SWR Symphonieorchester Mahler 3: Antrittskonzert Teodor Currentzis

Datum:
Beginn:

Einführung um 19 Uhr
Tickets kaufen Programmheft
Programm:
Stuttgarter Abo-Konzert

Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 3 d-Moll für Alt, Frauenchor, Knabenchor und Orchester
Mitwirkende:
Gerhild Romberger, Alt
Damen des MDR Rundfunkchors
Knabenchor collegium iuvenum Stuttgart
SWR Symphonieorchester
Dirigent: Teodor Currentzis

Dauer

Zum Programm

Der erste Satz ist ein Brocken, eine Sinfonie in oder vor der Sinfonie, in der bereits Momente des Kommenden anklingen: Aufbruch und Gegenbewegung vor dem Hintergrund des aufmarschierenden Sommers. Heiterkeit und Tragik sind hier nicht so leicht voneinander zu trennen. Dem heroischen Auftakt von mehr als einer halben Stunde folgen Naturbilder. Der Komponist belauscht Wiesen und Wälder bei Tag und bei Nacht, bis die Morgenglocken läuten. Zuletzt spricht die Liebe selbst. Vorsicht ist angebracht, denn hinter den idyllischen Genrebildern lauern schon mal Abgründe. Das instrumentale Theater allein ist nicht genug. Des "Knaben Wunderhorn" wird aufgerufen, Friedrich Nietzsche kommt zu Wort, der 1895, als diese Dritte sich noch im Planungsstadium befand, das – später wieder verworfene – Motto liefern sollte: "Die fröhliche Wissenschaft".

Teodor Currentzis, die Musik und die Welt

Teodor Currentzis - im Porträt (Foto: Sebastian Gollnow/dpa -)
„Ich bin glücklich und freue mich sehr auf die Arbeit mit dem Orchester. Für mich ist es von besonderer Bedeutung, den Reichtum beider Ensemble-Traditionen aufzugreifen und das neue Orchester aus dem Besten der beiden Klangkörper zu gestalten. Dazu werden wir Zeit und die Unterstützung aller benötigen. Ich werde mich mit Enthusiasmus, Liebe und Hingabe dem Orchester widmen und gemeinsam mit den Musikern die Zukunft gestalten.” Sebastian Gollnow/dpa - Bild in Detailansicht öffnen
„Wir sollten uns nicht vor Einzigartigkeit fürchten, wir sollten uns selbst ausdrücken, fühlen und schauen. Wir sollten uns so ausdrücken, wie wir wirklich sind. Und jeder ist anders.” Vladimir Astapkovich - Bild in Detailansicht öffnen
„Als ich die Staatsbürgerschaft Russlands bekommen habe, bin ich Mitbürger geworden von Tschaikowski, Dostojewski, Malewitsch, Schostakowitsch, Strawinski, Lotman, Melnikov, Brodski und Batagov. Über das Russland spreche ich, nicht über das Russland des Ersten Kanals und NTV.” Alisa Calipso - Bild in Detailansicht öffnen
„Musik ist kein Dienst. Ein Poet zu sein, ist auch kein Job.” Vive le Punk! Vladimir Astapkovich Bild in Detailansicht öffnen
„Einen Dirigentenstab nehme ich nicht in die Hand – das wäre wie eine geliebte Frau mit Krücken zu umarmen.” Imago Imago - Bild in Detailansicht öffnen
„Am besten ist man dort, wo man fühlen kann, dass man gebraucht wird, dass deine Meinung gefragt ist. Das ist nicht mehr einfach nur Arbeit, sondern eine spirituelle Reise, die mich aufatmen lässt und neue Energie schenkt.” Imago Imago - Bild in Detailansicht öffnen
„Ein Symphonieorchester gibt es für mich nicht. Ich sehe es als großes Kammerorchester, in dem jeder (Musiker) wichtig ist. Und seine Hingabe und seine Eigenart einbringt.” Alexandra Muraviova - Bild in Detailansicht öffnen
„Ich sage immer: Musik ist das Weiße auf dem Papier, nicht das Schwarze der Noten.” Olya Runyova - Bild in Detailansicht öffnen
„Die Komponisten, die wir zu kennen glauben, sind doch in Wirklichkeit diejenigen, die immer unbekannt bleiben.” Hier mit dem amerikanischen Regisseur Peter Sellars. Christian Charisius/dpa - Bild in Detailansicht öffnen
„Musik ist eine Mission, kein Beruf.” Imago Imago - Bild in Detailansicht öffnen
„Bei meiner Arbeit geht es um Kommunikation. Sich in die Augen schauen. Jeder soll sich als Individuum fühlen, nicht als Teil einer Masse. Sonst sitzen da vorne nicht Künstler, sondern Fabrikarbeiter oder Maschinen.” Imago Imago - Bild in Detailansicht öffnen
„Wenn jetzt der Weihnachtsmann vorbeikäme, würde ich mir eine Zeitmaschine wünschen. Ich liebe es, in die Klanglichkeit der Vergangenheit einzutauchen.” Hier mit der amerikanischen Sopranistin Mardi Byers bei der Oper Wozzeck. Imago Imago - Bild in Detailansicht öffnen
„Mich interessiert vor allem die rituelle Performance. Für mich ist Musik eine rituelle Kunst. Es ist eigentlich keine darstellende Kunst.” ITAR-TASS/ Aleandra Madrats Bild in Detailansicht öffnen
„Als ich Musica Aeterna gründete, habe ich nicht nur die Besten der Besten berufen. Ich holte Gleichgesinnte. Solche, die die Proben nicht auf Gongschlag verlassen und sich danach ihren eigenen Dingen widmen. Ich brauche Menschen, die Tag und Nacht über Musik nachdenken, auch wenn sie eventuell etwas weniger präzise und streng spielen als einige ihrer Kollegen.” Hier mit Musica Aeterna und der Sopranistin Barbara Hannigan. Imago Imago - Bild in Detailansicht öffnen
„Wir lernen Interessantes über uns selbst, wenn wir ganz von vorne beginnen, wenn wir einen neuen Anfang machen.” Javier Del Real / Teatro Real - Bild in Detailansicht öffnen
„Ich versuche jeden Tag, alle Türme zu zerstören, die ich selber gebaut habe, sogar um mich herum. Die gründliche Zerstörung seiner eigenen Mythologie ist sehr wichtig.” Olya Runyova - Bild in Detailansicht öffnen
„Spiritualität hat nichts mit Wellness zu tun.” Nadia Rosenberg - Bild in Detailansicht öffnen
„Wenn Wesen von anderen Planeten uns fragen würden, was Licht ist und wir würden Musik von Rameau spielen, dann würden sie es sofort verstehen. Es funktioniert besser als jede Erklärung mit Worten.” Olya Runyova - Bild in Detailansicht öffnen
„Ich bin ein großer Romantiker. Aber nicht im Sinne von Kategorien wie ‚Landschaft‘, ‚Küste‘, ‚mein Schatz‘. Meine Romantik ist erhaben. Wilde Katzen, die auf einen Flügel springen, wilde Pflanzen mit Aromen wie Weihrauch – so wie bei Baudelaire.” Nadia Rosenberg - Bild in Detailansicht öffnen
„Mit der Musik kommt man zum Wesentlichen. Musik ist die Sprache der Engel.” Hier mit seinem Ensemble Musica Aeterna. Imago Imago - Bild in Detailansicht öffnen
Wenn Sie einen verstorbenen Komponisten zum Abendessen einladen könnten – wer wäre das? „Schubert! Wir würden über verlorene Liebe reden. Und dann würden wir uns betrinken und vierhändig spielen. Trinken und spielen.” Imago Imago - Bild in Detailansicht öffnen
„Wenn Du in eine Kirche oder eine Konzerthalle gehst, kommst Du immer durch den Haupteingang hinein. Aber dort solltest Du nicht hinausgehen, sondern nach oben, in Richtung Himmel.” Hier mit dem SWR Symphonieorchester, Januar 2018 in der Stuttgarter Liederhalle. SWR Classic - Bild in Detailansicht öffnen

Kurzbiografie Teodor Currentzis

"Dirigent des Jahres", "Ausnahmekünstler", "revolutionärer Geist" – an Superlativen mangelt es nicht, wenn es um den 1973 in Athen geborenen Dirigenten Teodor Currentzis geht. Von der Spielzeit 2018/2019 an übernimmt er die Leitung des SWR Symphonieorchesters als Chefdirigent. Teodor Currentzis und die Musiker des SWR Symphonieorchesters blicken bereits auf eine umfangreiche gemeinsame Konzerterfahrung zurück. Er dirigierte sowohl das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg sowie das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR und hinterließ begeisternde Konzerterlebnisse.

Teodor Currentzis - im Porträt (Foto: Nadia Rosenberg -)
Nadia Rosenberg -

Nachdem Currentzis in St. Petersburg bei dem legendären Ilya Musin studiert hatte, übernahm er von 2004 bis 2010 die Position des Chefdirigenten am Nowosibirsker Staatlichen Akademischen Opern- und Ballett-Theater. Dort gründete er die Ensembles MusicAeterna sowie den MusicAeterna Chor, die er zu weltweiten Erfolgen führte, und die bis heute in Perm, wo er seit 2011 Musikdirektor des Opern- und Ballett-Theaters ist, beheimatet sind. Internationale Gastdirigate gehören ebenso zu seinem Dirigieralltag wie er auch künstlerischer Leiter des Internationalen Diaghilev-Festivals in Perm und Mitbegründer des Festivals Territoria in Moskau ist.

STAND