Festival | Schwetzingen Videomitschnitt: Der Fall Babel

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Lob der Vielfalt: Das Musiktheaterstück "Der Fall Babel" von Elena Mendoza und Matthias Rebstock über Sprache und Vielfalt eröffnet die SWR Schwetzinger Festspiele. Mitwirkende: Schola Heidelberg, SWR Experimentalstudio.

Ganze neun Verse umfasst die alttestamentarische Geschichte vom Bau der Stadt Babel und ihrem bis in den Himmel reichenden Turm, aber die Quintessenz der Erzählung ist ungeheuerlich. Gott straft die Menschen mit Vielsprachigkeit. Ohne einander zu verstehen, können sie den Bau nicht vollenden und zerstreuen sich über die Erde. Als gottgegeben wird erklärt, dass ein vielstimmiges Miteinander nicht möglich sei. Die Vielsprachigkeit müsse überwunden werden, um einen vorhistorischen paradiesischen Zustand wiedererlangen zu können.

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Die Tänzerin Yui Kawaguchi und das Kuss Quartett (Foto: Dieter Hartwig)
Die Tänzerin Yui Kawaguchi performt nebem dem Geiger Oliver Wille. Dieter Hartwig Bild in Detailansicht öffnen
Das Kuss Quartett während der Vorproben zu "Force & Freedom". Dieter Hartwig Bild in Detailansicht öffnen
Die Tänzerin Yui Kawaguchi und das Kuss Quartett Dieter Hartwig Bild in Detailansicht öffnen

Elena Mendoza und Matthias Rebstock beziehen sich auf diesen Mythos, allerdings in einer modernen Form, die den Mythos spiegelt, ihn umkehrt: Fabio Morábito hat diese Vision in seinem Essay "Por qué traducimos" entworfen: Er beschreibt das Bild einer in ferner Zukunft existierenden einsprachigen, kulturell völlig verarmten menschlichen Gesellschaft, die zurückblickt auf unsere Gegenwart, die zwar voller Widersprüche, aber auch gerade deshalb voll Reichtum ist. Dieser Text liefert gleichsam die Grundidee, wird aber nicht direkt vertont, sondern drei Erzählstränge werden verwoben, die aus dem babylonischen Sprachgewirr hervortreten. In Gestalt einer negativen Utopie artikulieren die Autoren ihr Plädoyer für existentielle Notwendigkeit kultureller Vielfalt.

SWR2 Kulturkarte

Auftragswerk der Schwetzinger SWR Festspiele

Datum:
Beginn:

Einführung: 17 Uhr, Kammermusiksaal
Ort:
Rokokotheater
Schloss
Schloss Schwetzingen
68723 Schwetzingen
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Programm:
Musiktheater in 13 Szenen und ein Epilog nach Texten von Yoko Tawada (Biskoop der Nacht), Cécile Wajsbrot (W wie ihr Name / Avec un double V) und Fabio Morábito (Los Vetriccioli und Por qué traducimos)
Mitwirkende:
Elena Mendoza (Komposition, Text & szenische Mitarbeit)
Matthias Rebstock (Regie, Text & musikalische Mitarbeit)
Walter Nußbaum, Musikalische Leitung
Bettina Meyer, Bühne
Sabine Hilscher, Kostüme
Ulrich Schneider, Licht

Schola Heidelberg

Tobias Dutschke, Martin Homann & Almut Lustig, Schlagzeug

Ayano Durniok, Schauspielerin
David Luque, Schauspieler

SWR Experimentalstudio
Joachim Haas & Constantin Popp, Klangregie

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