STAND

Kaum über einen anderen großen Komponisten sind so viele – sich zum Teil widersprechende – Geschichten bekannt. Sie ranken sich um seine verträumte Kindheit, seine verworrene Gefühlswelt und seine problematische Ehe. Aber wussten Sie, dass Gustav Mahler ein passionierter Radfahrer war?

"Der wird Ihre Schnapsfabrik nicht übernehmen", bescheinigte der bekannte Wiener Pianist Julius Epstein dem Spirituosenhändler Bernhard Mahler, nachdem er dessen 15-jährigen Sohn Gustav am Klavier gehört hatte. Und er sollte Recht behalten. Geboren 1860, wuchs Gustav Mahler in Iglau, im heutigen Tschechien auf. Der sensible Junge sog die Klänge seiner Umgebung wie ein Schwamm in sich auf. Kirchenglocken, Wirtshausmusik, Volkslieder und vor allem die Militärparade verankerten sich in seinem Gedächtnis, sodass er später in seinen Kompositionen immer wieder darauf zurückkam.

Eine sorglose Kindheit war es dennoch nicht, denn die Familie musste in regelmäßigen Abständen den Friedhof aufsuchen: Nur sechs seiner 13 Geschwister überlebten die Kinderjahre. Gustavs außerordentliche musikalische Begabung am Akkordeon und am Klavier wurde erkannt und gefördert. Sein erstes eigenes Musikstück schrieb er im Alter von sechs Jahren im Auftrag der Mutter, die ihm zwei Kreutzer dafür bot. Schon im Alter von zehn Jahren gab er im Theater seiner Heimatstadt einen Klavierabend, und mit 15 schafft er die Aufnahmeprüfung am renommierten Wiener Konservatorium.

STAND
AUTOR/IN