John Cage (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / effigie/Leemage)

14 Videoclips

Freiheit als Provokation – John Cages "Song Books" mit dem SWR Vokalensemble

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Die Königin der Nacht singt ihre Rache-Arie und lässt in einer Großküche ihre Wut an einer roten Paprika aus – eine andere Sängerin meditiert auf einem wackeligen Tisch zwischen den riesigen Maschinen einer Seifenmanufaktur. Die "Songs Books" von John Cage sind eine Sammlung von Konzepten, die irgendwo zwischen Musik und Theater angesiedelt sind. Graphische Partituren, Anweisungen zum Würfeln, Buchstaben und Zahlen in unterschiedlicher Größe und Typographie, rätselhafte theatralische, auch humorvolle Anweisungen.

Angelika Luz und Andreas Ammer haben mit dem SWR Vokalensemble die Song-Book-Songs von John Cage neu inszeniert – als lustvoll, witzig und bunt inszenierte Video-Clips, bei denen man nie weiß, was als nächstes kommt.

Das SWR Experimentalstudio ist mit von der Partie und interpretiert die live-elektronischen Klänge der Songs (Michael Acker, Klangregie).

John Cage: 14 Song Books mit dem SWR Vokalensemble

Cage Song Books №67 Johanna Zimmer & Johannes Kaleschke: Mickey Maus und Löwe

Johanna, meine Frau ist völlig verzückt und fädelt so eine fitzelige Perlenkette auf. Ich bin der proletenhafte, biertrinkende Ehemann und völlig genervt von ihrem Gequietsche.

Cage Song Books №52 Johannes Kaleschke: Nonsense-Arie mit Bodyguard und Bagger

Die Partitur sieht aus, als hätten Kinder mit ein paar Farbstiften irgendwas hingemalt und jemand hätte ein paar Wörter drunter geschrieben. Dazu gibt es die Anweisung, diese Partitur mit "different Styles of singing" zu gestalten.

Cage Song Books №17 Judith Hilger: Das Singen der Telegraphendrähte

Eine Konservendose, in deren Boden einer Schnur eingezogen wird, die ich mit den Fingern und etwas Kolophonium streiche und zupfe. Es ist ein statischer, fast tranceartiger Zustand, in den man da kommt.

Cage Song Books №23a Andrea Conangla & Alexander Yudenkov: Backgammon

Spiele mit einer anderen Person ein Spiel. Das Spielbrett soll mit Kontaktmikrofonen ausgestattet sein, Lautstärke auf höchsten Pegel, am besten mit 4-Kanalton und Lautsprechern um das Publikum herum.

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SWR