt von einem der größten Künstler des 20. Jahrhunderts.

Künstlerinnen haben es schwer

Wie ein Trüffelschwein sucht Jakob Schwerdtfeger nach spannenden Geschichten und Funfacts. Und was er so erschnüffelt, bringt er ins Netz. Seine einminütigen Videos sind eine Art Appetizer und sollen Lust auf mehr machen. Themen gibt es genug, nichts lässt er aus.

Warum gibt es zum Beispiel kaum berühmte Künstlerinnen? Er liefert Antworten: kurz, verständlich und lustig.

Meine Name ist Hase, ich bin von Dürer

Die neuen Perspektiven auf die Meisterwerke der Kunst kommen an: manche Videos sind millionenfach geklickt. Der Comedian setzt Vergleiche, mit denen viele Menschen etwas anfangen können.

Wer ist etwa der berühmteste Hase nach Bugs Bunny und warum? Gemeint ist die Hasen-Zeichnung des Malers Albrecht Dürer. Er malte als einer der Ersten ein Tier, ohne es in einen religiösen Kontext zu setzen.

Berthe wer? Warum man diese Impressionistin kennen sollte

Auf nette Art und Weise lernt jeder etwas über Kunst bei Jakob Schwerdtfeger, der eigentlich mal Lehrer werden wollte.

Zum Glück vermittelt er Kunst jetzt aber doch nicht streng nach Lehrplan, sondern humorvoll wie in seinem Video über die Künstlerin Berthe Morisot: eine Frau, die sich in der Männerdomäne Kunst durchsetze und sogar manch bekannten Kollegen mit ihrer Malerei finanziell übertraf.

Was macht den einsamen Wanderer bitteschön so romantisch?

In 100 Sekunden erklärt der Wortakrobat Stilrichtungen der Kunst so, dass sie hängen bleiben. Was ein alkoholisches Getränk mit der Stilrichtung Romantik zu tun hat und warum die gar nicht so romantisch ist, sondern eher düster aussieht: Jakob Schwerdtfeger weiß es.

All dieses skurrile Wissen hat er in ein Buch gepackt: „Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist Kunst“. Ein Buch für Kunstnerds und Kunstbanausen gleichermaßen.

Das neue Buch von Jakob Schwerdtfeger

Zeitgenossen Jakob Schwerdtfeger Schwerdtfeger: „Für mich war die Mona Lisa wie Sex am Strand. Hab ich mir geiler vorgestellt.“

„Für mich war die Mona Lisa wie Sex am Strand. Hab ich mir geiler vorgestellt," so der Kunstcomedian Jakob Schwerdtfeger. Er begeistert mit seinem Soloprogramm „Ein Bild für die Götter“ bundesweit. Seine Festanstellung am Frankfurter Städel-Museum hat der Kunsthistoriker, der schon als Poetry Slammer und Rapper bekannt war, dafür aufgegeben.

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