Residenzkünstler 2020 Alexander Melnikov

Alexander Melnikov (Foto: Julie Mignot)
Alexander Melnikov Julie Mignot

Konsequent widersetzt sich Melnikov jeder Art von Spezialisierung, weil er nichts so fürchtet wie die Festlegung auf eine Sache. Er gibt Rezitals an historisch verschiedenen Tasteninstrumenten und hat sein Etikett als "Mann mit den vier Klavieren" weg. Er tritt als Solist mit Orchestern auf und widmet sich mit Leidenschaft der Kammermusik. Eine besondere Vorliebe hat er dabei für die Violin- und Cellosonaten von Beethoven, die er mit seinen langjährigen Partnern Isabelle Faust und Jean-Guihen Queyras aufführt bzw. aufgenommen hat.

Sein Studium absolvierte Alexander Melnikov am Moskauer Konservatorium bei Lev Naumov. Besonders prägte ihn außerdem der Kontakt zu Svjatoslav Richter, der ihn regelmäßig zu seinen Festivals in Russland und Frankreich einlud. Er ist Preisträger bedeutender Wettbewerbe wie dem Internationalen Robert-Schumann-Wettbewerb (1989) und dem Concours Musical Reine Elisabeth in Brüssel (1991).

Residenzkünstler 2020: Der Pianist Alexander Melnikov (Foto: Julien Mignot)
Residenzkünstler 2020: Der Pianist Alexander Melnikov Julien Mignot

Seine Programmideen sind durchdacht und oft ungewöhnlich. Sehr früh begann Alexander Melnikov sich mit der historischen Aufführungspraxis auseinander zu setzen. Wesentliche Impulse erhielt er von Andreas Staier und von Alexei Lubimov, mit dem er in zahlreichen Projekten zusammenarbeitete. Regelmäßig steht er mit namhaften Ensembles für Alte Musik wie dem Freiburger Barockorchester, Musica Aeterna, der Akademie für Alte Musik Berlin oder dem Orchestre des Champs-Élysées auf der Bühne. Überaus wichtig ist Melnikov die Zusammenarbeit mit Isabelle Faust. Ihre gemeinsame Gesamteinspielung sämtlicher Beethoven-Violinsonaten bei harmonia mundi, die u. a. mit dem Gramophone Award ausgezeichnet sowie für den Grammy nominiert worden ist, ist zu einer Referenzaufnahme geworden. Im September 2015 erschien ihre Einspielung der Brahmssonaten für Violine und Klavier.

Mit dem Projekt "Many Pianos" präsentiert Alexander Melnikov ein Programm, das auf fünf unterschiedlichen Instrumenten gespielt wird. Jedes Instrument entspricht dabei jeweils dem Stil der Zeit, in der die einzelnen Werke entstanden sind. Es sind Referenzinstrumente von Anton Walter für Carl Philipp Emanuel Bach und Wolfgang Amadeus Mozart, ein Pianoforte von Alois Graff für Felix Mendelssohn Bartholdy, ein Érard-Flügel für Frédéric Chopin und ein Steinway für Alexander Skrjabin und Alfred Schnittke. Für das dritte und letzte Schwetzinger Konzert hat Alexander Melnikov kongeniale Kammermusikpartner eingeladen, die mit ihm u. a. Beethovens selten gespieltes Quintett für Bläser und Klavier op. 16 bestreiten.

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