Schostakowitsch (Foto: Imago, Alexei Talimonov)

Saisonschwerpunkt multimedial Schostakowitschs 15 Sinfonien – Hörkino eines Melancholikers

Das Publikum hat längst entschieden, Dmitrij Schostakowitsch kommt an. Bei denen, die die Musikgeschichte schreiben und die darin involvierten Figuren nach ihrer Größe sortieren, hat es etwas länger gedauert, bis feststand, dass dieser Komponist eine Schlüsselfigur des 20. Jahrhunderts ist.

DSCH - Schostakowitsch  (Foto: SWR)
D-S-C-H: Schostakowitschs Signatur in der Musik

Wahrscheinlich sind seine 15 Sinfonien, die einen paradigmatischen Zyklus bilden, im übertragenen Sinne Hörfilme, wenn nicht sogar akustische Lichtspiele. Zudem war der zerbrechliche Mann mit der starken Brille einer der großen Melancholiker seiner Zeit. Oberflächlichkeit lag ihm fern. Was so klingt wie Humor, war wohl eher Sarkasmus. In den langsamen Sätzen, die immer wichtiger wurden, fühlte er sich am wohlsten. Dmitrij Schostakowitsch gelang in seinen besten Stücken eine Art Quadratur des Kreises: Eingänglichkeit, Originalität und innermusikalische Autonomie kamen überein.

Video: Schostakowitschs 10. Sinfonie
SWR Symphonieorchester, Dirigent: Michael Sanderling

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